tz-Expertenkolummne

Schlägerei? Nur noch im Ring

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Boxer Tobias Wahnschaffe

München - Tobias Wahnschaffe schreibt in der tz-Expertenkolumne über private Rückschläge und seine sportliche Ambitionen.

In dieser Woche komme ich nach München, um meine Verwandten und die Kumpel zu besuchen. Nach meinem deutschen Meistertitel bringe ich jetzt mit dem WBO-Europameister auch einen internationalen Gürtel mit. Damit bin ich meinem Ziel wieder ein Stück näher, auch einmal um eine WM zu boxen. Ruslan Chagaev als Gegner hätte mir gefallen. Durch mein Training der letzten Jahre habe ich eine ähnliche Kelle wie er. Die körperlichen Voraussetzungen wurden mir in die Wiege gelegt. Ich muss und will jetzt beim SES-Boxstall etwas daraus machen. Ich bin zwar Europakorrespondent für vier Sprachen, im Moment lebe ich aber vom Boxen. 

Vielleicht wäre ich schon weiter, aber durch eine Schlägerei auf dem Oktoberfest 2011 kam ein Knick in meine Boxkarriere. Ich landete hinter Gittern. Zum Glück ließ mich Ulf Steinforth nicht fallen. Wegen guter Führung arbeitete ich als Freigänger in einem Hausmeister-Job und durfte trainieren. Nach Feierabend ging es mir dann so wie Ulli Hoeneß. Ich musste zurück in die JVA. Seit April habe ich die schlimme Zeit hinter mir. Ich wohne in Magdeburg und lasse keine Luft an das Training heran. Eine Schlägerei passiert mir in Zukunft nur mit Boxhandschuhen im Ring. 

Als Jugendlicher kam ich übrigens wegen der guten boxerischen Ausbildung von München aus an die Sportschule nach Chemnitz. Ich will ganz nach oben. Unsere Trainer Dirk Dzemski und Rene Friese helfen mir dabei. Den EM-Titel werde ich ein oder zweimal verteidigen. Vielleicht klappt es auch einmal mit einem Kampf in München. Mein Bilanz von 14 Siegen und neun K.O. will ich unbedingt verbessern. Im nächsten Jahre werde ich versuchen, mich über die Interconti-Meisterschaft langsam aber sich an einen WM-Kampf heranzupirschen.

tz

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