tz-Experten-Kolumne von Ulli Wegner

"Kein Weg zurück zu Sauerland!"

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Ulli Wegner, Ex-Trainer von Marco Huck.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Ulli Wegner, Ex-Trainer des Boxers Marco Huck, über dessen Niederlage gegen den Polen Krzystof Glowacki und die Folgen.

Update vom 26. Februar 2016: Der entthronte WBO-Weltmeister Marco Huck nimmt einen neuen Anlauf in Richtung WM-Titel. Am Samstag boxt Huck in Halle (NRW) gegen den Briten Ola Afolabi um den Titel des weniger bedeutenden Verbandes IBO im Cruisergewicht. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie den Kampf Marco Huck gegen Ola Afolabi live im TV und im Live-Stream sehen können.

Ich habe dem Kampf von Marco Huck gegen den Polen Krzystof Glowacki um die WBO-Krone im Cruisergewicht mit Bauchschmerzen entgegengesehen. Leider ist es dann so gekommen, wie ich befürchtete. Marco hatte sich von der ersten Sekunde an nicht souverän zum Kampf gestellt. Marco kann viel mehr, als er in Network abgerufen hat. Ich will nicht über einen Trainer sprechen, den ich nicht kenne. Aber ich habe zehn Jahre mit ihm gearbeitet. Ich weiß genau, Marco benötigt einen Trainer an seiner Seite, an den er glaubt. Mit Las Vegas spielt man nicht als Trainingscamp für eine WM. Es ist eine große Ehre für mich, wenn Marco mich als seinen besten Trainer bezeichnet. Trotzdem hat er nicht auf mich gehört. Ich habe ihm gleich gesagt, dass es der größte Blödsinn ist, sich vom Sauerland-Stall zu trennen. Er ist erwachsen und muss wissen, was er macht. Marco muss nun versuchen, schnell einen Rückkampf gegen Glowacki zu organisieren, damit er im Geschäft bleibt. Wenn ich die Stimmung bei Wilfried und Kalle Sauerland richtig deute, wird es für Huck kein Zurück in unser Gym im Berliner Olympiagelände geben. Was mich betrifft, ich konzentriere mich auf meine nächste Aufgabe und bereite Jack Culcay auf die WBA-Interims-WM gegen den Australier Denis Hogan am 26. September in Berlin vor. Es ist die Gala zum 35.jährigen Bestehen unseres Boxstalls. Ich halte von Jack viel. Er kann durchaus den Spuren von Floyd Mayweather folgen. Weniger kann er auch nicht. Schließlich war Culcay schon bei den Amateuren Weltmeister. Jack ist in Europa Spitze. Doch ich will mit ihm in der Welt ganz nach oben. Dort, wo ich mit Arthur Abraham bin. Mit Arthur wollen wir in diesem Jahr auch noch einen Kampf bestreiten. Der nächste Pflichtherausforderer für Arthur könnte dann der Argentinier Gilberto Ramirez sein.

Ulli Wegner, Ex-Trainer von Marco Huck

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