„Rosenheim Cops“: Vermisster ZDF-Schauspieler tot aufgefunden

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Prominenter Gast begeistert beim TSV Großhadern

Die Wucht der Wellenbewegungen: Aikido-Großmeister zeigt Kunstgriffe

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Kunst mit dem Körper: Der Japaner 79-jährige Shimizu Sensei (re.) ist einer der letzten lebenden Großmeister, der beim Aikido-Gründer Morihei Ueshiba persönlich gelernt hat. In Großhadern führte er die Kunst mit seinem Sohn vor.

Am Montag drängelten sich Menschen in weißen Stoffanzügen in die Sigi-Sterr-Halle in Großhadern. Manche von ihnen waren gar aus Slowenien gekommen, um den Mann zu sehen, der in der Aikido-Szene auf der ganzen Welt bewundert wird – und an diesem Tag beim TSV Großhadern Halt machte.

Der Japaner Shimizu Sensei, 79, ist nämlich einer der letzten lebenden Aikido-Großmeister, der bei Morihei Ueshiba, dem Gründer der japanischen Kampfkunst, als Uchi-Dechi, als persönlicher Schüler, gelernt hat. Mit seinem Sohn Kenta Shimizu tourt der Kampfsportmeister durch die Hallen, um Lehrlinge in weißen Anzügen zu verbessern. Vor 40 Jahren ist er schon nach Deutschland gekommen, um seine Kunst zu lehren. In Großhadern sagte er, der den 8. Dan des Aikido erreicht hat, den rund 60 Trainierenden nun: „Folgen Sie der Wellenbewegung.“

Die Bewegungen sind fließend und harmonisch

Bei Aikido handelt es sich um eine japanische Kampfkunst, die seit den Fünfzigerjahren auch in Deutschland Fuß gefasst hat. Sie wird beim TSV Großhadern seit über 50 Jahren praktiziert. Die Abteilung hat rund 150 Mitglieder – von Kindern bis hin zu Senioren. „Aikido kennt keine Altersklassen und keinen Wettkampf“, sagt Shimizu Sensei. Die zahlreichen Zuschauer sehen von der Tribüne Alt und Jung, Groß und Klein friedlich miteinander trainieren. Die Bewegungen sind fließend und harmonisch, nicht unähnlich der natürlichen Bewegung einer Welle. Ruhig und konzentriert ist die Stimmung – so wie in einem japanischen Dojo, einer Übungshalle. Viele der Aikido-Techniken stammen aus dem Budo (jap. Kriegsweg) und wirken bei jedem Menschen unabhängig von dessen körperlicher Konstitution. Eben deshalb gebe es im Aikido keinen Wettkampf, damit sich keiner verletzt. Gesundheitliche Aspekte wie Beweglichkeit, Ausdauer und Reaktionsvermögen stehen im Vordergrund.

„Im Aikido muss man zuerst sich selber besiegen, um andere besiegen zu können“, so Shimizu Sensei. Die ersten Schritte sind anstrengend, denn es gilt zum Beispiel das Fallen („Ukemi“) zu lernen. Auf der Matte („Tatami“) rollen die Aikidoka hin und her. Mit der Fallschule können sich die Sportler dann schützen. Positiver Nebeneffekt: Im täglichen Leben kann einem das Fallen auch beim Ausrutschen auf Eis oder beim unsanften Abstieg vom Fahrrad helfen. Nach den ersten Schritten erkennen die Schüler immer mehr, dass Aikido auch eine geistige Komponente hat. „Aikido fördert Körper und Geist“, sagt der japanische Großmeister. „Diesen Ansatz – Körper und Geist – kennen Sie ja auch im Westen.“ Gerade weil es eben keinen Wettkampf im Aikido gibt, geht es vor allem auch darum, ernsthaft zu trainieren. Die Gefahr besteht darin, mit großer Begeisterung anzufangen und dann schnell wieder aufzuhören. „Machen Sie weiter“, rät er den Teilnehmern, „es lohnt sich“. In seinem Dojo in Tokio habe er sogar einen 80-Jährigen, der nach wie vor mit Begeisterung bei der Sache sei. Daran könne man sich ein Beispiel nehmen.

Wer sich mit Aikido auseinandersetzt, lernt nicht nur japanische Begriffe und deren Bedeutung, sondern setzt sich auch mit der japanischen Kultur und der dazugehörenden Philosophie auseinander. Im Westen spricht man zum Beispiel von Ernsthaftigkeit, in Japan sagt man Anfängergeist (jap. Shoshin). Der Japaner vermittelt damit, dass man nicht nur im Training, sondern im ganzen Leben nicht in einen Automatismus verfallen, sondern immer wach und aufmerksam auf seine Umgebung reagieren solle. „Aikido bedeutet Leben“, ist für Shimizu Sensei der rote Faden. Leben sei Lernen, zuerst an sich selber und dann mit anderen. Wer sich auf den Weg begebe, werde viele wertvolle Erfahrungen machen. Er freue sich, dass sein Aikido durch seinen Nachfolger Kenta Shimizu weitergetragen werde. Kenta Shimizu ist Vorstand seines Dojos „Tendokan“ in Tokio.

BODO-KLAUS EIDMANN

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