tz-Experten-Kolumne von Olaf Bünde

"Es war klar, dass sie schnell ist!"

Olaf Bünde.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Olaf Bünde, Trainer der SW München, über den überzeugenden Auftritt von Alexandra Wenk bei der Schwimm-WM.

Persönliche Bestzeit, deutscher Rekord, Finaleinzug - Alex Wenk kann mit ihren Leistungen bei den Weltmeisterschaften in Kasan sehr zufrieden sein. Der Deutsche Rekord über die 100 Meter Schmetterling war unser Ziel, dass es Alex mit 57,77 Sekunden gelungen ist, die sechs Jahre alte Bestmarke von Annika Mehlhorn zu knacken, freut mich als Trainer natürlich auch. Vor drei Jahren ist sie bereits 58,5 Sekunden geschwommen, bei den Deutschen Meisterschaften im April 58,1 Sekunden. Die Steigerung in diesem Zeitraum ist nicht ungewöhnlich, es war abzusehen, dass Alex schnell sein wird. Ihre Leistung ist das Resultat aus den letzten Jahren. Bei ihren Starts bei der WM 2013 in Barcelona und der EM 2014 in Berlin konnte sie wichtige Erfahrungen sammeln, die ihr heute helfen. Oft sind das nur Kleinigkeiten, aber in der Summe machen diese Trainingsjahre eben den Unterschied. Vielleicht ist genau dieser Punkt Florian Vogel bei seinem Vorlauf-Aus über die 400 Meter Freistil zum Verhängnis geworden. Wobei, er ist ja nicht schlecht geschwommen und war nicht weit von seiner Bestzeit entfernt. Und man darf nicht vergessen, dass ihn vor Kurzem noch niemand kannte. Er ist als Nobody in Europa fast in Weltspitze geschwommen. Florian wird diesen Rückschlag verkraften und seine Lehren daraus ziehen, bei ihm mache ich mir keine Sorgen. Da sollte man die Kirche im Dorf lassen und konzentriert weiterarbeiten. Selbiges gilt im Übrigen auch für Paul Biedermann, der gestern mit seinem etwas unorthodoxen Auftritt vor den Medien überraschte. Er war wohl etwas angefressen aufgrund der Kritik an ihm nach seinem Staffelauftritt. Aber im Vorlauf über die 200 Meter hat er als Drittschnellster bewiesen, dass er gut in Form ist. Man sollte Paul in Ruhe lassen, er soll sich jetzt nur aufs Schwimmen konzentrieren dürfen.

Olaf Bünde, Trainer der SW München

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