Irre Abrechnung mit dem modernen Radsport

Jan Ullrichs Edel-Helfer ätzt nun gegen die deutsche Legende und holt zum Rundumschlag aus

Jan Ullrich und andere Fahrer des Teams Telekom bei der Tour de France.
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Das Team Telekom um Jan Ullrich dominierte die Tour de France in den Jahren 1996 und 1997.

Brian Holm verhalf Jan Ullrich bei der Tour de France 1996 als Edelhelfer zum zweiten Platz. Jetzt rechnet er mit seinem Ex-Kollegen und dem modernen Radsport ab.

  • Brian Holm war bei der Tour de France 1996 Edelhelfer beim Top-Team Telekom.
  • Er verhalf Bjarne Riis zum Sieg und Jan Ullrich zum zweiten Platz.
  • Nun ätzt er gegen „zu verwöhnte“ junge Fahrer und verrät, wie Ullrich tickte.

Dänemark - Der dänische Rad-Profi Kasper Asgreen schrieb vor einigen Tagen von einer „sehr harten Etappe“ bei der Tour de France*. Das brachte seinen Landsmann und Ex-Profi Brian Holm dermaßen auf die Palme, dass er kurzerhand mit der kompletten Rad-Szene abrechnete. Auch über seinen ehemaligen Teamkollegen Jan Ullrich verlor er kein gutes Wort.

Auf seinem Instagram*-Account veröffentlichte Holm ein Statement, in dem er gegen die junge Generation des Radsports ätzt. Er ist der Meinung, dass die Tour zu seiner Zeit deutlich anstrengender gewesen sei.

Tour de France: Ex-Teamkollege von Jan Ullrich zieht über junge Fahrer her - Landsmann wird nicht verschont

„Lieber Kasper Asgreen, wenn du nach drei Tagen schon müde bist, werde ich dir etwas über die Tour 1996 erzählen. Henn, Aldag, Heppner und Bölts brachten damals das Peloton durch Hitzewellen, Stürme und nasses Kopfsteinpflaster. Wir hatten keinen schicken Bus oder einen Hipster-Koch mit Seemann-Tattoos und einem lustigen Hütchen“, schreibt Holm.

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Dear @k_asgreen if you think you are tired after 3 days “coupe de pedale” in south of France I will tell you about Tour 96. Heppe, @udo.boelts @aldag.rolf and Henn was pulling the peloton for 3 weeks through heat waves, thunderstroms, wet cobbels, Pyrenees, Alps, Voges, Holland, Belgium. We had no fancy bus or a hipster cook with sailor tattoos and a funny hat, press officers did not exist, we spoke with our heart and when somebody beated us, we did not congratulate them on fucking facebook. I shared room with Riis and listend to his shitty taste of music for 3 weeks (my ears is still bleeding). Now 24 years after I still wake up middle of the night, sweating like a shot pony having nightmare about stage 16 through 44 degree massif central to Hautacam.. We never saw our boss Walther Godefroot smiling and Riis, Zabel and Ullrich was not exactly stand-up comedians either,- trust me. In Paris after winning GC and half of the stages we ate sauerkraut because it was the favorite food of all the scheisse Fritz’s. So dear Kasper, if you feel tired and unwell, give me a call and I tell you about real life. Have a good drive in the air condition-high tech-team bus, enjoy your protein-strawberry-milkshake, remember cycling is your religion and say hi to the boys. Good luck 👊🏻

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Der Däne war 1996 Edelhelfer für Gesamtsieger Bjarne Riis und den ein Jahr später triumphierenden Jan Ullrich, der in diesem Jahr Zweiter wurde. Seine harsche Kritik trifft auch die ehemaligen Teamkollegen: „Ich teilte das Zimmer mit Riis und musste drei Wochen seine scheiß Musik ertragen. Ullrich und Zabel waren auch keine Stand-Up-Comedians. Nach dem Tour-Sieg aßen wir in Paris Sauerkraut, weil es das Lieblingsessen der scheiß Fritzes war“, wütet Holm. Er meint er die Deutschen - und schießt damit endgültig weit übers Ziel jeder sachlichen Kritik hinaus.

Apropos Jan Ullrich: Was macht der einstige Radsport-Held heute? Ein Insider packte aus*.

Tour de France: Brian Holm war 1996 gedopt - jetzt greift er deutsche Zeitung direkt an

Für Asgreen hat er noch einen Rat: „Wenn du müde bist und dich unwohl fühlst, ruf mich an. Ich erzähle dir vom wahren Leben. Gute Fahrt in deinem voll klimatisierten High-Tech-Bus und genieße deinen Protein-Erdbeer-Milchshake!“. Unglaublich: Holm wurde bei der Tour 1996 zweimal des Blutdopings mit Epo überführt. Dann doch lieber ein Proteinshake.

Nachdem die Sport Bild über Holms Wutrede berichtete, hatte er sogar noch eine persönliche Nachricht für die Zeitung auf Lager: Im nächsten Instagram-Beitrag lud er ein Bild mit ausgestrecktem Mittelfinger hoch. Dazu schreibt er auf deutsch: „Liebe Sport Bild, wünsche euch allen einen schönen Tag“, begleitet von einem ironischen Herzen.

Das nennt man dann wohl Konfrontationskurs. Ein User kontert direkt: „Sagt ein Doper, wie lustig. Beste Grüße, ein Fritz“. (epp) *tz.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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