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Unruhe vor EM: Einer-Fahrer Zeidler kritisiert Ruderverband

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Oliver Zeidler
Ruderer Oliver Zeidler (r) und Leichtathletin Christina Hering (l) zeigen mit Maskottchen Gfreidi die Medaillen der European Championships. © Christian Kunz/dpa

Einer-Fahrer Oliver Zeidler hat wenige Tage vor dem Beginn der Europameisterschaft im Rahmen der European Championships in München den Deutschen Ruderverband (DRV) kritisiert und umfassende Konsequenzen gefordert.

München - „Wenn man sich die Saisonresultate im Rudern anschaut, das ist ein Debakel. Wir sind so schlecht wie lange nicht. Die Abwärtsspirale, die 2010 angefangen hat, dreht sich immer schneller“, sagte der Weltmeister von 2019 in einem Interview des „Münchner Merkur“.

Zeidler gilt als einer der wenigen deutschen Sieganwärter bei den Ruderwettkämpfen vom 11. bis 14. August auf der ehemaligen Olympiastrecke in Oberschleißheim. Die schwindende Medaillenausbeute bei Großveranstaltungen in den vergangenen Jahren und die bisher dürftige Saison-Bilanz der DRV-Flotte bei den Weltcups in Posen und Luzern erfordern nach Einschätzung des 26-Jährigen aus Ingolstadt ein Umdenken: „Wir haben aber auch im Deutschen Ruderverband niemanden, der diese Ahnung hat vom Leistungssport. Es wird Zeit, dass da jetzt Verantwortung übernommen wird. Da muss sich was ändern.“

Zeidler: „Ohne Aufwand bekommt man nichts“

Um seine Kritik zu untermauern, verwies Zeidler auf die Entwicklung beim einstmals erfolgreichen deutschen Männer-Doppelvierer, der das Weltcup-Finale in Luzern Mitte Juli als Vorletzter im B-Finale abgeschlossen hatte. „Und was macht man dann? Der Trainer beantragt zwei Wochen Urlaub danach, und der Sportdirektor (Mario Woldt, Anm. d. Red.) genehmigt den auch noch. Es ist legitim, dass ein Arbeitnehmer einen Urlaubsantrag stellt. Aber derjenige, der ihn letzten Endes genehmigt, gehört rausgeworfen“, kommentierte er.

Darüber hinaus sei die ungenügende Sportförderung mitverantwortlich für die Misere. „Wir sind in Deutschland keine Profis, müssen aber gegen Profis antreten. Der Anspruch der Gesellschaft ist immer, dass wir möglichst viele Medaillen holen sollen. Dann muss aber auch ein entsprechendes Umdenken stattfinden. Ohne Aufwand bekommt man nichts“, sagte Zeidler. Zudem könne eine bessere Verteilung der Gelder im Rudersport und eine Änderung im Stützpunktsystem zu mehr Professionalität beitragen: „Wir müssen komplett umdenken und alles infrage stellen.“ dpa

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