Buchmanns Sportlicher Leiter äußert sich

Tour de France: Deutsche Rad-Hoffnung Buchmann tritt trotz Sturz an - „War nicht klar, ob er Tour fahren kann“

Emanuel Buchmann stürzte bei der Critérium du Dauphine.
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Emanuel Buchmann stürzte bei der Critérium du Dauphine.

Die Tour de France startet am 29. August in Nizza. Ob der deutsche Radsport-Profi Emanuel Buchmann seine Ziele erreicht, war unklar. Nun herrscht Gewissheit.

  • Am kommenden Wochenende (29. August) startet die Tour de France.
  • Deutschlands Top-Fahrer Emanuel Buchmann stürzte kürzlich - seine Teilnahme ist gefährdet
  • Nun aber gibt es Klarheit - doch Buchmann senkt die Erwartungshaltung.

Update vom 28. August, 19.25 Uhr: Der deutsche Radsportprofi Emanuel Buchmann träumt trotz seines neulichen Sturzes und einer leichten Verletzung vom Sieger-Treppchen bei der 107. Tour de France. Doch musste er aufgrund seines Zustands die Erwartungen dämpfen und meinte einen Tag vor dem Tour-Auftakt, es „wäre schwierig, das Podium als Ziel auszugeben“.

Tour de France: Deutsche Hoffnung Buchmann dämpft Erwartungen - Sportlicher Leiter Poitschke: „Emu hatte schwierige Tage“

Mitte August stürzte die deutsche Hoffnung bei der Tour ausgerechnet bei der Generalprobe schwer, noch immer ist er nicht beschwerdefrei, wie er in Nizza berichtete. „Am Anfang war der Rücken das Hauptproblem. Da konnte ich kaum aus dem Bett aufstehen“, erzählt der 27-Jährige gegenüber dem SID. Inzwischen habe er mit dem Rücken „keinen Stress mehr“, jedoch sei „das Hüftgelenk ein bisschen das Problem, das merke ich noch deutlich“.

Einen Tag vor Beginn des wichtigsten Radrennens der Welt machte Buchmanns Zustandsbericht wenig Hoffnung, denn bereits am Sonntag ist der Kapitän des Bora-hansgrohe-Teams in den Alpen gefordert. „Die Route ist wirklich schwierig“, meinte Buchmann, „ich weiß nicht, in welcher Form ich bin. Wir werden sehen, es ist schwer zu sagen.“

Auch Buchmanns Sportlicher Leiter Enrico Poitschke zeigte sich am Freitag erneut skeptisch, was seinen Kapitän angeht. „Im Moment halte ich es für schwierig, auf das Podium zu kommen. Emu hatte schwierige Tage, es war zeitweise nicht klar, ob er die Tour fahren kann - das Podium war weit entfernt“, so der frühere Milram-Profi. Buchmann wird jedoch antreten und kämpfen. „Ich fahre auf die Gesamtwertung“, meinte: „Man wird dann sehen, inwieweit das möglich ist.“

Tour de France: Buchmann-Einsatz war kurzzeitig in Gefahr - „gibt ein paar Fragezeichen“

Update vom 25. August, 09.25 Uhr: Dass Emanuel Buchmann an der diesjährigen Tour teilnimmt, steht nun immerhin fest. Seine Siegeschancen sind dabei aber alles andere als gut. Das gibt der 27-Jährige selbst zu.

„Es ist viel möglich, aber es muss alles passen, besonders in der Vorbereitung. Das ist uns leider nicht aufgegangen“, sagte der Vorjahresvierte im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Buchmann war vor wenigen Tagen gestürzt, weshalb sein Tour-Start kurzzeitig in Gefahr war.

Er habe immer noch Schmerzen und könne nicht wie geplant trainieren. „Ich habe definitiv ein paar wichtige Trainingstage verloren, habe mich dafür aber letzte Woche voll auf die Therapie konzentriert“, ergänzte Buchmann. Das sei bitter, „weil ich richtig gut in Form war“. Das Ziel sei nach wie vor das Podium. „Aber es gibt ein paar Fragezeichen.“

Tour de France: Bangen um Emanuel Buchmann - Entscheidung über Teilnahme jetzt gefallen

Update vom 24. August, 21:21 Uhr: Die deutschen Tour-Fans dürfen aufatmen! Emanuel Buchmann wird an der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt teilnehmen. Der 27-Jährige erhielt am Montag von den Ärzten seines Teams Bora-hansgrohe die Freigabe für die Teilnahme am wichtigsten Radrennen der Welt.

Die ambitionierten Ziele von Buchmann sind aber in Gefahr. Ursprünglich hatte er eigentlich das Podest bei der Tour angepeilt.

„Es gibt nun ein paar Fragezeichen, zumal es ja gleich richtig los geht“, sagte Buchmann: „Es gibt keine Zeit zum Einrollen. Schon auf der zweiten Etappe geht es in die Berge. In wie weit ich da mithalten kann, wird man sehen. Ich kann die Tour jetzt nur von Tag zu Tag in Angriff nehmen.“

Immerhin: Ex-Meister Maximilian Schachmann steht als Tour-Helfer bereit. Der Berliner reist trotz eines bei der Lombardei-Rundfahrt erlittenen Schlüsselbeinbruchs ebenfalls zum Grand Depart nach Nizza. Das Gleiche gilt für Gregor Mühlberger (Österreich), der eine leichtere Verletzung am Handgelenk auskuriert hat.

Tour de France: Teilnahme von deutschem Rad-Star Emanuel Buchmann in Gefahr

Erstmeldung vom 24. August: Oberlungwitz - Vor der Tour de France muss sich das Radsportteam Bora-hansgrohe etwas zurücknehmen, was die Erwartungshaltung der dreiwöchigen Tour angeht. Kapitän Emanuel Buchmann stürzte am vorletztes Wochenende in einer Abfahrt beim Critérium du Dauphine. Sein Sportdirektor musste ein bedrückendes Urteil verkünden.

Tour de France: Deutscher Favorit Emanuel Buchmann erlitt Sturz - geht er trotzdem an den Start?

Enrico Poitschke, ehemaliger Radsportler und inzwischen Sportdirektor beim bayerischen Radsportteam Bora-hansgrohe, dämpfte die Erwartungen an die deutsche Tour-de-France-Hoffnung Emanuel Buchmann und äußerte sich bei den deutschen Straßen-Meisterschaften auf dem Sachsenring bei Chemnitz besorgt. Der Sturz des Favoriten koste „ein paar Prozente“, hieß es. „Bei der Tour machen ein paar Prozente viel aus", meinte der 51-Jährige gegenüber dem SID.

Nun müsse an so realistisch sein, „dass es ganz schwer wird, das zu erreichen, was wir vor hatten“. Buchmann erlange im Vorjahr Platz vier bei der Tour de France und peilte in diesem Jahr einen Podestplatz bei der diesjährigen Tour an. Mit diesem Ziel oder gar einem Gesamtsieg dürfte es nun schwer werden. „Der Sturz ist einfach extrem negativ gewesen. Wir werden natürlich alles versuchen. Aber man muss nicht verwundert sein, wenn das kleine Bisschen fehlt“, fügte Poitschke hinzu.

Tour de France: Glück im Unglück bei Buchmanns Sturz - Schachmann nach Autounfall fraglich

Der Sturz ereignete sich am Samstag des vergangenen Wochenendes, als Buchmann bei der Generalprobe der Tour Criterium du Dauphine in Frankreich zu Fall kam. Dabei hatte der 27-Jährige Glück, da er sich lediglich Prellungen an Rücken und Gesäß zuzog und keine Knochenbrüche erlitt. Buchmann stieg jüngst wieder ins Training ein, um beim Tour-de-France-Start in Nizza mit dabei zu sein.

Ob Buchmann bei der etwas veränderten Tour, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie um zwei Monate verschoben werden musste, an den Start geht, stand sogar auf der Kippe. Auch der Einsatz des Berliners Maximilian Schachmann, der ebenfalls für das Team Bora-hansgrohe an den Start geht, ist ebenso noch ungewiss. Der 26-Jährige wurde bei der Lombardei-Rundfahrt von einem Auto angefahren und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu.

Tour de France ohne Buchmann und Schachmann? Bora-hansgrohe-Sportdirektor hofft auf Einsatz beider Fahrer

Poitschke ist zwar nicht euphorisch, glaubt jedoch weiterhin an den Einsatz seiner zwei Schützlinge. „Es hat sich die letzten Tage gut entwickelt. Wenn sich in den Einheiten, die von der Belastung wettkampfnah gefahren werden, nichts Negatives ergibt, denke ich schon, dass sie starten können“, so der Sportdirektor.

Derweil fordert ein anderer Top-Fahrer die Fans auf, während der Tour de France am Straßenrand die Masken zu tragen. Die Tour startet am Wochenende ausgerechnet im neuen Corona-Hotspot Nizza. Bereits auf der 2. Etappe müssen die Favoriten Farbe bekennen - es gilt zwei Berge der 1. Kategorie zu erklimmen. Wir sind im Live-Ticker dabei. (ajr) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Die Tour de France läuft erst seit zwei Tagen und schon gab es das erste Kuriosum in einem deutschen Team. Radsport-Star Sagan sorgte für eine Trikot-Verwirrung.

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