Er gewann jeden seiner Kämpfe

UFC-Superstar bricht nach Sieg in Tränen aus und beendet Karriere - wegen seines Vaters

Khabib Nurmagomedov (r.) teilt in einem UFC-Kampf gegen Dustin Poirier aus.
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Schlagkräftig, aber auch emotional: Khabib Nurmagomedov (r.) hat wegen seines verstorbenen Vaters unter Tränen seine UFC-Karriere beendet.

In Kampfsportarten ist ein absolutes Ranking wegen der verschiedenen Gewichtsklassen nahezu unmöglich. Khabib Nurmagomedov zählt aber zweifellos zu den allerbesten UFC-Kämpfern. Wegen seines Vaters beendet er seine Karriere abrupt.

  • Khabib Nurmagomedov ist ungeschlagen als UFC-Champion abgetreten.
  • Sein abruptes Karriereende direkt nach seinem 29. Kampf erklärt er mit dem Verlust seines Vaters.
  • Auch ein Erzrivale sendet warme Worte.

Abu Dhabi - Die UFC ist eine Liga für besonders harte Kerle. Hier prallen diverse Kampfstile aufeinander, nicht selten enden die Auseinandersetzungen im Oktagon blutig. Doch trotz der gnadenlos ausgetragenen Duelle bleibt auch unter den Mixed-Martial-Arts-Athleten Zeit für besondere Gefühle. So brach der wohl beste unter ihnen, der Russe Khabib Nurmagomedov, nach seinem Sieg über den US-Amerikaner Justin Gaethje nach dessen Aufgabe in Runde zwei in Tränen aufgelöst zusammen.

Denn für den 32-Jährigen war es ein immens emotionaler Kampf. Der 29. seiner Karriere. Der zugleich sein letzter gewesen sein wird. Denn Khabib beendete noch im Oktagon seine einmalige Karriere. Weil er in diesem Jahr einen besonders schweren Schicksalsschlag verkraften musste. Im Juli starb sein Vater Abdulmanap, der auch sein Mentor und Trainer gewesen war, mit 57 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion.

UFC-Star Khabib tritt zurück: Versprechen an Mutter gegeben nach Tod des Vaters

Ohne ihn an seiner Seite wollte „The Eagle“ - so sein Kampfname - nicht weitermachen. Das habe er seiner Mutter bereits im Vorfeld des Aufeinandertreffens mit Gaethje in Abu Dhabi versprochen. „Ich habe ihr mein Wort gegeben und das halte ich auch. Das hier war mein letzter Kampf“, sagte Khabib nach dem finalen Sieg. Und so tritt der Leichtgewichts-Champion ungeschlagen ab.

Jedoch nicht, ohne mit Lob überschüttet zu werden. So erklärte Dana White, mächtiger Präsident der UFC: „Man muss darüber nachdenken, ihm den GOAT-Status zu verleihen.“ Zur Erklärung: GOAT steht für „Greatest of all Time“ - also der Beste aller Zeiten. Der wie so viele Kontrahenten zuvor letztlich chancenlose Gaethje ließ den Superstar wissen: „Ich hatte noch nicht die Chance, es dir zu sagen. Aber dein Verlust macht mich sehr traurig. Du hast deinen Vater sehr stolz gemacht.“

UFC-Fighter McGregor plant nächsten Kampf

UFC-Star Khabib tritt zurück: Auch Erzrivale McGregor kondoliert

Besondere Aufmerksamkeit bekam aber eine Social-Media-Botschaft von Conor McGregor, wegen seiner extravaganten Auftritte das Aushängeschild der UFC. Der Ire war Khabib 2018 in Las Vegas bei dessen erster Titelverteidigung ebenfalls unterlegen gewesen und hatte seinen Kontrahenten schon vor dem Kampf bis aufs Blut provoziert. Die Folge: Der ansonsten eher ruhige Russe war nach seinem Erfolg in der „Sin City“ ausgerastet und auf einen McGregor-Kumpanen losgegangen, weshalb er von der Polizei abgeführt und später für neun Monate gesperrt worden war.

Nun schlug „The Notorious“ versöhnliche Töne in Richtung Khabib an: „Tolle Leistung. Ich werde weitermachen. Mein Respekt und Beileid wegen deines Vaters. An dich und deine Familie.“

UFC-Star Khabib tritt zurück: Emotionaler Post an Vater bekommt Millionen Likes

Auch Khabib meldete sich noch einmal über seine Social-Media-Kanäle. Seine Botschaft war aber an seinen Vater gerichtet. „Wenn Allah bei dir ist, kann dich niemand brechen, niemand. Danke für alles, Vater. Du hast mich mein ganzes Leben lang gelehrt, möge Allah dir das bestmögliche Paradies bescheren.“ Binnen zehn Stunden sammelte der Instagram-Post, der von einem gemeinsamen Bild von Vater und Sohn abgerundet wird, mehr als fünf Millionen Likes.

Keine Frage: Seine Fan-Gemeinde ist immens. Und dennoch konnten ihn die Zusprüche nicht über den schweren Verlust hinwegtrösten. „Gerade jetzt schmerzt es. Es gibt nicht viele Menschen, die meine Stimmung verbessern könnten“, ließ Khabib nach dem Kampf wissen: „Es liegt an mir. Ich muss jetzt nach Hause gehen und allein damit klar kommen, vor allem weil man diesen Weg allein geht.“

Egal, wohin ihn sein weiterer Weg führen wird: Sicher dürfte sein, dass Millionen Menschen seinen weiteren Werdegang sehr genau verfolgen werden. Denn sein größtes Ziel hat er zweifellos erreicht: seine Fans stolz zu machen. (mg)

McGregor gab selbst bereits zweimal sein Karriereende bekannt, doch er kam jedes Mal zurück. Der Ire versuchte sich bereits in einem Boxkampf, war dabei aber Floyd Mayweather unterlegen. Auch mit diversen Aussetzern abseits des Oktagons oder Rings machte er Schlagzeilen - etwa mit einem Angriff auf einen Shuttlebus mit anderen MMA-Kämpfern.

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