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Wimbledon: Geschichte, Rekordsieger, Preisgelder – alle Infos zum Tennis-Turnier in London

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Wimbledon findet in der Regel einmal jährlich im Frühsommer statt © Victoria Jones / dpa/PA Wire

Bei den Wimbledon Championships findet sich über zwei Wochen die Tennis-Elite der Welt ein. Es ist das älteste Tennisturnier der Welt und wird als einziges auf dem Rasen gespielt.

London – Im Jahr 2021 findet vom 28. Juni bis 11. Juli das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt statt: So werden die Wimbledon Championships bezeichnet. Der Wettbewerb blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück und es gingen bereits zahlreiche Rekordsieger aus ihm hervor.

Wimbledon: Geschichte und Hintergründe

Im Londoner Wimbledon-Stadion finden einmal im Jahr die Lawn Tennis Championships statt, im Volksmund als Wimbledon Championships bekannt. Erstmals war das im Juli 1877 der Fall. Die Geschichte des berühmten Tennisturniers begann mit einer defekten Rasenwalze. Auf einem Spielgelände an der Londoner Worple Road im Stadtteil Wimbledon sollte diese ersetzt werden. Um das dafür notwendige Geld zu erwirtschaften, organisierten die Verantwortlichen ein Turnier, dessen Eintrittsgelder die neue Walze finanzieren sollten.

An dem Wettbewerb nahmen in den ersten Jahren ausschließlich Männer teil. Frauen sind seit 1884 im Einzelspiel zugelassen. Seit 1913 finden Damen- sowie gemischte Doppel in Wimbledon statt.

Der heutige Veranstaltungsort an der Church Road wurde 1922 eingeweiht. Das eigens für das Turnier errichtete Stadion bietet Platz für 15.000 Zuschauer.

Das Turnier zog zahlreiche Zuschauer an und der erste Veranstaltungsort entwickelte sich zu einem Anziehungspunkt für Tennisfans. Heute ist Wimbledon nicht zuletzt auch ein TV-Ereignis. Erstmals im Fernsehen übertragen wurden die Spiele im Jahr 1937.

Einmal im Laufe der Geschichte des traditionsreichen Turniers fand es nicht statt: Die Spiele im Juli 2020 sagten die Veranstalter aufgrund der Corona-Pandemie ab.

Wimbledon: Traditionen im Laufe der Geschichte

Wimbledon hebt sich aufgrund zahlreicher Faktoren von anderen Tennisturnieren ab, um seinen speziellen, traditionellen Anstrich zu bewahren. So müssen die Spieler zu 90 Prozent weiße Bekleidung tragen. Am ersten Turniersonntag ist grundsätzlich spielfrei. Untrennbar mit dem Veranstaltungsort verbunden sind Erdbeeren mit Sahne, die das Publikum während der Spiele verzehrt.

Die Siegerehrung ist in der Regel Edward II., Duke of Kent vorbehalten, einem Cousin von Königin Elisabeth II. Er übt diese Rolle in seiner Funktion als Präsident des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs aus, der das Turnier veranstaltet.

Im Laufe der Geschichte von Wimbledon wurde die Zeremonie mehrfach von anderen Mitgliedern der britischen Königsfamilie vorgenommen. Königin Elisabeth II. überreichte die Trophäe in den Jahren 1957 und 1962. Von 1969 bis 2001 übertrug der Duke of Kent seine Aufgabe an seine Frau, Katharine, Duchess of Kent. Sie zog sich 2001 aus dem öffentlichen Leben zurück, sodass Edward seitdem wieder für die Siegerehrung zuständig ist.

Von Beginn des Turniers an bis zum Jahr 2003 war es üblich, dass die Gewinner ihren Respekt vor den Royals bekundeten: Damen zeigten dies durch einen Knicks, Herren durch eine Verbeugung.

Die britische Königsfamilie gehört zu den festen Besuchern von Wimbledon. Diese Tatsache geht zurück auf das Jahr 1907. König Georg V. war in diesem Jahr als erstes Mitglied der britischen Royals Besucher am Centre Court, der Rasenfläche und dem Schauplatz des Turniers. Im Jahr 1922 errichtet man eine eigene Lounge mit 74 Plätzen für die royalen Zuschauer. Sie ist bis heute ihnen sowie Politikern, Sportlern und weiteren prominenten Gästen vorbehalten.

Wimbledon heute: Regeln und Turniere

Das Tennisturnier findet überwiegend auf drei Plätzen statt: dem Centre Court, Court No. 1 und Court No. 2. In den ersten Runden werden darüber hinaus eine Reihe von kleineren Plätzen bespielt.

Im Verlauf des Matches finden Herren- und Damen-Einzel- sowie -Doppelspiele statt. Dazu kommen gemischte Doppel, „Mixed“ genannt, und Nachwuchsturniere. In den Einzelspielen stehen jeweils 128 Damen und Herren auf der Spielerliste. Bis 2018 hatte die Damenriege noch 96 Plätze. Sie wurden 2019 aufgestockt. Im Doppel treten 64 Paare gegeneinander an.

Ebenfalls im Jahr 2018 fand die letzte Doppelqualifikation statt. Sie gehörte lange Zeit zu den Besonderheiten des Wimbledon-Turniers: Es war zu dieser Zeit das einzige, in dem diese noch Tradition hatte. Seitdem spielt man im Einzel- sowie im Doppel ab der letzten Runde im „Best-of-five“-Format: Es gewinnt, wer drei Sätze für sich entscheidet.

Wimbledon: Die Rekordsieger der Damen und Herren im Überblick

Zahlreiche Spieler traten in der Geschichte von Wimbledon mehrfach an und gewannen das Tennisturnier häufiger als einmal.

Bei den Damen befindet sich Martina Navratilova an erster Stelle der Rekordsiegerinnen. Sie holte neunmal den Sieg, darunter in jedem Jahr von 1982 bis 1978. Damit hält sie die den Rekord der längsten Siegserie in Folge.

Die weiteren Mehrfachgewinnerinnen sind:

Auch viele männliche Spieler holten mehrfach den ersten Platz in Wimbledon. Dies sind die Rekordsieger der Herren:

Die Sieger des Herren-Einzels erhalten den 44 Zentimeter hohen Challenge-Cup, für die Damen liegt der Rosewater Dish bereit. Der Präsentierteller aus Silber hat einen Durchmesser von 48 Zentimetern und stammt aus dem Jahr 1864.

Wimbledon: Rekord-Serien

Die längste Serie in Folge gewann bei den Herren der Brite William Renshaw in den Jahren 1881 bis 1886. Dieser holte gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Ernest außerdem fünfmal den Sieg im Doppelfinale.

Drei Siege in Folge sicherte sich 1934, 1935 und 1936 Fred Perry. Er sollte über viele Jahre der letzte britische Gewinner von Wimbledon sein. Erst im Jahr 2013 sicherte sich erneut ein Spieler aus Großbritannien die Trophäe des Tennisturniers: der Schotte Andy Murray.

Wimbledon: Preisgelder

Den Teilnehmern von Wimbledon winken hohe Preisgelder. Bereits in der ersten Runde werden sechsstellige Summen ausgeschüttet. Wer es bis ins Finale schafft, verbucht Millionenbeträge. Im Jahr 2018 erhielten die Sieger eine Summe von rund 2,5 Millionen Euro. Ein Jahr später wuchsen die Prämien auf circa 2,6 Millionen Euro an.

Das Tennisturnier hat seine Preisgelder im Laufe der Geschichte sukzessive erhöht. Allein von 2012 bis 2019 verzeichnete man eine Verdoppelung. Seinerzeit erhielten die Sieger knapp 1,3 Millionen Euro.

Wimbledon: Der Centre Court

Der Haupt-Tennisplatz im Wimbledon-Stadium wird als Centre Court bezeichnet. Er wird ausschließlich während der zwei Wochen des Tennisturniers bespielt. Seinen Namen erhielt er aufgrund seiner Lage: Bis ins Jahr 1921 befand sich der Rasen in der Mitte aller weiteren Tennisplätze an der Londoner Worple Road, dem ehemaligen Veranstaltungsort von Wimbledon. Nach dem Umzug in die Church Road, dem heutigen Stadion-Standort, wurde der Name beibehalten.

Der Veranstalter des Wettbewerbs, der All England Lawn Tennis and Croquet Club, gab im Jahr 2007 eine Renovierung des Wimbledon-Stadions in Auftrag. Von 2007 bis 2009 wurde der Centre Court umgebaut und auf seine heutige Kapazität von 15.000 Plätzen erweitert. Das Dach wurde saniert und lichtdurchlässig gemacht. Es lässt sich innerhalb von zehn Minuten öffnen und schließen.

Der zweitgrößte Platz auf dem Veranstaltungsgelände ist der No. 1 Court an der Nordseite des Centre Court mit 11.429 Plätzen. Auch er verfügt über ein verschließbares Dach. Eröffnet wurde er am heutigen Standort im Jahr 1997.

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