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Zeitenwende im Sport: DOSB fordert Kurswechsel

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Der Deutsche Olympische Sportbund regt die Aufnahme von Sport, Bewegung und Leistungssport in das Grundgesetz an. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Mit einem Eckpunktepapier liefert der Deutsche Olympischen Sportbund Ideen für eine Wende im Sport. Die Bundespolitik soll zukünftig nicht nur für den Leistungssport zuständig sein.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Olympische Sportbund strebt im deutschen Sport eine Zeitenwende an und fordert einen Kurswechsel in der Politik.

„Ein erfolgreicher Leistungssport darf nicht das alleinige Ziel der Bundespolitik und Sportförderung sein“, heißt es in der Präambel des DOSB-Eckpunktepapiers „Sport bewegt Deutschland“, das nun veröffentlicht wurde. Es soll Impulse für einen gemeinsamen zu erarbeitenden Entwicklungsplan Sport geben.

„Denn eines ist deutlich geworden: Dass es auch von Seiten der Politik eine Positionierung in Richtung Breitensport und Sportentwicklung geben muss und soll“, sagte der DOSB-Vorstandschef Torsten Burmester der Deutschen Presse-Agentur.

Staatsminister für Sport?

Der Bund solle nicht allein für den Spitzensport zuständig sein. Deshalb schlage der DOSB vor, den Sport ähnlich wie in der Kultur bei einem Staatsminister im Bundeskanzleramt zu bündeln - auch mit organisatorischer Zuordnung und Koordinierung des Breitensports.

Diese Initiative zielt auf das Wirrwarr der Zuständigkeit von verschiedenen Bundesministerien und den Ländern für den Breitensport ab. „Die beste Lösung wäre eine zentrale Stelle, bei der die Möglichkeiten des Sports in der ganzen Breite aus einem Guss in die Politik eingebracht werden könnten. Das ist der große Wunsch des deutschen Sports“, betonte Burmester.

Um die herausragende gesellschaftliche Bedeutung des Sports besonders zu würdigen, wäre für den DOSB zudem eine Aufnahme von Sport, Bewegung und Leistungssport in das Grundgesetz „ein starkes Signal“, heißt es im Eckpunktepapier.

Denn unabhängig davon geht es dem DOSB mit mehr als 27 Millionen Mitgliedern in rund 90.000 Sportvereinen um den gesellschaftlichen Stellenwert des Sports und Herausforderungen wie Gesundheitsförderung, Zusammenhalt in der Gesellschaft oder Stärkung der Demokratie. Der DOSB hatte dazu auch einen Bewegungsgipfel von der Politik gefordert, der wohl vor Herbst nicht realisierbar ist.

Langfristiges Projekt

Ein eher langfristiges Projekt ist die Erarbeitung und Umsetzung des Entwicklungsplans Sport. „Es wird angestrebt, bis zum Ende der Legislaturperiode über die Umsetzung des Entwicklungsplans Sport einen echten Mehrwert an der Basis vor Ort zu schaffen“, teilte das Bundesinnenministerium auf dpa-Anfrage mit. Einzelheiten zur Konzeption des Entwicklungsplans würden derzeit im BMI erarbeitet. „Das kann ein längerer Prozess sein, da müssen wir dicke Bretter bohren. Wichtig ist, dass am Ende ein gutes Ergebnis steht. Für den Sport in Deutschland“, pflichtete Burmester bei.

„Der Entwicklungsplan Sport ist ein Gesamtprojekt mit dem Ziel, eine attraktive, finanzierbare und bedarfsgerechte Sportinfrastruktur zu schaffen“, erklärte Frank Ullrich, Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag. „In erster Linie geht es darum, die gesellschaftliche Kraft des Sports zu stärken. Dies fängt im Kleinen an.“ Dazu gehörten gut ausgebildete Trainer, Übungsleiter, Sportwissenschaftler und Pädagogen, die den Entwicklungsplan Sport mit Leben füllten.

Priorität hat der Re-Start der Sportvereine nach der Corona-Krise, für den der Bund 25 Millionen Euro bewilligte. „Es geht darum, Sportvereine und dem Ehrenamt vor Ort unter die Arme zu greifen“, sagte Ullrich. Man wolle etwas „Zukunftsorientiertes und Progressives“ auf den Weg bringen, das von allen im Sport getragen werde. dpa

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