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„Radfahren ist meine Droge“: Jan Ullrich feiert seinen größten Sieg - und beklatscht sich selbst

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Von: Christoph Klaucke

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Jan Ullrich fährt sein erstes Rennen seit über zwei Jahren. Die Radsport-Legende hat für sein „Comeback“ nach Alkohol- und Drogen-Exzessen hart geschuftet.

Mallorca - Gänsehaut pur! Radsport-Legende Jan Ullrich steigt wieder in den Sattel und beweist, dass er es immer noch draufhat. Der ehemalige Tour-de-France-Gewinner ist zwar schon lange im Ruhestand und fährt keine quälenden Rundfahrten mehr, doch das Jedermann-Rennen auf Mallorca mit über 312 Kilometern hatte es trotzdem in sich. Ullrich kämpfte sich bei seinem ersten Rad-Rennen nach zweieinhalb Jahren ins Ziel. Gesundheitliche Probleme wie Drogen- und Alkoholsucht sollen der Vergangenheit angehören.

Jan Ullrich: Erstes Rad-Rennen nach zweieinhalb Jahren auf Mallorca - nach über elf Stunden im Ziel

„Radfahren ist meine Droge! Endlich bin ich zurück in der großen Radsport-Familie. Ich freue mich, die alten Jungs und die jungen Champs zu sehen“, sagte Ullrich noch am Vorabend des Mallorca-Rennens, für das er „ein halbes Jahr viel trainiert“ hatte, gegenüber radsport-news. Als der frühere deutsche Radstar nach elf Stunden und 41 Sekunden endlich das Ziel des Jedermann-Rennens „Mallorca 312“ erreicht hatte, zeigte er sich trotz großen Abstands zu den Besten geradezu euphorisch.

„Es war ein Traum“, sagte der 47-Jährige im Ziel in Playa de Muro, in das er mit mehr als 90 Minuten Rückstand auf den siegreichen Dominic Aigner aus Euskirchen gerollt war: „Wir sind um halb sieben gestartet, und als wir über den Puig kamen, ging die Sonne auf - einfach fantastisch.“ Nicht nur den Puig Major, den mit 1445 Meter höchsten Berg der Balearen-Insel, sondern auch den inneren Schweinehund besiegte der Tour-de-France-Sieger von 1997, der sich zuletzt schon bei einer Radtour mit seinem heutigen Freund und früheren Rivalen Lance Armstrong gezeigt hatte. Alte Freunde wie Joseba Beloki, Fernando Escartín, Oscar Freire und Alberto Contador fuhren gemeinsam mit Ullrich den Pass hinauf.

Radfahren ist meine Droge!

Jan Ullrich

Jan Ullrich ist zurück und schwört: „Kein Alkohol, keine Drogen“

Im September hatte Ullrich berichtet, wie dramatisch es zeitweise um seine Gesundheit stand. „Ich hatte große Probleme vor ein paar Jahren. Ich war auf demselben Weg wie Marco Pantani, fast tot“, sagte Ullrich. Armstrong und weitere Freunde hätten ihn „zurück ins Leben“ gebracht: „Ich brauchte Zeit für mich. Mein Kopf ist jetzt wieder klar, mein Körper fit. Kein Alkohol, keine Drogen. Ich lebe sehr gesund. Ich habe einige Ideen.“

Jan Ullrich absolvierte beim Jedermann-Rennen auf Mallorca 312 Kilometer.
Jan Ullrich absolvierte beim Jedermann-Rennen auf Mallorca 312 Kilometer. © Twitter/Mallorca 312

Nun zeigte der einstige Topstar, dessen Karriere mit den Dopingenthüllungen um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes 2006 praktisch beendet war, dass er sich noch immer quälen kann. Nach 312 schweren Kilometern feierte Ullrich seine Zieleinfahrt mit hochgerissenen Armen wie einen Tour-de-France-Sieg und beklatschte sich selbst. „Ich hatte viele Höhen und Tiefen, und ich habe wohl viele Fehler gemacht. Vielleicht war ich zu jung damals, um mit dem Druck umzugehen. Aber Radsport ist und bleibt mein Leben.“ (ck/sid)

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