Mit 54 Jahren gestorben

Ultimate Warrior tot: Wrestling-Welt unter Schock

Ultimate Warrior tot WWE
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Die Homepage der größten Wrestling-Liga WWE vermeldet den Tod des Ultimate Warrior.

Los Angeles - Wrestling-Legende Ultimate Warrior ist am Dienstag völlig unerwartet im Alter von 54 Jahren gestorben. Wenige Stunden zuvor war er für die Liga WWE im TV aufgetreten.

Die Wrestling-Welt steht unter Schock: Einer der größten Wrestler aller Zeiten, der Ultimate Warrior, ist tot! Das erklärt die Wrestling-Liga WWE auf ihrer eigenen Webseite. Noch am Samstag war der Ultimate Warrior in einer großen Zeremonie in die WWE Hall of Fame aufgenommen worden.

Wie das Online-Portal tmz.com berichtet, brach der Ultimate Warrior am Dienstagnachmittag um 17.50 Uhr (Ortstzeit) im US-Bundesstaat Arizona auf dem Weg zu seinem Auto zusammen. Seine Frau Dana alarmierte umgehend den Notarzt. Offenbar konnten die Ärzte nichts mehr für den früheren Wrestling-Superstar tun. In einem nahegelegenen Krankenhaus wurde der Ultimate Warrior für tot erklärt. Der Wrestler mit dem früheren Namen James Hellwig (er änderte seine Identität im Jahre 1993 auch offiziell in "Warrior") wurde 54 Jahre alt.

Wrestling-Experte: So krank wirkte der Ultimate Warrior

Update: Laut tmz.com posierte der Ultimate Warrior noch wenige Stunden vor seinem Tod am Flughafen von New Orleans mit Fans. Dort wirkte er offenbar bestens gelaunt. 

Er hinterlässt seine Frau Dana und zwei Töchter.

Ultimate Warrior tot: Das twittern die Wrestler

Beim Kurznachrichtendienst Twitter ist der Tod des Ultimate Warrior aktuell eines der Top-Themen. Auch die früheren Kollegen melden sich zu Wort.

Wrestling-Superstar Hulk Hogan twitterte am frühen Mittwochmorgen: "RIP WARRIOR. Nur Liebe. HH."

Vince McMahon, Boss der Wrestling-Liga WWE, twitterte: "Wir sind alle so traurig, dass der Ultimate Warrior von uns geschieden ist. Unser Herz ist bei seiner Frau Dana und seinen zwei Töchtern."

Der aktuelle WWE-Champion Daniel Bryan schreibt: "Mein Herz ist gebrochen. Meine tiefste Anteilnahme geht an die Famile des Warrior. An diesem Wochenende gesehen zu haben, wie sehr er seine Töchter und seine Frau liebt, macht es alles noch mehr herzzerreißend. Der Ultimate Warrior war mein Lieblings-Wrestler, als ich ein Kind war. Mit ihm an diesem Wochenende zu sprechen war einer meiner größten Momente. Er war so nett zu mir."

Ultimate Warrior noch am Montag im WWE-TV zu sehen

Der Tod des langhaarigen Muskelmannes mit der Kriegsbemalung im Gesicht kommt völlig unerwartet. Zumal der Ultimate Warrior erst am Samstag in die Hall of Fame der WWE aufgenommen worden war. Am folgenden Tag trat er auch beim weltgrößten Wrestling-Spektakel "Wrestlemania 30" in New Orleans auf. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte der Ultimate Warrior nur wenige Stunden vor seinem Tod. Am Montagabend bedankte er sich in der WWE-Show "Monday Night Raw" vor einem Millionenpublikum bei seinen Fans. Seine Ansprache wirkt im Nachhinein wie ein öffentlicher Abtritt: Kein Talent in der WWE wird von selbst zur Legende. Das Herz eines jeden Mannes schlägt eines Tages zum letzten Mal und seinen Lungen tun ihren letzten Atemzug. [...] Seine Wesen, sein Geist wird von den Geschichtenerzählern verewigt. Von der Loyalität und von der Erinnerung derjenigen, die ihn ehren und zu dem machen, wofür er immer lebte." Es war eine Ansprache im Stile des Krieger-Charakters, den der Ultimate Warrior im Ring immer verkörperte.

Die Karriere des Ultimate Warrior

In der Wrestling-Liga WWE (damals hieß sie noch WWF) trat der Ultimate Warrior ab 1987 auf. Mit seiner Bodybuilder-Figur, seinem durchgeknallten Auftreten, seiner Gesichtsbemalung und den langen Haaren verkörperte er den unbesiegbaren Krieger. Ein Jahr später holte er seinen ersten Titel - den des Intercontinental Champion - als er den Elvis-Charakter Honky Tonk Man innerhalb von nur 31 Sekunden zerlegte.    

Seinen größten Triumph feierte der Ultimate Warrior im Jahr 1990, als der Ultimate Warrior Wrestling-Megastar Hulk Hogan bei Wrestlemania VI im kanadischen Toronto klar im Ring besiegte und den WWE-World-Champion-Titel holte.

Knapp ein Jahr später unterlag der Warrior gegen den früheren US-Patrioten Sergeant Slaughter, der sich im Zuge des Golfkrieges 1991 zum Anhänger von Iraks Diktator Saddam Hussein erklärt hatte. Doch zusammen mit Hulk Hogan rächte er sich in den folgenden Monaten an Slaughter und anderen Saddam-Anhängern. Was für Außenstehende völlig gaga klingt, funktioniert in der Cartoon-Welt des Wrestling-Business übrigens hervorragend.

Ultimate Warrior: Seine legendären Matches

Weitere legendäre Matches hatte der Ultimate Warrior unter anderem beim Summer Slam 1992 gegen den Macho Man Randy Savage im Londoner Wembley Stadion. Über ein Jahr zuvor hatte der Warrior den damaligen Macho King, wie sich Savage nannte, in einem Match zum (vorläufigen) Karrieende gezwungen. Der Verlierer musste seine Karriere an den Nagel hängen. Und der Ultimate Warrior besiegte Savage bei Wrestlemania 7 mit der größtmöglichen Demütigung. Er stellte seinen Fuß locker auf der Brust des am Boden liegenden Savage ab.

Spektakulär waren auch die Matches des Ultimate Warrior gegen den Undertaker, der ihn in einen Sarg einsperrte und in einen Leichensack steckte. Aus beiden konnte der Warrior sich übrigens befreien und den Undertaker besiegen.

Der spätere Superstar Triple H kassierte als WWE-Newcomer unter dem Pseudonym Hunter Hearst Helmsley im Jahr 1996 eine vernichtende Niederlage gegen den Ultimate Warrior. Triple unterlag dem Warrior bei dessen umjubelte Rückkehr zu Wrestlemanie XII im Jahr 1996 innerhalb weniger Sekunden.

Für Diskussionen sorgte die Fehde des Warrior gegen den Voodoo-Priester Papa Shango im Jahr 1992, bei der der Warrior vor laufenden Kameras "verflucht" wurde und sich im TV höchst theatralisch vor Schmerzen gekrümmt erbrach. Auch eine Szene, als dem "verfluchten" Ultimate Warrior während eines Interviews schwarze Farbe wie Blut aus den Haaren ins Gesicht strömte, erfreute die Medienwächter keineswegs  Ein geplantes Match zwischen den beiden wurde zunächst eher sang- und klanglos verschoben. Auch seinen  "Fluch" verlor der Ultimate Warrior einfach so ohne größere Erklärung. Als der Voodoo-Zauberer im Herbst 1992 gegen den Barbaren antreten sollte, verließ der Warrior die WWE unerwartet.   

Ultimate Warrior verschwand bis 1996 aus WWE

Von einem Tag auf den anderen verschwand der Ultimate Warrior ein paar Jahre lang aus der WWE. Insider behaupten, dass WWE-Boss Vince McMahon, der sich damals mit einem Anabolika-Skandal herumschlug, die "verdächtigen" Bodybuilder-Typen sicherheitshalber aus seinen Shows verbannte. Andere Experten machen Vertrags-Streitigkeiten mit WWE-Boss McMahon verantwortlich. 

Erst als die WWE 1996 gegen die Konkurrenzliga WCW massiv an Boden verlor, holte Vince McMahon den Warrior zurück, dessen Matches in diesem Jahr mehr von spektakulären Szenen als von großer Wrestling-Action lebten. So flüchtete Bösewicht Golddust in einem großen Match vor dem Ultimate Warrior einfach aus dem Ring, nachdem er kein Land mehr sah. Wrestling-Berichterstatter tobten über diesen Slapstick. Den Fans gefiel es. 

Charisma des Ultimate Warrior legendär

1998 hatte der Ultimate Warrior erneut eine Fehde mit Hulk Hogan. Diesmal in der damals größten Wrestling-Liga WCW. Diese Auseinandersetzung, die der Warrior in einem peinlichen Match verlor. Es bleibt unvergessen, wie Hogan es nicht schaffte, im Ring einen Mini-"Feuerball" gegen den Warrior anzuzünden. Doch diese Episode sollte seinem Ruhm nichts anhaben.  

Für die Fans bleibt der Ultimate Warrior einer der größten Wrestler aller Zeiten. Was ihm an Technik im Ring fehlte, machte er locker durch rohe Kraft und Charisma wett. Und gegenüber seiner Ausstrahlung verblassen aktuelle Top-Wrestler wie John Cena oder Daniel Bryan allemal. 

fro

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