Sorge um Fahrer, der sogar noch gewinnt

„Gehört in den Knast!“ - Horror-Sturz schockt die Rad-Welt: Fahrer liegt im Koma

Dylan Groenewegen stürzt kurz vor der Zieleinfahrt von seinem Rad
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Auf der 1. Etappe der Polen-Rundfahrt ereignete sich ein dramatischer Horror-Sturz.

Knapp drei Wochen vor dem Start der Tour de France ist es auf der Polen-Rundfahrt zu einem dramatischen Sturz im Massensprint gekommen. Fabio Jakobsen stürzte dabei schwer und liegt im Koma.

  • Bei der diesjährigen Polen-Rundfahrt ist es direkt auf der ersten Etappe zu einem folgenschweren Horror-Sturz gekommen
  • Fabio Jakobsen krachte beim Zielsprint mit 80 km/h in das Absperrgitter
  • Im vergangenen Jahr verstarb bei der Rundfahrt das belgische Talent Bjorg Lambrecht nach einem Unfall

Kattowitz/München - Die Polen-Rundfahrt steht offenbar unter keinem guten Stern. Auf den Tag genau vor einem Jahr war der Belgier Bjorg Lambrecht bei der Tour de Pologne gestorben. Der gerade einmal 22 Jahre alte Radprofi war auf der Etappe nach Zabrze gegen eine Betonkonstruktion geprallt und verstarb wenig später.

Nun kam es in diesem Jahr - drei Wochen vor dem Start der Tour de France* - gleich zum Auftakt zu einem Horror-Sturz! Im Finale der ersten Etappe raste der Niederländer Fabio Jakobsen am Mittwoch bei rund 80 km/h brutal in die Absperrgitter. Der 23-Jährige wurde ohne Bewusstsein ins Krankenhaus geflogen, nach Angaben der Ärzte bestand zu diesem Zeitpunkt Lebensgefahr.

„Es ist ernst, sein Leben ist direkt bedroht. Er hat eine enorme Menge Blut verloren und erhebliche Verletzungen erlitten“, sagte Rennärztin Barbara Jerschina bei Polsat Sport. Wie ein Krankenhaus-Sprecher in Sosnowiec mitteilte, wurde Jakobsen von Orthopäden und Kieferchirurgen operiert. Medienberichten zufolge war der zweimalige Vuelta-Etappensieger des Vorjahres im Zielraum intubiert worden und lag im Koma.

Polen-Rundfahrt: Drama nach Horror-Sturz! Rad-Star liegt im Koma

Im Sprint um den Sieg hatte der Niederländer Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) seinen Landsmann vom Team Deceuninck-Quick Step kurz vor der Ziellinie bei höchstem Tempo abgeräumt - beide lagen deutlich vor dem Rest der Fahrer. Jakobsen stürzte nach rechts in die Absperrung und prallte gegen einen Fotografen.

Groenewegen flog ebenfalls vom Rad, überquerte die Ziellinie aber als Erster. Der Jumbo-Profi wurde allerdings nach kurzer Zeit disqualifiziert und Jakobsen zum Sieger des Rennens erklärt - das war aber absolute Nebensache.

Kurz vor dem Sturz wird Fabio Jakobsen von Dylan Groenewegen in die Bande gedrängt.

Jakobsens französischer Teamkollege Florian Senechal twitterte ein Bild seiner eigenen blutgetränkten Handschuhe und schrieb dazu: „Ich war der Erste, der Fabio geholfen hat, um seinen Kopf zu halten. Wenn man dieses Bild ansieht, kann man wohl verstehen, was für ein Schock dieser Unfall war. Bleib stark, mein Freund!“ Den Tweet löschte Senechal wenig später.

Polen-Rundfahrt: Horror-Sturz! Verursacher Groenewegen droht gewaltig Ärger

Die Bilder des Unfalls waren schrecklich genug: Diverse weitere Fahrer waren im Finale von Kattowitz gestürzt, zum Teil spektakulär über umherfliegende Gitter. Der unmittelbar an Bahngleise grenzende Zielraum glich einem Schlachtfeld, mehrere Krankenwagen hielten an der Ziellinie.

Kollegen und Beteiligte äußerten in den sozialen Medien herbe Kritik - an Groenewegen wie an den Veranstaltern. „Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört dafür in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen“, twitterte Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere.

Am Abend gab es dann leichte Entwarnung. Wie Jakobsens Rennstall mitteilte, ist dessen Zustand „ernst, aber stabil“. Untersuchungen hätten keine Verletzungen des Gehirns oder der Wirbelsäule ergeben, aufgrund seiner weiteren schwerwiegenden Verletzungen bleibe er zunächst aber im künstlichen Koma. (smk/sid) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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