Ehemaliger Kolumnist ist tot

Die tz trauert um Uli Kaiser

So schrieb Kaiser in der tz.

Gröbenzell - Am Sonntag ist Uli Kaiser in seinem Haus in Gröbenzell nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Die tz-Redaktion trauert um einen ­lieben Freund und langen Wegbegleiter.

„Die Geschichte ist nämlich die…“ So hieß die samstägliche Kolumne, in der Ulrich Kaiser fast drei Jahrzehnte lang die tz-Leser mit seinen Gedanken zum Sport unterhielt. Er war einer der angesehensten deutschen Sportjournalisten und Autoren, und schon die Titel seiner vielen Bücher, die er vor allem über seine besonderen Leidenschaften Golf und Tennis veröffentlichte, verraten, dass ihm als gebürtigen Ostpreußen so was wie die bayerische Hinterfotzigkeit alles andere als fremd war: „Tausend miese Tennis-Tricks“, „Es ist nicht alles Golf, was glänzt“, „Reden ist Silber, Schweigen ist Golf“, oder: „Wenn Stalin Gold gespielt hätte.“ Sein guter Freund und Kollege Peter Bizer gratulierte zu Kaisers 80. Geburtrag im vergangenen August folgendermaßen: „Uli schrieb vorwiegend über Sport. Er tat dies nicht so sehr mit den literarischen Ansprüchen des deutschen Feuilletons, sondern mit den Zutaten der großen angelsächsischen Erzählkunst: der Reporter als Literat, unterhaltend, anspruchsvoll und doch mit leichter Hand formulierend, mit dem untrüglichen Gespür für eine gute Story. Kein Wunder, dass der Londoner Evening Standard ihm jahrelang eine wöchentliche Kolumne einräumte.“

Kaiser berichtete von 44 Wimbledon­turnieren, sieben Fußball-Weltmeisterschaften und acht Olympischen Sommer- bzw. Winterspielen. 2006 erhielt er den bayerischen Sportpreis für seine „Herausragende Präsentation des Sports“.

Am Sonntag ist Uli Kaiser in seinem Haus in Gröbenzell nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

Die tz-Redaktion trauert um einen ­lieben Freund und langen Wegbegleiter.

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