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Russischer Präsident voll dabei

Bronze! Peters jubelt, Putin klatscht

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Dimitri Peters mit seiner Bronze-Medaille

London - Vor den Augen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Judoka Dimitri Peters Bronze für Deutschland geholt. Sogar der mächtige Politiker applaudiert. Wenig später jubelt er richtig.

Dimitri Peters sprang vor Freude hoch in die Luft und schrie seine Freude hinaus - auf der Ehrentribüne klatschte sogar Wladimir Putin anerkennend Beifall: Vor den Augen des mächtigen russischen Präsidenten hat der 28-Jährige aus dem niedersächsischen Rotenburg nach einem eindrucksvollen Kraftakt die Bronzemedaille gewonnen und den deutschen Judoka in London das dritte olympische Edelmetall beschert.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

„Ich bin wahnsinnig glücklich, ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Meine ersten Olympischen Spiele und dann gleich eine Medaille - das ist unglaublich“, sagte der 100-Kilo-Koloss und schüttelte immer wieder den Kopf.

Auch wenn er den Siegeszug von Weltmeister Tagir Chaibulajew im Halbfinale nicht hatte stoppen können - nach dem Sieg im kleinen Finale gegen den Usbeken Ramsiddin Sajidow durch Waza-ari mit abschließendem Haltegriff kannte der Jubel bei „Dima“ keine Grenzen mehr. „Dima ist so hart gegen sich selbst, das ist so geil, gegen diesen Bullen so durchzuziehen“, sagte Verbandboss Peter Frese begeistert.

Und beinahe wäre der Triumph noch größer gewesen. Ausgerechnet Peters, der gebürtige Russe, mit acht Jahren aus Sibirien nach Niedersachsen gekommen, hätte dem obersten Russen um ein Haar den Staatsbesuch vermasselt. Doch Chaibulajew war in der Vorschlussrunde zu stark, gewann durch Kampfrichterentscheid, und Putin durfte wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass sein Vorzeigekämpfer vom kaukasischen Volk der Awaren ins Finale marschierte und dort Naidan Tuvshinbayar (Mongolei) keine Chance ließ. Zur Belohnung umarmte der Staatschef seinen Goldjungen herzlich und gab ihm sogar Küsschen.

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hatte Putin gemeinsam mit dem britischen Premier David Cameron fünf Meter vom Mattenrand entfernt die Finals verfolgt. Für Putin, Träger des Schwarzen Gürtels und Ehrenpräsident des Weltverbandes IJF, hatten die Organisatoren aus dem Londoner ExCel einen Hochsicherheits-Trakt gemacht. Dutzende Sicherheitskräfte sorgten für eine merkwürdig gedrückte Atmosphäre.

Peters, der stoische, unaufgeregte Kraftprotz, ließ sich davon nicht beeindrucken. Er war so konzentriert, dass er den Staatsgast auf der Tribüne „gar nicht bemerkt“ habe, sagte er.

„So ruhig Dima privat ist, so gnadenlos ist er auf der Matte“, hatte Heimcoach Sven Loll gesagt, der zwei Tage vor dem Kampf eingeflogen war, um letzte Anweisungen zu geben. Auch wenn statt Loll Bundestrainer Ultsch an der Matte das Kommando hatte, war somit zumindest ein Vertrauter in Blickweite.

Seine Frau Marina, den sechsjährigen Sohn Steven und die zweijährige Tochter Emily hatte Peters schweren Herzens in der niedersächsischen Heimat gelassen. „Auch wenn sie nicht da waren, ich habe vor jedem Kampf an sie gedacht. Sie waren eine große Stütze“, sagte Peters.

Dementsprechend fokussiert und unaufgeregt nahm der passionierte Angler seine Gegner an den Haken. In Runde eins war es um den Israeli Ariel Zeevi nach 43 Sekunden geschehen, auch den Letten Jevgenijs Borodavko und Mitfavorit Henk Grol aus den Niederlanden beherrschte Peters.

Mit der Medaille lieferte Peters eindrucksvoll den Beweis, dass er doch mehr ist als ein ewiges Talent. Früh war er in die erweiterte Weltklasse durchgestartet, holte mit 22 bereits EM-Bronze. Danach stagnierte er aber, zu oft stand er sich mit fehlender Nervenstärke selbst im Weg. Bei Olympia 2008 war er nur Ersatzmann. Aber in London startete er durch.

sid

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