tz-Experten-Kolumne von Fritz Sörgel

"Der Neuanfang dauert noch!"

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Fritz Sörgel, Pharmakologe und Dopingexperte.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Fritz Sörgel über die Tour de France und die Doping-Problematik.

In Deutschland hat man das Gefühl, dass sich beim Thema Doping im Radsport in der jüngeren Vergangenheit zumindest ein bisschen was bewegt hat. Ein deutscher Athlet, der als Doper überführt wird, ist in seinem Ansehen doch arg beschädigt. Dennoch, der Neuanfang nach der dunklen Ära um Lance Armstrong ist sehr schwer und wird bestimmt noch eine gewisse Zeit dauern. International stößt man im Radsportzirkus immer noch auf die Vergangenheit und die Betrüger von damals. Ob Alexander Winokurow beim Team Astana oder Bjarne Riis bei Saxo Bank – dass ehemaliger Doper als Teamchefs das Sagen haben, ist das falsche Zeichen. Auch BDR-Präsident Rudolf Scharping ist nicht unbedingt der Hoffnungsträger, der den großen Wandel vollziehen wird. Diese Leute muss man Schritt für Schritt ausfiltern.

Immerhin scheint es in diesem Jahr keine wirklich neuen Dopingsubstanzen zu geben. Freilich wissen wir nicht, ob nicht schon längst etwas im Umlauf ist, dessen Nachweis bisher unmöglich ist. Wenn man die Erfahrungen im Drogenbereich auf den Dopingbereich überträgt – was mehr als gerechtfertigt ist – muss man davon ausgehen, dass sich Sportler mit großem Geldbeutel ihr eigenes Dopingmittel machen lassen. Wenn das dann keiner verrät, haben die Dopingfahnder keine Chance.

Zuletzt war in den Medien von Aicar, GW 1516 und Epo-Fc als mögliche Dopingmittel zu lesen, das sind aber alles bekannte Substanzen, die die Dopinglabore problemlos nachweisen können. Aicar baut Fett ab und sorgt gleichzeitig für eine Stärkung der Muskulatur. Es erhöht die Zahl der Mitochondrien, die sogenannten Kraftwerke der Muskelzellen. Als Folge dieser Effekte steigt die Ausdauerleistung. Auf Laufbändern konnte die Ausdauerleistung von Mäusen um 44 Prozent gesteigert werden. Wie so oft, weiß man aber nicht, ob das auch auf den Menschen zutrifft. Aber Sportler schlucken oder lassen sich halt auch spritzen, was bei Maus und Ratte wirkt. GW 1516 entstammt der seriösen pharmazeutischen Forschung. Es wurde mit dem Ziel hergestellt, Diabetes und Übergewicht zu drücken. Auch hier zeigte sich bei Mäusen eine erhöhte Ausdauerfähigkeit. Epo-Fc ist einfach nur eine Abänderung des Epo-Grundmoleküls. Die Wirkung bleibt die gleiche: mehr rote Blutzellen, mehr Sauerstoff im Gewebe, hauptsächlich im Muskel, und damit mehr Leistung.

Fritz Sörgel

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