Blickpunkt Sport: Die denkwürdigsten Momente

+
Die guten alten Zeiten: Franz Beckenbauer, damals bei Cosmos New York, mit seinem Teamkollegen Werner Roth im Jahr 1978 zu Gast bei BR-Moderator Eberhard Stanjek

München - Jubiläum für einen TV-Klassiker: Am Montag um 20.15 Uhr feiert der Bayerische Rundfunk mit einer zweistündigen Sondersendung den 1500. Blickpunkt Sport.

Zum Gratulieren hat sich Bayerns versammelte Sport-Prominenz vom Kaiser bis zu Rosi Mittermaier angesagt. Wir verraten Ihnen die Gästeliste der Gala, die von Gerd Rubenbauer moderiert wird – und blicken zurück auf 35 Jahre Blickpunkt.

- Die erste Sendung: „Blickpunkt-Papa“ Eberhard Stanjek moderierte am 14. April 1975 die Premiere. Zunächst lief der Blickpunkt nur einmal im Monat – erst seit 2. Januar 1978 wird wöchentlich gesendet. Bilder von der ersten Ausgabe kann der BR am Montag leider nicht zeigen. Die Bänder fielen einem Wasserschaden im Archiv zum Opfer.

- Die Gastgeber: 18 Moderatoren hatte der Blickpunkt bis heute – Gerd Rubenbauer, Waldemar Hartmann und die jetzige Redaktionsleiterin Marianne Kreuzer waren am fleißigsten. Und bis auf Waldi, der mit dem BR über Kreuz liegt, kommen alle noch lebenden Moderatoren am Montag in die Sendung. Darunter Manfred Vorderwülbecke, der mittlerweile in Südafrika lebt, Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis und die Pensionäre Heinz Köppendörfer und Günther Wolfbauer. Von allen schmerzlich vermisst: Eberhard Stanjek und sein Weggefährte Sammy Drechsel, die 2001 bzw. 1986 verstorben sind.

- Die häufigsten Gäste: Mit 56 Auftritten hält Uli Hoeneß den Blickpunkt-Rekord – aber nur hauchdünn vor tz-Kolumnist Striezel Stuck, der 55-mal zu Gast war.

- Die schönsten Pannen: 2001 standen Jens Jeremies und Carsten Jancker bei Waldi Hartmann auf der Gästeliste. Jerry kam, Jancker nicht. Aus der Sendung rief Jeremies bei Jancker an – und die Zuschauer erfuhren, dass der Bayern-Stürmer daheim im Keller gerade erfolglos ein Ikea-Regal zusammenschraubte und die Sendung vergessen hatte. Er raste sofort ins Studio und kam kurz vor Schluss an. Ebenfalls unvergessen: Rubi interviewte telefonisch Anthony Yeboah – leider ohne Ton. Und Herbert Gogel meinte in Erinnerung an Petar Radenkovic: „Gott hab ihn selig.“ Der quicklebendige Radi wunderte sich sehr über sein Hinscheiden.

- Die legendärsten Diskussionen: Der Disput zwischen Uli Hoeneß und Christoph Daum ging 1989 in die deutsche Fußballgeschichte ein. Franz Beckenbauer, Rosi Mittermaier und Christian Neureuther diskutierten im Dezember 1980 live ausführlich darüber, wie Rosis Baby heißen sollte, das sie erwartete. Man einigte sich auf Ameli – und so geschah’s! Der Kaiser urteilte einmal über den insistierenden Moderator Hartmann: „Du bist genauso lästig wie der Rubenbauer.“ Und Langläufer Johann Mühl­egg enthüllte, dass er von Geistern verfolgt wird (in Wahrheit waren es wahrscheinlich Dopingfahnder).

- Die erfolgreichste ­Aktion: In den Achtzigern besuchte Heinz Köppendorfer bayerische Sportvereine – die Rubrik hieß „Wir kommen nach…“ Als „Köppi“ 1980 in Eppenschlag im Bayerischen Wald zu Gast war, stellte sich heraus: Es gab dort zwar vereinzelt Sportler – aber keinen einzigen Sportverein. In der Sendung versprachen Bürgermeister Karl Reith und Schuldirektor Peter Slesiona Besserung. 1981 wurde der WSV Eppenschlag gegründet – der bis heute im Wintersport drei Weltmeister, acht Europacupsieger und 27 Deutsche Meister hervorbrachte. Aktuell einer der Besten: Nachwuchs-Biathlonstar Florian Graf. Blickpunkt Erfolg!

- Der kapriziöseste Gast: Ex-Löwen-Regent Karl-Heinz Wildmoser brachte sich gern seinen eigenen Stuhl in die Sendung mit. Marianne Kreuzer erinnert sich: „Die normalen Gästestühle waren ihm zu unbequem, da hat er nicht reingepasst.“ Mit einer Sendung zum Wildmoser-Rücktritt und zur Stadion-Affäre verzeichnete der Blickpunkt 2004 übrigens eine der besten Einschaltquoten seiner Geschichte.

- Die pünktlichste Landung: Am Tag nach dem WM-Finale 2002 in Japan kam der Blickpunkt live von der Rollbahn des Münchner Flughafens. Die Landung der Bayern-Spieler war für 21.42 Uhr geplant – drei Minuten zu früh. Aber weil der Pilot hörte, dass der BR die Landung live übertragen will, drehte er eine Ehrenrunde über München – und setzte fernsehgerecht um 21.46 Uhr auf. Allerdings ohne Oliver Kahn: Der Titan hatte nach seinem Beinahe-Eigentor im Finale gegen Brasilien vorsichtshalber einen früheren Flieger genommen.

- Die Jubiläums-Gäste: Fast alles, was Rang und Namen hat, kommt am Montag Abend ins Studio, in dem diesmal das komplette Publikum aus Mitarbeitern der letzten 35 Jahre besteht. Unter anderen sind dabei: Franz Beckenbauer, Karsten Wettberg, Sepp Maier, Michael A. Roth, Karl-Heinz Wildmoser, Werner Lorant, Rosi Mittermaier, Markus Wasmeier, Wladimir Klitschko, Schorsch Hackl, Erich Kühnhackl, Alois Schloder, Fritz Fischer, Toni Mang, Hans-Joachim Stuck und Kurt Klühspies. Und Willy Astor hat ein Jubiläumsständchen geschrieben. Sie alle feiern den Blickpunkt Sport – und auch die tz gratuliert herzlich!

Jörg Heinrich

Auch interessant

Meistgelesen

Nach Horror-Crash: Sophia Flörsch verrät ihre Pläne für die Saison 2019
Nach Horror-Crash: Sophia Flörsch verrät ihre Pläne für die Saison 2019
Schrecklicher Unfall im Training: Junger Rad-Profi liegt im Koma
Schrecklicher Unfall im Training: Junger Rad-Profi liegt im Koma
Das bringt der Wintersporttag am Sonntag
Das bringt der Wintersporttag am Sonntag
Luitz wartet und hofft: Sauerstoff-Causa setzt DSV-Team zu
Luitz wartet und hofft: Sauerstoff-Causa setzt DSV-Team zu

Kommentare