Witali Klitschko im tz-Interview: "Meine Frau hat Angst um mich"

Schön und stark: Natalie und Witali Klitschko
+
Schön und stark: Natalie und Witali Klitschko

Berlin - Mehr als 1400 Tage nach seinem letzten Kampf kehrt Witali Klitschko heute Abend auf die Bühne des Schwergewichtsboxens zurück.

Gegen Samuel Peter kämpft der ältere der beiden Klitschko-Brüder um den Titel des WBC-Weltmeisters. Das tz-Interview:

Witali, könnte die lange Pause ein Problem werden?

Klitschko:Nein. Ich bin in den vier Jahren nicht schwächer, sondern stärker geworden. Vor allem mental. So einen starken Gegner hatte Peter noch nie.

Umgekehrt: Ist er nach Lennox Lewis ihr stärkster Gegner?

Klitschko:Kann gut sein, ja.

Was ist, wenn Sie im Ring bemerken sollten: Hoppla, der ­Peter ist doch stärker als ich?

Klitschko:Diese Gedanken habe ich nie. Ich bin ein Fachmann, kein Anfänger. Ich weiß, was ich tue. Ich denke nur an einen Sieg. Wer zweifelt, gewinnt nie.

Das sagen die Gegner auch...

Klitschko:Aber ich sehe in ihren Augen, was sie wirklich denken. Die Augen sind die Spiegel der Seele. Man sieht, wie nervös jemand ist.

Sind Sie nervös? Ihr Gegner ist immerhin fast 10 Jahre jünger…

Klitschko:Schauen Sie: Auch Lance Armstrong gibt gerade sein Comeback. Und warum haben die Schwergewichtler ihre beste Zeit mit über 30? Wegen der Erfahrung. Beim Maske-Comeback haben alle gesagt: Er macht einen Riesen-Fehler, er hat 10 Jahre nicht geboxt. Anders als Hill. Aber ich habe immer gesagt: Man weiß nicht, was besser ist: 10 Jahre durchboxen oder die Pause. Mir haben die vier Jahre gut getan.

Gibt es einen K.O.?

Klitschko:Ich bin bereit für zwölf Runden. Aber wenn ich bei meinem Gegner einen Fehler finde, werde ich alles tun, den Kampf vorzeitig zu beenden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kampf vorzeitig endet, ist ziemlich hoch.

Wie wichtig war das Geld?

Klitschko:Wenn nur das Geld die Motivation ist, wird man nie Erfolg haben. Immerhin setze ich meine Gesundheit, mein Leben aufs Spiel. Nur fürs Geld würde ich das niemals tun.

Sie hatten im Trainingslager auch Besuch von ihrer Familie…

Klitschko:Ja, und wissen sie was? Mein Junge Egor hat jetzt mit acht Jahren seinen ersten Fallschirmsprung gemacht! Meine Frau hat deswegen sehr geschimpft. Mittlerweile hat sie sich aber wieder beruhigt.

Warum sind Sie selbst nicht gesprungen?

Klitschko:Ich wäre gerne, aber Fritz hat es nicht erlaubt. Erst nach dem Kampf.

Ihre Frau hat es ganz schön schwer mit Ihnen. Über Ihr Comeback war sie auch nicht gerade begeistert…

Klitschko:Ich möchte nicht als Macho erscheinen, aber wenn wir diskutieren, dann muss einer ein Schlusswort sagen. Und wenn es um meine Karriere geht, bin das ich.

Macht sie sich Sorgen?

Klitschko:Ja, sie hat Angst. Sie kennt meine Fähigkeiten, aber sie hat Angst vor einer Verletzung.

Wird sie in der Halle sein?

Klitschko:Ja. Sie ist nervös, wie jede Frau. Aber sie hält das aus.

Sind Sie froh, einer von zwei Klitschkos zu sein?

Klitschko:Das ist ein riesiger Vorteil! Und wenn uns die Fans verwechseln ist das doch ein schönes Kompliment für mich. Immer wenn mein Bruder Geburtstag hat, dann schicke ich Blumen – an meine Mutter. Ich bedanke mich bei ihr. Denn ohne meinen Bruder wäre mein Leben so langweilig.

Bleibt es dabei, dass Sie nie gegeneinander boxen werden?

Klitschko (lacht): Wenn es keine anderen Gegner mehr gibt, dann vielleicht. Aber ich möchte nicht verprügelt werden. Wladimir ist einfach zu stark.

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Görges über US Open-Verzicht: "Würde mich nicht wohl fühlen"
Görges über US Open-Verzicht: "Würde mich nicht wohl fühlen"
Vier Triple-Asse für Flick: Coach setzt auf Barça-Kenner
Vier Triple-Asse für Flick: Coach setzt auf Barça-Kenner
Hallensportarten mit oder ohne Zuschauer?
Hallensportarten mit oder ohne Zuschauer?
Playoffs ohne Wagner und Bonga - Theis mit starker Leistung
Playoffs ohne Wagner und Bonga - Theis mit starker Leistung

Kommentare