Fußballverein aus Bad Cannstatt

VfB Stuttgart: Gründung, Erfolge, Stadion – alle Infos

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht vor dem Spiel im Stadion
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Pellegrino Matarazzo, aktueller Cheftrainer des VfB Stuttgart 1893

Seit 2020 mischt der VfB Stuttgart wieder in der 1. Liga mit.

  • Der VfB Stuttgart gehört zu den Gründungsmitgliedern der Fußball Bundesliga
  • Insgesamt konnte der Verein bisher fünfmal Deutscher Meister werden
  • Auf der ewigen Tabelle der Bundesliga steht der VfB auf dem 5. Platz

Stuttgart – Der VfB Stuttgart ist mit mehr als 70.000 Mitgliedern der zehntgrößte Sportverein Deutschlands. Dafür ist natürlich vor allem die Fußballmannschaft des Vereins verantwortlich. Diese spielte bis auf wenige Ausnahmen seit der Gründung der Bundesliga immer erstklassig. Zuhause ist die Elf in Bad Cannstatt in der Mercedes-Benz Arena.

VfB Stuttgart: Die Gründung und Geschichte des südwestdeutschen Traditionsvereins

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erfreute sich Fußball im heutigen Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt großer Beliebtheit. Um 1900 gab es bereits etwa 30 kleinere Fußballvereine in der Stadt. Zwei von ihnen, der Cannstatter Kronen-Club und der Fußballverein Stuttgart 1893, fusionierten 1912 zum Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893, dem heutigen VfB. Mit vereinten Kräften schaffte es die neue Mannschaft des VfB Stuttgarts in die neu gegründete Südkreisliga aufzusteigen. Dabei handelte es sich damals um die höchste Spielklasse in Deutschland. Dieses Niveau konnten die Stuttgarter auch in den nächsten Jahrzehnten halten. Umbrüche und die beiden Weltkriege ließen jedoch nicht immer einen geregelten Spielbetrieb zu.

Nach dem zweiten Weltkrieg gehörte der VfB Stuttgart zu den Gründungsmitgliedern der süddeutschen Oberliga. Die 50er Jahre waren die erfolgreichsten der Vereinsgeschichte. Mehrmals spielte die Stuttgarter Elf hier um den deutschen Titel und konnte diesen auch erringen. Dementsprechend war der Verein auch 1963 bei der Gründung der Bundesliga dabei. Weil dem VfB Stuttgart der Übergang zum professionellen Berufsfußball jedoch nur langsam gelang, konnte er seine Stellung zuerst nicht halten.

VfB Stuttgart: Die wichtigsten Erfolge und Titel in der Vereinsgeschichte

In seiner mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte konnte der VfB Stuttgart zahlreiche Erfolge für sich verbuchen. In den 30er Jahren wurde der Verein fünfmal Württembergischer Meister. 1935 konnte sich die Elf bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft spielen, unterlag dort jedoch dem FC Schalke 04. Den Titel des Deutschen Meisters konnte der VfB erstmals 1950 für sich beanspruchen. 1952 folgte der zweite Meistertitel. 1953 unterlag der Verein wieder im Finalspiel und wurde Vizemeister.

Seit der Einführung der Bundesliga in ihrer heutigen Form konnte der VfB Stuttgart folgende Erfolge erringen:

  • Deutscher Meister: 1984, 1992, 2007
  • Deutscher Vizemeister: 1979, 2003
  • Meister der 2. Bundesliga: 1977, 2017

Den DFB-Pokal entschied der VfB Stuttgart insgesamt dreimal für sich: 1954, 1958 und 1997. Auf internationaler Ebene waren die größten Erfolge der Einzug ins UEFA-Pokal-Finale 1989 sowie drei Siege im UI-Cup (2000, 2002, 2008). Qualifikationen für die Champions League verliefen hingegen weitgehend erfolglos. Hier war immer spätestens nach dem Achtelfinale Schluss für die Stuttgarter Elf.

VfB Stuttgart in der ewigen Tabelle der Fußballbundesliga

Aufgrund der langjährigen Zugehörigkeit zur ersten Liga belegt der VfB Stuttgart in der Ewigen Tabelle den 5. Platz. Bisher stieg der Verein insgesamt dreimal in die 2. Bundesliga ab. Der erste Fall in die 2. Liga fand am Ende der Saison 1974/75 statt. Im folgenden Jahr landete der VfB in der zweiten Liga nur im Mittelfeld. Bereits 1976/77 gelang mit einem neuen Trainer und einer jungen Elf bereits wieder der Aufstieg als Meister der 2. Liga.

Nachdem dem VfB Stuttgart in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 nur mit Mühe der Klassenerhalt gelang, folgte 2015/16 der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dank umfangreicher Neustrukturierungen gelang 2016/17 aber sofort der Wiederaufstieg als Meister der 2. Liga. Während die Saison 2017/18 zufriedenstellend verlief, schwächelte der VfB 2018/19 erneut. Am Ende stand der Verein auf dem 16. Tabellenplatz und musste in die Relegation gegen den 1. FC Union Berlin. Nach zwei Unentschieden stiegen die Stuttgarter aufgrund der Auswärtstorregel erneut ab. 2019/20 gelang allerdings ebenfalls der direkte Wiederaufstieg als Tabellenzweiter der 2. Liga.

VfB Stuttgart Stadion: Die Mercedes-Benz Arena

Während der VfB Stuttgart in den ersten Jahrzehnten nach seiner Gründung oft ohne tauglichen Fußballplatz auskommen musste, fand die Elf später in der heutigen Mercedes-Benz Arena ihr Zuhause. Das Stadion wurde 1933 für das Deutsche Turnfest in Stuttgart erbaut. Der Arbeitstitel der Architekten lautete Stuttgarter Kampfbahn. Eröffnet wurde es aber als Adolf-Hitler-Kampfbahn. Nach Ende des zweiten Weltkriegs benannten die amerikanischen Besatzer die Arena in Century Stadium um. 1949 erhielt sie schließlich ihren langjährigen, heute umgangssprachlich noch immer gebräuchlichen Namen Neckarstadion. 2008 wurde die Spielstätte zu einem reinen Fußballstadion umgebaut und trägt seitdem den Namen Mercedes-Benz-Arena.

Die Mercedes-Benz Arena liegt im Neckarpark im Stadtteil Bad Cannstatt in direkter Nähe zu den Cannstatter Wasen. Im Südosten schließt sich das Vereinsgelände des VfB Stuttgarts mit mehreren Trainingsplätzen und dem Robert-Schlienz-Stadion an.

Durch kontinuierlichen Aus- und Umbau fasst die Mercedes-Benz Arena heute gut 60.000 Zuschauer bei etwa 50.000 Sitz- und 10.000 Stehplätzen. Neben den Heimspielen des VfB Stuttgarts werden im Stadion auch internationale Begegnungen ausgetragen. Außerdem finden hin und wieder Konzerte statt.

VfB Stuttgart Trainer: Diese Persönlichkeiten führten die Stuttgarter zum Erfolg

In seiner mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte hatte die erste Mannschaft des VfB Stuttgart bereits mehr als 60 verschiedene Trainer. Gerade in Krisenzeiten versuchte in einer Saison oft mehr als nur ein Cheftrainer, den Verein vor dem Abstieg zu bewahren. Folgende Trainer führten die Stuttgarter Elf zu bedeutenden Erfolgen:

TrainerZeitraumErfolge
Georg Wurzer (*31.01.1907; †1982)1939 – 1960Deutscher Meister (1950, 1952), Deutscher Vizemeister (1953), DFB-Pokalsieger (1954, 1958)
Jürgen Sundermann (*25.01.1940)1976 – 1979, 1980 – 1982, 1995Meister 2. Bundesliga (1977), Deutscher Vizemeister (1979), UEFA-Pokal Halbfinale (1980)
Helmut Benthaus (*05.06.1935)1982 – 1985 Deutscher Meister (1984)
Arie Haan (*16.11.1948)1987 – 1990UEFA-Pokal Finale (1989)
Christoph Daum (*24.10.1953)1990 – 1993Deutscher Meister (1992), Deutscher Supercup (1992)
Joachim Löw (*03.02.1960)1996 – 1998DFB-Pokalsieger (1997), DFB-Ligapokal Finale (1997, 1998), Europapokal Finale (1998)
Ralf Rangnick (*29.06.1958)1999 – 2001UI-Cup-Sieger (2001)
Felix Magath (*26.07.1953)2001 – 2004Deutscher Vizemeister (2003)
Armin Veh (*01.02.1961)2006 – 2008, 2014Deutscher Meister (2007), DFB-Pokal Finale (2007), UI-Cup-Sieger (2008)
Thomas Schneider (*24.11.1972)2013 – 2014DFB-Pokal Finale (2013)
Hannes Wolf (*15.04.1981)2016 – 2018Meister 2. Bundesliga (2017)

Aktueller Cheftrainer des VfB Stuttgarts ist seit Anfang 2020 Pellegrino Matarazzo (*28.11.1977).

VfB Stuttgart Vereinsfarben und Trikots

Die Vereinsfarben des VfB Stuttgarts sind seit jeher Rot und Weiß. Das spiegelt sich auch in den Trikots der Spieler wider. Die Bekleidung für Heimspiele ist weiß mit roten Akzenten. Die Auswärtstrikots sind genau umgekehrt gestaltet, nämlich rot mit weißen Akzenten. Als Alternativ steht außerdem eine Variante in Schwarz-Weiß oder Schwarz-Rot zur Verfügung.

Das Stuttgarter Vereinswappen besteht in seiner heutigen Form bereits seit 1949. Es setzt sich zusammen aus der Frakturschrift „VfB“ über dem Gründungsjahr 1893 und drei Hirschstangen, dem Symbol Württembergs. 1994 und 1998 modernisierte der Vorstand des VfB Stuttgarts das Wappen, indem er die Frakturschrift begradigte und „1893“ durch „Stuttgart“ ersetzte. Die Fans des Vereins forderten jedoch das alte Design zurück. Aufgrund einer Unterschriftenaktion kehrte der VfB nach einer Abstimmung auf der Mitgliederversammlung 2013 wieder zum alten Wappen von vor 1994 zurück.

VfB Stuttgart auf dem Transfermarkt: Das sind die Top-Transfers des Vereins

Verglichen mit anderen Top-Vereinen setzt der VfB Stuttgart wenig auf teure Einkäufe von Spitzenspielern. Auf dem Transfermarkt hält sich der Verein eher zurück. Er verstärkt seinen eigenen Nachwuchs gezielt mit Spielern für moderate Ablösesummen. Die teuersten Einkäufe in der Vereinsgeschichte waren:

SpielerPositionSaisonAlter VereinAblösesumme
Ozan Kabak (*25.03.2000)Innenverteidiger2018/19Galatasaray, Istanbul11 Mio. €
Pablo Maffeo (*12.07.1997)Rechter Verteidiger2018/19Manchester City9 Mio. €
Nicolás González (*06.04.1998)Linksaußen2018/19Argentinos Juniors8,5 Mio. €
Zdravko Kuzmanovic (*22.09.1987)Mittelfeld2009/10AC Florenz8 Mio. €
Silas Wamangituka (*06.10.1999)Rechtsaußen2019/20Paris FC8 Mio. €

Während der VfB Stuttgart kaum teure Einkäufe tätigt, hat der Verein schon mehrere Spieler für hohe Ablösen verkauft:

SpielerPositionSaisonNeuer VereinAblösesumme
Benjamin Pavard (*28.03.1996)Rechter Verteidiger2019/20Bayern München35 Mio. €
Mario Gómez (*10.07.1985)Stürmer2019/20Bayern München30 Mio. €
Ozan KabakInnenverteidiger2019/20FC Schalke 0415 Mio. €
Aleksandr Hleb (*01.05.1981)Mittelfeld2005/06FC Arsenal15 Mio. €

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