Ex-Manager in München operiert

„Warum sagt man den Schumacher-Fans nicht einfach die Wahrheit?“

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Willi Weber (r.) 2001 mit Michael Schumacher.

Willi Weber, der 75-jährige Ex-Manager von Formel-1-Legende Michael Schumacher, ist in München operiert worden. Er erhebt zudem Vorwürfe.

Beim Blick auf die eigenen Röntgenbilder würde es vielen Patienten eiskalt den Rücken herunterlaufen, doch Willi Weber (75) nimmt’s mit Humor: „Schrauben, Stangen, ein Metallkäfig – Wahnsinn, was alles in mir drinsteckt! Jetzt fehlen nur noch Hammer und Meißel, dann habe ich eine ganze Werkstatt im Kreuz.“

Wirbelsäulen-Spezialist Dr. Kirgis mit Schumis Ex-Manager Willi Weber.

Dass der 75-jährige Ex-Manager von Formel-1-Legende Michael Schumacher heute wieder lachen kann, ist keinesfalls selbstverständlich. Denn in den letzten Jahren hatte er nicht nur „sakrische Schmerzen“, sondern auch noch großes Pech: Gleich zwei Mal gingen Operationen an seinem ­Rücken in die Hose – Ärzte-Pfusch! Erst im dritten Anlauf kam Weber wieder auf die Beine: Dem Münchner Wirbelsäulen-Spezialisten Dr. Alexander Kirgis gelang es, den angerichteten Schaden in einer aufwendigen OP zu reparieren.

Zuvor hatte sich Weber in Frankfurt unters Messer gelegt, um eine Zyste an der Wirbelsäule entfernen zu lassen. „Dabei wurden Nerven geschädigt“, erinnert sich Weber im tz-Gespräch. „Also ließ ich mich in Stuttgart nachoperieren, doch das endete im Super-GAU. Es wurde offenbar zu viel Knochenmaterial entfernt.“ Die Folge: eine gravierende Instabilität zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbelkörper. „Es kam zum Wirbelgleiten“, berichtet Dr. Kirgis. „Dabei ist der vierte Lendenwirbel über den fünften gerutscht und hat auf die Nerven im Wirbelkanal gedrückt.“

„Schrauben, ­Stangen, ein Metallkäfig – Wahnsinn, was alles in mir drinsteckt!“, scherzt Willi ­Weber nach der Operation bei Dr. Kirgis.

In der Sendlinger OCM-Klinik nahm Dr. Kirgis eine so genannte Versteifungsoperation vor. Dabei hat er den instabilen Abschnitt der Wirbelsäule mit einem System aus Stäben und Schrauben gefestigt. Als Ersatz für die defekte Bandscheibe setzte er einen Cage aus Titan ein — zu Deutsch Käfig. Unter Medizinern ist Cage der englische Fachbegriff für einen Abstandshalter zwischen zwei Wirbelkörpern. Der Eingriff, bei dem sowohl vom Rücken als auch vom Bauchraum aus operiert wurde, dauerte dreieinhalb Stunden. „Derzeit erhole ich mich in Stuttgart, demnächst werden die Fäden gezogen“, berichtet Weber. „Es tut zwar noch weh, aber es wird jeden Tag besser.“

Mit seinem Arzt Dr. Kirgis redet Weber auch über den Automobil-Rennsport. „Das passt gut“, sagt er lachend, „denn der Formel 1 geht es momentan wie meinem Rücken – schlecht.“ Seit die Königsklasse des Motorsports von US-Investoren regiert wird, fehle es ihr an Spannungsmomenten. „Die Formel 1 ist doch nur noch eine Mickey-Maus-Show, nix anderes. Der Sport ist zweitrangig geworden.“

„Warum sagt man den Schumacher-Fans nicht einfach die Wahrheit?“

Hart ins Gericht geht Weber auch mit der Familie seines früheren Schützlings Schumacher, der seit seinem schweren Skiunfall am 29. Dezember 2013 von der Öffentlichkeit abgeschottet wird. „Ich finde es sehr schade, dass Michaels Fans nichts über seinen Gesundheitszustand erfahren. Warum sagt man ihnen nicht einfach die Wahrheit?“ 

Was über Schumachers Gesundheitszustand bekannt ist, lesen Sie hier.

Andreas Beez

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