Auf der 3. Etappe

Eurosport-Experten zoffen sich live im TV - Moderator muss eingreifen

Die Tour de France befindet sich noch in der ersten Woche.
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Die Tour de France befindet sich noch in der ersten Woche.

Die Tour de France befindet sich noch am Anfang. Bei der Übertragung der 3. Etappe gab es jetzt Zoff zwischen den Eurosport-Experten Ron Ringguth und Jens Voigt.

  • Die Tour de France 2020 befindet sich noch in ihrer ersten Woche
  • Trotzdem schlagen die Emotionen hoch - auf der 3. Etappe zofften sich die Eurosport-Experten live im TV
  • Dabei ging es allerdings nicht um sportliche Themen

München/Sisteron - Für alle Radsport-Fans ist es das absolute Highlight des Jahres. Wenn im Sommer die Tour de France stattfindet, lockt das unzählige Anhänger an den Straßenrand, die ihre Helden über den Berg peitschen. Emotionen gehören also auch zum Radsport dazu. In diesem Jahr ist das allerdings ein bisschen anders.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde die Tour um mehrere Wochen verschoben und startete erst Ende August. Auch sonst ist einiges anders. Die Fans am Straßenrand sind angehalten, Masken zu tragen und auch die TV-Sender und Experten reisen nicht mit dem Tour-Zirkus durch Frankreich, sondern berichten aus Deutschland über die Rundfahrt. Darunter leidet die Emotionalität ein wenig. Vermeintlich.

Trotz der teils widrigen und neuen Umstände bei der diesjährige Tour de France verfolgen nicht wenige Radsport-Fans die Tour im TV. Sowohl bei den Öffentlich-Rechtlichen als auch auf Eurosport wird der Kampf ums Gelbe Trikot täglich übertragen. Vor allem Eurosport setzt dabei auf geballte Radsport-Kompetenz: Rolf Aldag, mehrfacher Tour-de-France-Teilnehmer und Ex-Team-Kollege von Jan Ullrich im Team Telekom und Jens Voigt, der 2001 und 2006 sogar jeweils eine Etappen auf der Tour gewinnen konnte, gehören zum Experten-Team beim selbsternannten „Home of Cycling". Außerdem steht meist Ron Ringguth als weiterer Co-Kommentator zur Seite.

Tour de France: „Ohne Atomkraft geht‘s nicht!“ - Eurosport-Experten zoffen sich live im TV

Die Expertise der Ex-Rad-Stars bietet bei den Etappen für den TV-Zuschauer einen absoluten Mehrwert. Denn wer kann besser beschreiben, was bei einer Tour-Etappe im Feld geschieht, wie sich die Stars im Hochgebirge oder bei einer Flachetappe fühlen, als die ehemaligen Fahrer, die selbst unzählige Tour-Teilnahmen vorzuweisen haben?

Insofern kann man den Co-Kommentatoren und Experten die fachliche Kompetenz nicht absprechen. Wenn es aber weg von den sportliche Themen geht, kann es auch einmal emotional werden. Kurios wurde es auf der dritten Etappe, als Ringguth und Voigt erregt miteinander diskutierten - ohne, dass es dabei um den Radsport ging. Auf der 5. Etappe am Mittwoch könnte die Stunde der Sprinter schlagen oder holt sich ein Ausreißer den Etappensieg?*

Was war geschehen? Auf den TV-Bilder in der Nähe des Etappenziels in Sisteron waren unzählige Hektar von Photovoltaikanlagen zu sehen. Das brachte Ringguth, der dem TV-Zuschauer immer mal wieder spannenden Fakten zu den Sehenswürdigkeiten abseits der Strecke nahe bringt, richtig ins Schwärmen. „Das ist die Zukunft, auch im Hinblick auf die E-Autos“, sagte der Kommentator. Dem aber widersprach Voigt dann energisch. „Ja, aber was machen wir in der Nacht?“, so der zweifache Gewinner der Deutschland-Tour: „In der Nacht kann ich mein Auto dann nicht laden, weil da scheint die Sonne nicht. Ohne Atomkraft geht‘s nicht!“

Tour de France: TV-Zoff zwischen Aldag und Voigt - Gibt's Konsequenzen?

Das wiederum wollte Ringguth nicht so stehen lassen und führte an, dass es Mittel und Wege gäbe, den Strom auch für die Nacht zu speichern. Ehe die Emotionen zwischen den beiden Experten aber überzukochen drohten, unterband Kommentator Karsten Migels die Diskussion: „Jetzt konzentrieren wir uns aber mal wieder auf den Radsport."

Nach einem kurzen Schweigen, konnte sich Ringguth in Richtung Voigt einen kleinen Seitenhieb aber nicht verkneifen. „Jetzt hab ich dich vorhin gelobt und jetzt das...“, so der 52-Jährige. Dies blieb aber von Voigt unkommentiert. Inwieweit der Zoff wirklich ernst gemeint war, kann man aus der Ferne nicht beurteilen. Professionell kommentierten beide dann das Finale der Etappe.

Am Dienstag gab es bereits in der ersten Woche eine Bergankunft. Emanuel Buchmann kassierte dabei einen kleinen Nackenschlag. Der Star von Bora hansgrohe gehört zu den Mit-Favoriten der diesjährigen Tour de France. Die weiteren Etappen können Sie hier verfolgen.

Ein alter Weggefährte von Jan Ullrich ätzt nun gegen den Tour-Sieger von 1997 . (smk)

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