BMW und Mercedes denken an Ausstieg

Zerstört Ecclestone die Formel 1?

London - Hat sich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone diesmal übernommen? Ecclestone hat laut englischen Medienberichten Ärger mit seiner Frau, die sich scheiden lassen will.

In der Formel-1-Szene zittert man vor einem Rosenkrieg. Grund: Keiner weiß genau, wie Ecclestone die Anteile an seiner Vermarktungsfirma verteilt hat. Im schlimmsten Fall droht der Formel 1 die Zerstückelung, weil Slavica Ecclestone ihre Anteile scheibchenweise anbietet.

Ecclestone (78) wirkt erstmals nicht mehr souverän. Trotz weltweiter Finanzkrise fordert er immer mehr von den Veranstaltern, droht sie sonst vom Formel-1-Kalender zu nehmen. Ein Formel-1-Insider: „Das Ganze grenzt langsam an Größenwahn. Mir kommt es vor, als will Bernie sein Lebenswerk am Ende seiner Karriere bewusst zerstören.“

Jüngstes Beispiel: Der Große Preis von Kanada in Montreal – für BMW, Mercedes und die anderen Hersteller mit das wichtigste Rennen, weil es die Tür für den immens wichtigen Markt in Nordamerika offenhält.

Was machte stattdessen Ecclestone. Er verprellte die kanadischen Veranstalter mit völlig überzogenen Forderungen. In einer Presseerklärung äußerten die kanadischen Verantwortlichen am Sonntag ihre Enttäuschung über die Entwicklung.

„Wir haben in den vergangenen Wochen hart daran gearbeitet, das Grand-Prix-Rennen in Montreal unter finanziell vernünftigen Voraussetzungen zu sichern“, wird Tourismus-Minister Raymond Bachmand zitiert. „Wir können allerdings die hohen Ansprüche von Mr. Ecclestone nicht erfüllen.“

100 Millionen Euro soll er von den Kanadiern als Antrittsgeld für fünf Jahre gefordert haben. Das war den Kanadiern zu viel: „Wir haben in unseren Verhandlungen immer versucht, ein finanziell vernünftiges Konzept auf die Beine zu stellen. Trotz aller Bemühungen übertreffen die unbegründet hohen Forderungen der Formel 1 jedoch das, was unsere Steuerzahler bereit sind zu zahlen.“

Auch die Veranstalter in Shanghai denken darüber nach, den Vertrag des Großen Preises von China, nach Ablauf 2010 nicht mehr zu verlängern. In Deutschland sind die Nürburgring GmbH und die Verantwortlichen in Hockenheim auch nicht mehr bereit, „Formel 1 unter allen Bedingungen zu veranstalten“. Die tz erfuhr: Mercedes, BMW und Toyota denken wegen der diktatorischen Führungsweise von Ecclestone bereits über die Möglichkeit nach, die Formel 1 zu verlassen.

Ecclestone denkt aber gar nicht daran, nachzugeben: „Der erste Tag, an dem ich nicht mehr zur Arbeit gehe, wird der Tag meiner Beerdigung sein“, sagt er unmissverständlich.

Ecclestones Vater wurde übrigens 88 Jahre alt…

Ralf Bach

Quelle: tz

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