„Noch nie so einen krassen Scheck gekriegt“

US-Open-Hammer: Münchner Nobody mischt Turnier auf - Er hat nicht mal einen Trainer dabei

Peter Gojowczyk überrascht bei den US Open alle. Der Münchner Qualifikant steht plötzlich im Achtelfinale des Grand Slams - und das ohne Coach.

New York - Deutschland hat mit Alexander Zverev* wieder einen Tennis-Star - doch hinter dem frisch gebackenen Olympiasieger kommt meist länger nichts. Bei den diesjährigen US Open* ist das anders. Gleich zwei deutsche Qualifikanten sorgen mächtig für Furore - einer davon kommt aus München.

Peter Gojowczyk trainiert normalerweise in Unterföhring bei München, spielt zweitklassige Challenger-Turniere. Doch in New York siegte, siegte und siegte er und steht nun im sensationell im Achtelfinale des Grand Slams - mit 32 Jahren der mit Abstand größte Erfolg seiner Karriere.

US Open: Münchner Peter Gojowczyk schreibt Geschichte - „Bin schon ein bisschen stolz“

Während andere Spieler einen ganzen Tross mitbringen, ist der gebürtiger Münchner völlig auf sich alleine gestellt, hat keinen Trainer, keinen Physiotherapeuten und nicht einmal eine Begleitperson. „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, wie ich das alles manage“, sagt Gojowczyk über seinen Coup. Das kann er auch, denn der Weltranglisten-138. spielt beherzt, aggressiv und clever.

Peter Gojowczyk präsentiert sich in Flushing Meadows in überragender Form.

Mühsam kämpfte er sich durch die Qualifikation und schlug in der Hauptrunde mit Ugo Humbert und Dusan Lajovic zwei deutlich höher platzierte Spieler. Bereits sechs Spiele hat er auf dem Buckel, darunter zwei Fünfsatz-Krimis. Nach dem Drittrunden-Sieg gegen den Schweizer Henri Laaksonen war er so entkräftet, dass er ein Interview mit Eurosport wegen zu starken Krämpfen unterbrechen musste.

US Open: Deutsche Qualifikanten Gojowczyk und Otte überraschen - Kerber und Zverev souverän

Für den Einzug in die Runde der letzten 16 streicht „Gojo“ ein Preisgeld von 265.000 Dollar ein. „Ich habe noch nie so einen krassen Scheck gekriegt“, gibt er überwältigt zu. „Das ist unglaublich, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ Mit Oscar Otte begeistert ein zweiter Qualifikant Tennis-Deutschland, der Kölner steht wie Alexander Zverev in der dritten Runde.

Bei den Damen bestätigt Angelique Kerber ihre aufsteigende Form und steht als einzige verbliebene Deutsche im Achtelfinale, dort trifft sie auf die Kanadierin Leyla Annie Fernandez. Auf Gojowczyk wartet das spanische Ausnahmetalent und Tsitsipas-Bezwinger Carlos Alcaraz, Otte muss gegen den Südtiroler Routinier Andreas Seppi ran. Zverev hat den Amerikaner Jack Sock vor der Brust. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Seth Wenig

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