Volleyball-Endrunde nicht im TV

Es war WM - und keiner wusste es

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Josef Köck, ­Ex-Manager der Hachinger Volleyballer.

München - Deutschland hat bei der Volleyball-WM in Polen für ein kleines Herbst-Märchen gesorgt und sensationell Platz 3 erreicht. Doch im Fernsehen war das nicht zu sehen. Josef Köck, ­Ex-Manager der Hachinger Volleyballer, zeigt sich in der tz-Expertenkolumne empört.

Max Guenthör (l.) und Sebastian Schwarz bejubeln den dritten Platz der deutschen Mannschaft.

Wie sich die Nationalmannschaft bei der WM in Polen präsentiert hat, war beeindruckend! Mit Schwarz, Tille, Böhme, Günthör und Kaliberda waren auch fünf ehemalige Spieler aus Unterhaching dabei. Das einzig Traurige an der Geschichte: Es war WM und keiner wusste es! Der Verband, die Liga und die regionalen Verbände haben im Vorfeld in der Kommunikation viel zu wenig getan, um das Turnier zu promoten. Letztendlich muss sich die Kommunikation bis ganz unten in den letzten Verein durchziehen. Das hat nicht stattgefunden – und das ist unprofessionell! Wir haben riesige Mitgliederzahlen im Volleyball, aber hinken immer hinterher. Auf der Internetseite der Liga war lange so gut wie nichts zu lesen. So etwas muss verbreitet werden! Und da müssen alle mithelfen. Wenn nämlich die TV-Verantwortlichen gute Einschaltquoten haben, übertragen sie auch. Schade, dass man das nicht geschafft hat.

Was sich allerdings rund ums Halbfinale abgespielt hat, war einfach nur noch peinlich. Da heißt es erst, Sport1 überträgt das Spiel gegen die Polen, dann ist es kurzfristig aus lizenzrechtlichen Gründen doch nicht mehr möglich – und der Livestream auf sportdeutschland.tv ist in der Folge so überlastet, dass einige gar nichts sehen können. In anderen Ländern funktioniert es doch auch. Zum Beispiel in Polen, da sind die Hallen ständig voll, beim Eröffnungsspiel waren 60 000 Zuschauer vor Ort. Dort wird das auch entsprechend gefördert, da werden Hallen gebaut.

Dahin wollen wir natürlich auch kommen, aber das ist ein langer Prozess. Am wichtigsten ist es jetzt, den Erfolg – die beste Leistung eines deutschen Teams seit 44 Jahren – zu nutzen. Da ist die Liga gefordert. Was war denn 2012? Bei Olympia in London holten Julius Brink und Jonas Reckermann im Beachvolleyball Gold. Und was war danach? Gar nichts. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen den Schwung diesmal mitnehmen.

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