Drama bei 13. Etappe

Tour de France: Spektakuläres Finish! Zwei Deutsche bei schwerster Etappe auf dem Podium

Maximilian Schachmann von Bora-hansgrohe bei der Tour de France.
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Maximilian Schachmann sah lange wie der sichere Sieger aus.

Bei der 13. Etappe der Tour de France schnuppern zwei Deutsche lange am Sieg - doch ihre Träume werden von einem Kolumbianer jäh beendet.

  • Tour de France: Daniel Martínez gewinnt die 13. Etappe.
  • Zwei Deutsche schaffen es auf das Podium - es fehlen nur wenige Meter zum Sieg.
  • Bei der bisher wohl schwersten Etappe begeistern Lennard Kämna und Maximilian Schachmann.

Update vom 11. September, 18.45 Uhr: Ist das bitter! Die deutschen Fahrer Maximilian Schachmann und Lennard Kämna liefern bei dem wohl schwersten Teilstück der Tour mit sieben Bergwertungen eine bärenstarke Leistung ab. Es sieht lange Zeit nach einem Etappensieg aus - doch auf den letzten Metern schwinden die Kräfte. Hauchdünn reicht es nicht zum Sieg.

191,5 Kilometer mussten die Fahrer bei der 13. Etappe gehen - und über 4459 Höhenmeter bewältigen. Bis kurz vor dem Ziel liegt Schachmann in Führung, bevor er von seinen Verfolgern Lennard Kämna und Daniel Martínez am letzten Anstieg kassiert wird. Die beiden liefern sich in der Folge einen Zielsprint, in dem der starke Kolumbianer letztlich mehr Körner als Kämna zu bieten hatte. So belegen die beiden Deutschen von Bora-hansgrohe Rang zwei und drei. Was für ein Drama.

Tour de France: Drei deutsche Fahrer in den Top 10 - Roglic baut Führung weiter aus

Mit Simon Geschke auf Platz sieben landete ein weiterer deutscher Fahrer in den Top 10. „Ich bin nicht zu 100 Prozent zufrieden. Max hat mir das auf dem Silbertablett präsentiert und deshalb bin ich nicht zufrieden, wie es am Ende gelaufen ist. Nichtsdestotrotz war es eine tolle Etappe“, sagte Kämna, der das Bergauf-Finale auf den letzten 150 Metern eröffnet hatte, dann aber Martinez‘ Konter nichts mehr entgegensetzen konnte. Der Sprint im Video:

Im Gesamtklassement baute der Slowene Primoz Roglic seine Führung weiter aus. Er liegt nun 44 Sekunden vor seinem Landsmann Tadej Pogacar und 59 Sekunden vor Titelverteidiger Egan Bernal, der erneut etwas abreißen lassen musste.

Tour de France: Caleb Ewan gewinnt elfte Etappe in packendem Zielsprint

Erstmeldung vom 9. September: Poitiers - Auf der elften Etappe der Tour de France von Châtelaillon-Plage nach Poitiers setzte sich Caleb Ewan im Sprint durch. Der Australier feierte schon seinen zweiten Etappensieg. Beim Zielsprint ging es gewohnt hart zur Sache, fast hätte ein fatales Manöver eine Massen-Karambolage ausgelöst.

Sam Bennett holte sich auf der zehnten Etappe seinen ersten Sieg bei der Tour de France und übernahm von Peter Sagan das Grüne Trikot. Der Ire brach nach seinem Erfolg live im TV in Tränen aus. Nach der elften Etappe wäre es beinahe wieder zu Tränen im Fahrerfeld gekommen, doch diesmal bestimmt nicht aus Freude.

Tour de France: Wahnsinns-Massensprint der elften Etappe im Video

Tour de France: Wild-West-Sprint auf der elften Etappe

Einen Tag nach seiner Niederlage und dem Verlust des grünen Trikots für den besten Sprinter wollte sich Peter Sagan mit einem Etappensieg zurückmelden. Der Slowake versuchte alles und drückte im Massensprint den zweifachen Etappensieger Wout van Aert mit dem Oberkörper zur Seite. Ein riskantes Manöver, das einen Sturz zur Folge hätte haben können.

Van Aert fluchte, schimpfte und zeigte Sagan den Mittelfinger. Der belgische Überflieger wurde durch einen heftigen Rempler des Ex-Weltmeisters vom deutschen Bora-hansgrohe-Team in einem Wild-West-Sprint womöglich um seinen dritten Etappensieg gebracht. „Ich habe ihm einige unschöne Worte gesagt. Es ist frustrierend. Das war komplett gegen die Regeln. Ich war überrascht und schockiert. Ich konnte froh sein, nicht zu stürzen“, echauffierte sich van Aert. Die Jury teilte die Meinung des Belgiers und gab Sagan die Quittung. Der Superstar wurde auf Platz 85 strafversetzt.

Tour de France: Wiederholungstäter Sagan

Sagan, der zunächst als Zweiter die Ziellinie überquert hatte, war sich erst keiner Schuld bewusst. Sein Team räumte aber schnell den Fehler ihres Topstars ein und legte auch keinen Einspruch gegen den Jury-Entscheid ein. „Peter hat van Aert härter berührt, als er es gewollt hat. Das war weit weg von perfekt, aber wir müssen es akzeptieren“, sagte Sportdirektor Enrico Poitschke.

Dass der Superstar mit harten Bandagen im Finale kämpft, ist bekannt. 2017 hatte er im Sprint den Ellbogen gegen Mark Cavendish ausgefahren und war anschließend komplett von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen worden. Diesmal hat er nur viele Punkte im Kampf um das Grüne Trikot verloren. (ck/dpa) tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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