Sauberes Essen im Athletendorf?

Peking-Enten zum Dopingtest

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Die Peking-Enten für die Olympia-Sportler sollen garantiert sauber sein.

Peking - Ob die eine oder andere von ihnen bei Doping-Arzt Eufemiano Fuentes in Spanien vorbeiflog? Oder hat etwa ein skrupelloser Züchter die Tiere mit verbotenen Substanzen gemästet?

Fakt ist: Gedopte Peking-Enten haben bei den Olympischen Spielen in Peking keine Chance.

Kein Witz: Bevor die Enten zur Zubereitung für die Kantine im Olympischen Dorf zugelassen werden, müssen sie zum Dopingtest. So garantieren die Chinesen den Sportlern zu „100 Prozent sauberes Essen“. Erste Zwischenbilanz im kulinarischen Anti-Doping-Kampf: Eine „positive“ Ente ist bislang noch nicht aufgeflogen. Kanutin Jennifer Bongardt ist schon in Peking: „Ich habe auch gehört, dass es strenge Vorschriften mit dem Essen gibt, alles wird gut kontrolliert. Ich muss sagen, dass bisher alles sehr lecker schmeckt.“

Anderer Meinung sind da hingegen die beiden Beachvolleyballerinnen Sara Goller und Laura Ludwig. Bei aller sportlichen Zuversicht, denken die amtierenden Europameisterinnen wenig optimistisch an das Essen in China und sind auf alles vorbereitet: „Wir haben immer Müsli dabei, weil wir oft nichts Richtiges zu essen finden. In China riecht es im Frühstückssaal nach warmem Reis. Da wollen wir am liebsten gleich wieder ins Bett verschwinden“, meinte Goller.

Im Vorfeld der Spiele hatten zahlreiche Sportler Sorgen, durch eventuell verunreinigte Lebensmittel selbst positiv bei einer der zahlreichen Dopingkontrollen aufzufallen. Ulrike Spitz von der Nationalen Anti Doping-Agentur NADA: „Es gab Gerüchte, dass im Fleisch etwas sein könnte. Deshalb haben viele Teams auch eigene Köche dabei. Wer die Peking-Enten auf Doping kontrolliert, wissen wir aber nicht.“ Die Sportler dürfen bei aller Sorge aber auch außerhalb des Olympischen Dorfes essen. Gerd Graus, Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) meinte: „Jeder weiß, wie er auf sich aufpassen muss.“ Am sichersten bleibt allerdings die Nahrungszufuhr im Olympischen Dorf, denn hier werden „gedopte“ Lebensmittel gar nicht erst reingelassen.

Für die „sauberen“ Enten wird es dann trotzdem unangenehm. Sie werden zuerst geschmort, ausgenommen, gesäubert, von Federn befreit, mit Brühe gefüllt, gegrillt – und dann erst verspeist.

ub

Quelle: tz

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