Heute nicht mehr nach Sotschi

Exklusiv: Freundin Gössner zum Neureuther-Unfall

München - Der Flieger hob ohne Felix Neureuther ab. Statt Richtung Sotschi ging es nach einem Autounfall zum Arzt. Dort sollte abgeklärt werden, ob er ein Schleudertrauma erlitten hat.

Wegen eines Autounfalls hat Ski-Rennläufer Felix Neureuther am Freitagmorgen seinen Flug zu den Olympischen Spielen in Sotschi verpasst. Der Partenkirchner war auf seiner Anreise zum Flughafen in München auf der Autobahn ins Schleudern gekommen. Auf der Autobahn A95 zwischen Garmisch-Partenkirchen und München hatte es in der Nacht geschneit.

Olympia-Ticker Tag elf: So leidet Neureuther für Olympia-Start

+++ Aktuell +++ Felix Neureuther: Olympia-Training in Sotschi nach Unfall abgebrochen

"Er ist auf schneeglatter Autobahn in der Nähe von Starnberg gegen die Leitplanke gefahren", sagte Christian Klaue, Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes zu dem Unfall. "Er konnte die Fahrt selbst fortsetzen und ist jetzt in Behandlung."

Gössner zur tz: "Nichts Schlimmes passiert"

Mit diesem Wagen kam Felix Neureuther zur Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt.

Die tz sprach am Freitagmorgen mit Neureuthers Freundin Miriam Gössner, die mit dem 29-Jährigen im Wagen saß. Beide befanden sich während des Telefonates bereits in der Praxis von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München. "Uns ist Gott sei Dank nichts Schlimmes passiert. Wir lassen uns beide zur Sicherheit von Dr. Müller-Wohlfahrt untersuchen", sagte sie. Die Biathletin, die wegen ihrer Rückenverletztung in Sotschi nicht am Start ist, rief anschließend die Polizei in Garmisch-Partenkirchen an, um den Unfall zu melden.

Fahrer bei dem Unfall war Felix Neureuther selbst. Er steuerte den Wagen anschließend auch nach München. "Ich habe mit ihm gesprochen, er hat mir gesagt: Es war mit einem Schlag so spiegelglatt, dass er keine Chance hatte", berichtete Vater Neureuther. Das bestätigte auch Gössner: "Das Glatteis kam aus dem Nichts", sagte sie über den Unfallhergang. "Das war nicht vorherzusehen. Zum Glück war es noch so früh und keine weiteren Autos waren unterwegs."

Unfallflucht? Neureuther wehrt sich

Gegenüber der Bild wehrt sich Felix Neureuther gegen Unfallflucht-Vorwürfe: "Ich bin die Leitplanke gefahren, konnte aber weiterfahren. Wir haben der Polizei Bescheid gegeben."

Nach Informationen des Münchner Merkur befindet sich das Unfallauto von Neureuther und Gössner bereits am Münchner Flughafen. Wie es dort hingekommen ist, sei zur Stunde aber nicht klar, hieß es von Seiten der Polizei. Aktuell werde die A95 von Beamten abgefahren, um die Unfallstelle genau zu lokalisieren.

Neureuther hätte am Freitagmorgen um sieben Uhr Richtung Sotschi fliegen sollen. Sein erster Start ist für den 19. Februar geplant (Mittwoch, Riesenslalom). Der Slalom zum Abschluss der alpinen Wettbewerbe wird am 23. Februar (Sonntag) ausgetragen.

Das bedeuten die Namen unserer Olympia-Hoffnungen

Natalie GEISENBERGER (Rodeln): Name fast nur im Voralpenland zu finden. Kommt aus dem oberdeutschen „Ziegenberger“. Vorfahren lebten also einem Berg, auf dem sich gerne Ziegen (Geißen) aufgehalten haben. © dpa
Claudia PECHSTEIN (Eisschnelllauf): Wahrscheinlich führt der Name auf die Tätigkeit der Pechproduktion zurück. © dpa
Felix LOCH (Rodeln): Ein Örtlichkeitsname, vor allem in Rheinland-Pfalz verbreitet. Sein Vorfahre wohnte vermutlich in einer Vertiefung, in einem Tal. © dpa
Maria HÖFL-RIESCH (Ski Alpin): Im Süden des deutschen Sprachgebrauchs wurde ein kleiner Hof als „Höflein“ bezeichnet. Derjenige, der diesen bescheidenen Besitz bewirtschaftete, wurde Höfler genannt. Riesch ist die Kurz- und Koseform von Rüesch, abstammend von Rudolf. Darin ist verborgen das althochdeutsche „Hroth-Wolf“, was „Ruhm-Wolf“ bedeutet. © dpa
Jenny WOLF (Eisschnelllauf): Der Name kann direkt auf das gefährliche Tier bezogen werden: Der Mensch als Wolf, ein gefährlicher Kämpfer. Möglicherweise auch eine Kurzform von Wolfgang, in dem auch der Tiername steckt. © dpa
Isabella LABÖCK (Snowboard): Örtlichkeitsname aus dem bayerischen „Laub-bach“. Die Vorfahren wohnten an diesem Bach. Bezieht sich wahrscheinlich auf Labach, kleiner Ort bei Nußdorf über Rosenheim. © dpa
Eric FRENZEL (Nordische Kombination): Koseform von Franz, abstammend von Franziskus, italienisch für „Franzose“. © dpa
Andrea HENKEL (Biathlon): Doppelte Verkosung von Heinrich, Henrich: zunächst mit -k, dann mit -el. © dpa
Maximilian ARNDT (Bob): Entwickelt sich aus den Vornamen Arnwald, was für „Adler und Gewalt“ steht. Der Name drückt also Macht und Gewalt aus. © dpa
Francesco FRIEDRICH (l., Bob): Alter Vorname aus „Frieden“ und „Reich“, der „reich“ und „mächtig“ ausdrücken soll. © dpa
Felix NEUREUTHER (Ski Alpin): In der Endung -reuther liegt das mittelhochdeutsche „riute“ zugrunde, das so viel wie „ein Stück Land, das Roden urbar gemacht wurde“ bedeutet. Ein Neureuther wohnte früher also an einer neuen Rodungsstelle. © dpa
Severin FREUND (Skispringen): Ein so genannter Übername aus vertraulicher Anrede. Entsteht in der Familie, unter Freunden oder Bekannten. © dpa
Simon SCHEMPP (Biathlon): Übername zu mittelhochdeutsch „schimpf, schempf“, aber nicht im Sinne von „schimpfen“, sondern „scherzen“. Der Name drückt also Scherz, Kurzweil, fröhliche Munterkeit aus. © dpa

Felix Neureuther wird nach Aussage des deutschen Herren-Cheftrainers Karlheinz Waibel am Freitag nicht mehr nach Sotschi reisen. „Der Flug wäre in diesen Minuten gegangen. Wir haben umgebucht“, sagte Waibel am Freitag im ARD-Interview. „Er will alle therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten abklären“, sagte Waibel. Laut erster Diagnose erlitt Neureuther ein Schleudertrauma. „Wir können froh sein, dass wir drüber diskutieren, ob er einen Tag später kommt.“ 

Anteil nahm auch der große Slalom-Konkurrent aus Österreich. "Felix Neureuther, was machst du für Sachen?! Sieh zu, dass du rasch fit wirst. Ich drücke dir die Daumen!!! Alles Beste, freue mich auf dich", postete Weltmeister Marcel Hirscher. Daumen drückte auch WM-Torschützenkönig Thomas Müller. "Hoffentlich ist es nicht so schlimm und es klappt mit der Medaille in Sochi. Der Herminator hat"s damals auch geschafft... Kopf hoch, Felix und GUTE BESSERUNG!", schrieb der Fußball-Nationalspieler in einem sozialen Netzwerk.

sid/dpa/fw/mm

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