"München kann stolz sein"

Euphorie rund um den EHC Münchenfishing4

Er kriegt einfach nicht genug vom Eishockey. Christoph Schubert (27) spielt in der NHL bei den Ottawa Senators. Ab Freitag tritt er mit Deutschland bei der WM an – davor hat er noch in der Heimat vorbeigeschaut.

In München. Beim EHC.

Schubert saß beim 2:1-Sieg gegen Bietigheim im zweiten Finale auf der Tribüne. Reichlich mitgenommen von der Zeitverschiebung, die Augen rot – schließlich war er erst am Vortag aus Kanada angereist. Schubert zur tz: „Wenn ich jetzt zum EHC gehe, dann sehe ich nicht bloß spannendes Eishockey, sondern komme auch leichter wieder in den europäischen Rhythmus rein, weil ich lang wachbleibe.“

Tatsache. Das mit dem Wachbleiben ist beim EHC in diesen Tagen kein Problem. Denn das Finale gegen Bietigheim ist ein Nervenkrieg, die Entscheidung im Sonntagsspiel fiel erst nach Penaltyschießen. EHC-Trainer Pat Cortina schwärmt: „Genau so muss Eishockey sein. Spannend, aufregend, fordernd. Das ist es, wofür wir seit August so hart gearbeitet haben!“

Diese Arbeit: Jetzt zahlt sie sich aus. Schubert, aus der NHL nur das Beste vom Besten gewöhnt, sagte während des EHC-Spiels: „München kann echt stolz sein. Ich sehe hier gutes Eishockey.“ Auch wenn’s eine völlig andere Welt als die NHL ist. Schubert: „Die NHL ist viel schneller und viel präziser. Man kann das nicht miteinander vergleichen – das wäre unfair.“ Nordamerika ist Nordamerika, Deutschland ist Deutschland. Und: Deutschland ist mega-spannend…

Cortina: „München gegen Bietigheim ist ein tolles Duell. Wir sind ziemlich gleichstark.“ In der Serie steht es 1:1, für den Titel braucht man drei Siege. Am Dienstag um 20 Uhr steigt das dritte Spiel in Bietigheim. Die nächste Partie in der Olympia-Eishalle ist für Freitag (ebenfalls 20 Uhr) angesetzt. EHC-Torhüter Sebastian Elwing, der Penalty-Held von Spiel zwei, sagt: „Es wäre wichtig, dass wir am Dienstag in Bietigheim gewinnen – damit wir dann in München die Chance haben, den Sack zuzumachen.“

Allerdings: Trainer Cortina wird dann nicht dabei sein – er ist nicht nur EHC-Coach, sondern auch ungarischer Nationaltrainer – und sein Team spielt bei der WM mit… Für den EHC heißt das: Beim Heimspiel am Freitag wird Manager Christian Winkler zusammen mit Pepi Heiß an der Bande stehen. Ziel: Das Finale gewinnen – und vielleicht in die DEL aufsteigen.

Das würde dann auch für Schubert neue Zukunftsperspektiven eröffnen. Er sagt: „Ich könnte mir vorstellen, irgendwann wieder in München zu spielen. Jetzt möchte ich erstmal noch ein paar Jahre in der NHL spielen – aber danach? Wenn München dann in der DEL ist… Das wäre schon schön.“

Uli Heichele

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