Berichterstattung bei Sky

TV-Kritik zum Boxen: Ditte hat recht jut hinjehauen

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Manuel Charr (r.) ist neuer Schwergewichts-Weltmeister.

Ein Festival der Hiebe – das hatte Sky für das Hinfälligen-Duell zwischen Manuel „Schmeling“ Charr und dem russischen Bären Alexander Ustinov versprochen. Und, wie Axel Schulz sagen würde: Ditte hat recht jut hinjehauen! Unsere TV-Kritik.

Okay, der Bär erwies sich als Vegetarier mit Zahnersatz. Und das Publikum mit Dönerwerfer Kevin Großkreutz als Super-Stargast war bestenfalls viertelseiden. Aber insgesamt gab es hübschen Trash mit zahlreichen Zwielichtgestalten zu erleben – und endlich einen unzerstückelten Boxkampf ohne Reklame in den Ringpausen. Jut jemacht von Sky!

Sensation: Dank Charr hat Deutschland wieder Boxweltmeister im Schwergewicht

Axel Schulz: Ein Florian Bauer, der sich sichtlich freute, dass er auch mal ins TV darf, kündigte „große Gäste“ an. Dann kamen allerdings Box-Pazifist Axel Schulz und Hilfs-Terminator Ralf Moeller. Wobei: Die beiden sind 1,91 und 1,97 Meter, insofern hatte das schon seine Richtigkeit. Der verbeulte Axel, neben Martin Walser einer der letzten großen Intellektuellen dieses Landes, fand „Schwerjewicht jeil“. Lustigste Szene nach dem Kampf: Bauer erkundigte sich beim Axel, wie man sich nach so einem Sieg fühlt. Hier hätte der Wackelmann ehrlicherweise sagen müssen: „Wie soll ick ditte denn wissen? Ick hab ja nie jewonnen!“ Doch Axi analysierte tapfer. Und wenn man das Ganze nicht allzu ernst nimmt, war’s amüsante Samstagabendunterhaltung.

Ralf Moeller: Verglich die Beintechnik von Charr mit Muhammad Ali. Das ist ungefähr so sinnvoll, wie die Amigos mit den Beatles zu vergleichen – aber jut. ­Moellers Auftritt in der „illustren Runde“ (Bauer) machte beinahe Lust, sich mal wieder seine großen Filme anzuschauen, also „Hai-Alarm auf Mallorca“ oder „Ozzie, der Koalabär“, ein enger Verwandter vom russischen Bären.

Wolff Fuss: War noch ganz aufgewühlt vom 4:4 im Revierderby. Kam den ganzen Abend nie unter Puls 210 und erkundigte sich bei Experte Ulli Wegner, ob dieser auch ein „Appy Hand“ erwartet. Wegner wirkte etwas tatterig und berechnete vor Runde zehn, dass der neue Schmeling bis zum Ende der zwölften nur noch zwei Runden durchhalten muss. Das stimmte beinahe, aber Germanisten und Mathematiker mussten an diesem Abend tapfer sein. Jetzt müssen wir nur noch diesen Ohrwurm der juten alten Johanna von Koczian loswerden: „Das bisschen ‚Hau halt‘ macht sich von allein.“

Die ehemaligen Boxer Firat Arslan (r) und Axel Schulz stehen vor dem Hauptkampf am Ring.

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