Es gelten strenge Regeln

Tour de France 2020 und Corona: Das wird trotz Verschiebung anders

Besonders auf den Bergetappen stehen die Fans Spalier - ein Infektionsherd in Zeiten des Coronavirus.
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Besonders auf den Bergetappen stehen die Fans Spalier - in Zeiten des Coronavirus ein Infektionsherd.

Das Coronavirus trifft auch den Radsport hart. Die Tour de France 2020 wurde offiziell verschoben - was passiert mit dem Giro d‘Italia?

  • Wegen Corona startet die diesjährige Tour de France erst Ende August.
  • Trotzdem müssen sich die Fans an strenge Regeln halten.
  • 2020 kommt es durch die Corona-Situation auch zur Überschneidung großer Radsport-Events.

Paris - Die Tour de France ist eines der größten Sportevents der Welt. Allein in Europa verfolgen mehr als 50 Millionen Menschen das Rennen live im Fernsehen, weitere 12 Millionen Zuschauer feuern die Fahrer an der Strecke an.

Genau das wird in Zeiten der Corona-Krise zum Problem: Denn während Fußballspiele theoretisch ohne Zuschauer stattfinden können, ist das beim Radsport nicht so leicht. Schließlich ist der Streckenrand für jeden frei zugänglich.

Tour de France 2020 offiziell verschoben: Infektionsgefahr mit Coronavirus auf Bergetappen

Auf den großen Bergetappen stehen in der Regel tausende Fans Spalier, um ihre Idole hautnah zu erleben - die Infektionsgefahr mit COVID-19 wäre gigantisch. Zu Beginn der Saison musste bereits die UAE-Tour durch die Vereinigten Arabischen Emirate abgesagt werden. Dort war das Virus im Fahrerfeld ausgebrochen.

Tour de France 2020: UCI-Präsident nennt mögliche Absage „Desaster“

Der Präsident des Weltradsportverbands Union Cycliste Internationale (UCI) David Lappartient nannte es jedoch „ein Desaster für unseren Sport“, sollte die Tour de France 2020 ausfallen. Daher wurde am 15. April entschieden: Die Tour wird aufgrund des Coronavirus offiziell vom 27. Juni auf den 29. August verschoben. Enden soll das Rennen dann am 20. September. 

Im März wurden wegen der akuten Krise in Italien der Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo, die Rundfahrt Tirreno-Adiratico und weitere Rennen abgesagt. Einige Teams standen zeitweilig unter Quarantäne, andere haben ihre Renntermine abgesagt. Auch der Giro d‘Italia, nach der Tour de France die zweitgrößte Rundfahrt, wurde verschoben.

Giro d‘Italia und Vuelta a Espana überschneiden sich in diesem Jahr

Der Giro d‘Italia sollte ursprünglich vom 9. bis 31. Mai stattfinden. Die Rundfahrt hätte die Fahrer jedoch mitten ins Corona-Krisengebiet Norditalien geführt. Jetzt startet er am 3. Oktober und endet am 25. Oktober. Das heißt aber auch, dass er sich mit der dritten großen Landesrundfahrt überschneidet: Die Vuelta a Espana startet am 20. Oktober.

Die Strecke der Tour führt in diesem Jahr in alle fünf Gebirge des Landes. Damit die Anstiege nicht genauso vollgestopft sind wie der UCI-Rennkalender, werden einige Abschnitte gesperrt. An der Strecke gilt außerdem Maskenpflicht. Doch das ist nur die eine Seite des Corona-Konzepts der Tour-Organisatoren.

Tour de France 2020 und Corona: Bedenken wegen steigender Fallzahlen

Die Fahrer sollen so weit wie möglich von der Öffentlichkeit abgeschirmt werden. Die Küsschen auf dem Siegerpodest für Etappensieger und die Führenden in den verschiedenen Wertungen fallen weg. Eine der Hostessen wurde außerdem durch einen Mann ersetzt (was weniger mit Corona zu tun hat, als mit einem veränderten Rollenbild).

Zudem wird das Fahrerfeld um die Favoriten Bernal, Roglic und die deutsche Hoffnung Emanuel Buchmann zweimal wöchentlich getestet. Wer Symptome zeigt, muss das Peloton verlassen. Wenn zwei Fahrer oder Angehörige krank sind, muss das ganze Team gehen.

Trotzdem herrschen große Bedenken. Eine Woche vor Rennbeginn schnellten die Infektionszahlen rapide in die Höhe. Mit täglich über 4000 Infektionen lag die Rate so hoch wie zuletzt Mitte April. Es ist außerdem fraglich, ob sich die Fans am Streckenrand wirklich an die Regeln halten.

Paris beispielsweise ist ein Corona-Hotspot. Dort endet die Frankreich-Rundfahrt traditionell auf der Champs-Élysées. Es ist gut möglich, dass Veranstalter und lokale Behörden im Laufe der Tour improvisieren müssen. Ungefährlicher ist es, die Tour im TV zu verfolgen. Die Sendetermine finden Sie hier.

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