Hat sein eigenes Team die WM verschenkt?

WM-Frust! Kubica geht auf BMW los

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Robert Kubica geht auf BMW los.

So kennen wir BMW-Star Robert Kubica. Nie nimmt er ein Blatt vor den Mund.

Drei Tage vor dem Großen Preis von China geht der Pole jetzt auf seinen Arbeitgeber los. Kubica, der zwei Rennen vor Ende der WM mit zwölf Punkten Rückstand auf WM-Leader Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) noch theoretische Chancen auf den Titel hat, ätzt in einem Interview mit auto, motor & sport: „Seit einiger Zeit treten wir auf der Stelle. Alle neuen Teile, die ich getestet habe, waren eine Enttäuschung. Wir haben es in diesem Jahr mit einem völlig neuen Autokonzept probiert und stehen jetzt offensichtlich am Ende der Entwicklung. Es ist ein bisschen frustrierend, immer nur auf die Fehler anderer warten zu müssen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir auch bei unserem Sieg in Montreal vom Unvermögen anderer profitiert. Wir hatten damals nicht den Speed, um mit Hamilton mitzuhalten.“

Nach dem Sieg in Kanada stand Kubica plötzlich und überraschend an der Spitze der WM-Wertung. 42 Zähler hatte er auf dem Konto, Hamilton und Massa nur jeweils 38. Überraschend war das offenbar auch für BMW: Nach dem folgenden Rennen hatte Massa seinen Konkurrenten bereits überholt…

Setzt Kubica jetzt eine clevere Motivationsspritze vor den beiden Finalrennen oder ist er echt gefrustet? Es scheint tatsächlich Frust zu sein. Kubica: „Wenn ich nach sieben Rennen in der Weltmeisterschaft in Führung gehe, dann muss ich doch an den Titel denken. Mein Team hätte das auch tun sollen. Wer weiß, ob die Chance je wieder kommt. Wenn mir jetzt einer garantieren könnte, dass ich noch zwei-, dreimal in meiner Karriere in diese Situation komme, dann könnte ich jetzt relaxter sein.“

Aufgeben will Kubica aber nicht. Mit etwas Glück sei alles möglich, „aber ich brauche weiter die Hilfe von Hamilton und Massa. Nur wenn sie Fehler machen, habe ich eine realistische Chance. Aus eigener Kraft kann ich nicht mit ihnen kämpfen. Im Augenblick sind nicht nur Ferrari und McLaren schneller als wir, sondern auch Renault. Der sechste Platz in der Qualifikation in Fuji war schon eine echte Leistung.“

Hoffnung hegt Kubica wegen seines besten Rennfahrerkumpels Fernando Alonso. Der Spanier, der mit seinem Renault die vergangenen zwei Rennen gewonnen hat, gilt als Mitfavorit für die beiden Finalläufe. Kubica: „Fernando ist eher mein Mitspieler, weil er zurzeit so schnell ist, dass er zwischen Massa und Hamilton für Unruhe sorgen kann. Und er kann ihnen Punkte wegnehmen. Das allein reicht natürlich nicht. Jetzt wäre es gut, wenn wir bei unserem Auto noch ein paar Zehntel finden.“Für diese mitentscheidenden Zehntelsekunden will BMW jetzt doch noch sorgen. Motorsport-Direktor-Mario Theissen verspricht jedenfalls volle Unterstützung für Robert Kubica im WM-Kampf. Soll heißen: Nummer-2-Pilot Nick Heidfeld soll dem Polen helfen. Und der Deutsche hat damit kein Problem. Heidfeld: „Wenn sich die Gelegenheit ergibt, ist das doch keine Frage!“ Damit hat Kubica nun – im Gegensatz zu Felipe Massa beispielsweise – eine Nummer zwei, die ihm wirklich gerne hilft. Und dazu einen Freund wie Weltmeister Fernando Alonso, der den Konkurrenten Punkte nimmt – fragt sich nur, ob sein eigener BMW schnell genug ist im Endspurt um den WM-Titel.

Quelle: tz

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