So zahlt sich der Erfolg aus

Was deutsche Athleten für Gold kassieren

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Robert Harting präsentiert sein Gold

London - Der ideelle Wert einer Goldmedaille ist nicht zu beziffern, doch für die deutschen Sportler kann sich der Olympiasieg in London im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen.

Nach dem großen Gold-Erfolg wartet auf einige Athleten die nächste Disziplin: Geld verdienen. „Der Marktwert einer Goldmedaille ist zwar von Sportart zu Sportart und von Land zu Land unterschiedlich, aber mit Sponsorenverträgen kann er Millionen wert sein“, sagt Peter Carlisle vom Sportsponsoring-Beratungsunternehmen Octagon, nach eigenen Angaben Marktführer der Branche: „Aber es muss eine Goldmedaille sein. Oder hinter dem Athleten steckt eine besondere Geschichte.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

Bei Degenfechterin Britta Heidemann traf vor vier Jahren beides zu. In Peking holte sie Gold, in London Silber - und sie war in den letzten vier Jahren auch abseits der Planche präsent. `Wenn ein Athlet Erfolg hat und die Geschichte drumherum stimmt, kann man damit gut Sponsoren gewinnen“, bestätigte die 29-Jährige aus eigener Erfahrung: „Das Gold in Peking in Verbindung damit, dass ich die Sprache spreche, hat dazu beigetragen, dass gerade Unternehmen, die viel in China investieren, interessiert sind.“

Eigeninitiative und auch eine Portion Glück sind für finanziell lukrative „Nachwirkungen“ aber notwendig, denn von der Deutschen Sporthilfe erhält ein Olympiasieger in Deutschland „nur“ 15.000 Euro. Der Achtplatzierte bei den Spielen bekommt noch 1500 Euro.

Üppiger sollen Athleten anderer Nationen für Gold in London bedacht werden. Für den ersten Olympiasieger der Geschichte aus Singapur soll der Stadtstaat bereit sein, knapp 650.000 Euro zu berappen. In Armenien sollen Prämien von bis zu 700.000 Euro im Raum stehen.

Der rein materielle Wert der Goldmedaille in London mutet dagegen schon fast bescheiden an. Umgerechnet knapp 580 Euro kostet eine der Siegermedaillen. Die allerdings keineswegs aus reinem Gold bestehen, sondern überwiegend aus Silber. Würden alle Erstplatzierten in den 302 Disziplinen reine Goldmedaillen bekommen, würde dies das Organisationskomitee knapp 32,7 Millionen Euro kosten.

Als letzte Rettung könnten die Sportler natürlich auch einfach ihre Plaketten verkaufen. Zuletzt brachte die Versteigerung der olympischen Goldmedaille von Box-Weltmeister Wladimir Klitschko von Atlanta 1996 eine Million Euro für einen guten Zweck.

Für viele käme so etwas allerdings überhaupt nicht in Frage. „Aus den USA habe ich schon Angebote über 500.000 Euro bekommen. Aber die gebe ich nicht her. So etwas gibt es nie nie wieder“, sagte Carl Schuhmann, Enkel des gleichnamigen ersten deutschen Olympiasiegers von 1896, dem SID. Die Auszeichnungen seines Großvaters bewahrt er in einer Vitrine auf. Manchmal ist der ideelle Wert dann doch wichtiger als profanes Geld.

sid

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