Pogacar gewinnt 107. Tour de France

Sensation bei der Tour de France! Wunderkind wird jüngster Sieger seit 1904 - Deutscher mit roter Laterne

Die diesjährige Tour de France fand einen überraschenden Sieger. Der 21-jährige Slowene Tadej Pogacar ist der jüngste Tour-Gewinner seit 116 Jahren.

  • Der Slowene Tadej Pogacar gewann sensationell die verschobene 107. Tour de France.
  • Mit 21 Jahren ist er der zweitjüngste Fahrer, dem dieses Kunststück gelingt.
  • Die deutschen Fahrer enttäuschten bis auf einen Tagessieger weitestgehend.

Paris - Völlig unerwartet erkämpfte sich Tadej Pogacar am Samstag, dem vorletzten Tag der Tour de France, im Bergzeitfahren das Gelbe Trikot - ausgerechnet von seinem Landsmann Primoz Roglic. Damit stand der 21-Jährige bereits vor dem Gesamtsieg. Da es auch dieses Jahr auf der letzten Etappe traditionell keine Attacken auf den Führenden gab, konnte sich der Slowene als zweitjüngster Sieger Tour de France feiern lassen.

Jüngster Sieger seit über 116 Jahren: Pogacar holt sich Sieg bei der Tour de France

Pogacar hatte bereits am Samstag die Weichen für seinen Erfolg gelegt, nun konnte er einen Tag vor seinem 22. Geburtstag ausgelassen jubeln. „Das ist wirklich unglaublich, ganz verrückt. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben“, so der Youngster, der in seinem Heimatland für Partystimmung sorgte.

Beim Schlusssprint der Tour auf den Champs-Elysees in der Hauptstadt konnten sich jedoch andere Fahrer durchsetzen. Der Ire Sam Bennett setzte sich im Massensprint durch und schnappte sich das Grüne Trikot, das der Slowake Peter Sagan vom deutschen Team Bora-hansgrohe zuletzt siebenmal in Folge gewann. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so eine Etappe mal gewinnen könnte. Und das auch noch in Grün, das ist so besonders“, so Bennett nach seinem irren Finish.

Tour-Sieger Pogacar wurde zudem der erste Fahrer, der in einem Jahr das Gelbe Trikot, das Weiße Trikot des besten Jungprofis sowie das gepunktete Berg-Trikot holte. Außerdem wurde er mit 21 Jahren zweitjüngster Sieger in der Geschichte der Tour. Nur der 19-jährige Franzose Henri Cornet war im Jahr 1904 jünger.

Tour de France 2020: Unglaubliche Aufholjagd ermöglichte Slowenen Tour-Sieg - Deutscher mit Rote Laterne

Erst am Samstag konnte sich Pogacar nach einem 57-Sekunden-Rückstand sensationell an seinem Landsmann Roglic vorbeiziehen und sicherte sich nach einer unmöglich geglaubten Aufholjagd das gelbe Trikot. Am Ende stand ein 59-sekündiger Vorsprung für den jungen Radprofi, der an jenem Tag die Radsportwelt auf den Kopf stellte und den Weg für seinen Gesamtsieg ebnete.

Bester Deutscher wurde in der Endabrechnung Lennard Kämna, der bei der 16. Etappe den einzigen deutschen Tagessieg holte. Er belegte den 34. Platz, sein Team-Kollege Emanuel Buchmann musste seinen geplanten Angriff auf das gelbe Trikot aufgrund seines Sturzes abblasen. „Allzu viel Positives nehme ich nicht mit“, so Buchmann, der immerhin noch den 38. Rang im Gesamtklassement holte. Er wolle es im kommenden Jahr erneut versuchen und ist „davon überzeugt, dass ich deutlich mehr kann, als ich dieses Jahr gezeigt habe“.

Der Deutsche Roger Kluge vom Lotto-Soudal-Rennstall blieb beim letzten Sprint ohne Chance und behielt auch auf der letzten Etappe die Rote Laterne. Nach Willy Kutschbach im Jahr 1935 gab es bis heute keinen Deutschen, der im Gesamtklassement den letzten Rang belegte. Auch Kluges Rückstand von über sechs Stunden war historisch, seit 1955 war es der größte Abstand zwischen Schlusslicht und Sieger. (ajr)

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