Vancouver: Ude bedauert Missverständnis

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Münchens Oberbuergermeister Christian Ude und Olympia-Botschafterin Katarina Witt sprechen am 15.02.2010 auf einer Pressekonferenz in Vancouver für die Bewerbung von München als Ausrichter für die Olympischen Winterspiele 2018.

Vancouver - OB Christian Ude ist ein peinlicher Versprecher unterlaufen, als er in Vancouver Münchens Bewerbung für die Winterspiele 2018 vorstellte. Ude: "Ich bedaure dieses Missverständnis außerordentlich".

Es war wohl nur ein Versprecher, der Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Montag unterlaufen ist. Als sich am Montag in Vancouver die Bewerberstädte für die Winterspiele 2018 präsentierten, sagte er vor Journalisten, dass es auf dem Oktoberfest noch nie zu einem "major security incident" gekommen sei.

1980 sind bei einem Attentat auf der Wiesn jedoch 13 Menschen ums Leben gekommen. Vor allem die deutschen Journalisten im Saal sollen sehr verwundert geschaut haben.

Das Rathaus bestätigte heute entsprechende Presseberichte. Von einem "Missverständnis", das er "außerordentlich" bedaure, sprach Ude in einer Stellungname. Sein englisches Rede-Manuskript sei kurzfristig geändert worden. So habe er versehentlich anstatt vom Olympiapark vom Oktoberfest gesprochen.

Gemeint war wohl der Olympiapark - nicht das Oktoberfest

"Gemeint war, dass es im Münchner Olympiapark in den fast 40 Jahren seiner nacholympischen Nutzung keinen 'major security incident" gegeben habe", hieß es aus dem Rathaus.

So haben es auch die Korrespondenten der tz beobachtet, die bei der Pressekonferenz anwesend waren. Gefallen ist die Äußerung. Ude sprach die ganze Zeit aber nur über den Olympiapark, nur plötzlich fiel in dem entsprechenden Satz das Wort "Oktoberfest".

"Selbstverständlich sollte mit keinem Wort die Erinnerung an das schreckliche Wiesn-Attentat von 1980 in Frage gestellt werden", ließ Ude am Dienstag Vormittag deutscher Zeit aus Vancouver mitteilen. "Ganz im Gegenteil: Nach der würdigen Umgestaltung des Denkmals auf der Theresienwiese plant die Stadt nun zum 30. Jahrestag eine große Gedenkveranstaltung, mit der die Hintergründe des Attentats beleuchtet und der Opfer gedacht werden soll."

Die Wiesn - Ein Blick hinter die Kulissen

So haben Sie die Wiesn noch nie gesehen

Hinter den Kulissen der Wiesn
Puh, ist das hier eng! Lisa S. (30, v. li.), Michaele P. (27), Franziska S. (20) und Victoria E. (24) kommen beim Anprobieren ihrer Arbeits-Dirndl ins Schwitzen. © Westermann
Vor der Tür warten 177 andere Männer und Frauen, die in den kommenden zwei Wochen im Hippodrom als Bedienung arbeiten. © Westermann
Hier läuft das Prozedere so: Ein Dirndl kaufen die Mädls ihrem Arbeitgeber ab, eines leihen sie sich. Den Geldbeutel bringt das Personal selbst mit, Seidentücher und eine Tasche stellt Wirt Sepp Krätz. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Abwasser marsch! Der Kanal unter der Theresienwiese ist mannshoch – Platz genug für 6 Millionen Liter Bier © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Pro Zelt führen im Schnitt drei Abwasserleitungen hinab in den Kanal, der bereits seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts direkt unter der Wirtsbudenstraße durchläuft. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Fahrer Sigi Hof pumpt das Wiesn-Bier mit Hochdruck vom Laster in die Zelte. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Er hatte alle Hände voll zu tun, um die 15 Tanks im Löwenbräu- und die zehn Tanks im Schützenfestzelt zu befüllen. In einen Tank passen 5000 Liter, das Befüllen dauert pro Tank eine halbe Stunde. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Für den Blumenschmuck an den Wagen und Kutschen von Spaten und Löwenbräu ist Chefgärtner Rudolf Lampertsdörfer verantwortlich. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Hier werden die Wagen geschmückt, Kränze gebunden und mit kilometerlangem Draht an den Kutschen befestigt. Da wird jede Hand gebraucht – sogar Brauerei-Azubi Anne Böhm hilft mit. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die Wirtefamilie Haberl hat ihr Stüberl in der Ochsenbraterei im Stil einer bayerischen Almhütte eingerichtet. Hermann Haberl übt für seinen Trompeten-Auftritt. Mit Guter Mond bläst er der Wiesn jedes Jahr das Licht aus. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
In seinem Ruheraum genehmigt sich Hermann Haberl eine künstlerische Pause. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Zu Gast im Büro der Wiesnchefin Gabriele Weishäupl. Manchmal muss sie etwas lauter werden... © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Das Büro der Wiesnchefin. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die Augustiner-Brauerei ist die einzige, die auf der Wiesn noch aus Holzfässern ausschenkt. Hinter jeder der vier Schänken ist eine Kühlzelle, in der 50 bis 60 200-Liter-Hirschen bei maximal 2 Grad lagern. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Bei den lebendigen Geistern muss erst mal dick Schminke aufgetragen werden. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die neue Wolpertinger-Bar im Armbrustschützenzelt. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Aus dem Weg! Die gelbe Banane oder Fahrtrage, wie sie offiziell heißt, kennt jeder Wiesn-Besucher. Über 1800 Mal raste sie vergangene Wiesn zur Zentrale des Roten Kreuzes. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Von innen jedoch haben die meisten Gäste die Trage mit der gelben Plane zum Glück noch nicht gesehen. Das kleine Guckfenster öffnen die Sanitäter nur, wenn sie mit den betrunkenen oder verletzten Patienten sprechen oder sie beobachten müssen. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
In der BRK-Wiesn-Zentrale stehen zehn der gelben Bananen, die in der Regel von vier Männern durch das Getümmel gefahren wird. Während der zwei Wochen arbeiten hier über 1500 ehrenamtliche Helfer, die meisten nur für einen Tag. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Das Weinzelt ist gerüstet: Im Wein- und Champagnerlager warten hunderte Flaschen darauf, geköpft zu werden – und täglich wird nachgeliefert. Ab heute schultern die Kellner wieder XXL-Flaschen – Weinzelt-Wirt Roland Kuffler hebt schon mal ein 9-Liter-Examplar Probe. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die Sattlerei von Spaten-Löwenbräu ist eine Schatzkammer. Geschirre für 56 Pferde lagern hier – jeder Riemen ist handgenäht, jeder Beschlag in reiner Handarbeit gefertigt. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Sattler Wolfgang Zengerle hat die letzten Tage Geschirre für 33 Pferde gefettet und auf Hochglanz poliert. Das neueste Geschirr hat die Brauerei in den 80er-Jahren gekauft. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Wiggerl Hagn beim „Probe-Grillen“. Der Wirt vom Löwenbräuzelt hat sich in einen Hendlgrill gequetscht. Wo er reinpasst, haben auch 49 Hendl Platz. Auf der Rückseite gehen noch mal 49 hinein. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Wo erholt sich ein Wiesn-Polizeibeamter von Taschendieben, Betrunkenen und Schlägereien? Im eigenen Biergarten! Im Innenhof des Behördenhofs hat die Wiesn-Wache ein eigenes lauschiges Plätzchen. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Vergangenes Jahr durchliefen 669 Personen die drei Einzelzellen und die über 20 Quadratmeter große Sammelzelle, die bis zu 15 Personen fasst. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Darin wartet eine Holzliege, teils mit Matratze, und eine einfache Toilette. Nach spätestens zwei Stunden Aufenthalt kommen die Gefangenen ins Präsidium in die Ettstraße. © Westermann

Zur Sprache kam auf der Pressekonferenz auch das Attentat während der Olympischen Spiele 1972 in München, bei dem die palästinensische Terrorgruppe "Schwarzer September" elf Sportler der israelischen Mannschaft tötete. "Wir haben unsere Lektion gelernt", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gegenüber den Journalisten. "Geschichte wiederholt sich nicht."

Kolja Kröger

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