Es reicht einfach nicht für Haching

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Enttäuscht und abgekämpft: Markus Schwabl (l.) und Robert Müller nach dem Schlusspfiff.

Die leise Hoffnung der SpVgg Unterhaching auf ein Wunder im Kampf gegen den Abstieg aus der Dritten Liga hat gestern wieder einen Dämpfer bekommen. Durch ein frühes Tor schon nach knapp drei Minuten verloren die Hachinger beim SV Wehen Wiesbaden 0:1 und verpassten einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt. Auch ein sportliches Geschenk für Präsident Manfred Schwabl blieb damit aus, der Unterhachinger Klub-Chef feierte gestern seinen 55. Geburtstag.

Unterhaching –  „Ich bin enttäuscht, vor allem wie das Ergebnis zustande gekommen ist“, sagte Haching-Trainer Arie van Lent, „ich bin aber stolz darauf, wie wir heute Fußball gespielt haben. Aber auch in der Dritten Liga zählen die Ergebnisse.“

Die Gastgeber entschieden das Duell der Drittliga-Dinos mit einem Kopfballtreffer schon in der 3. Minute. Kempe köpfte nach einem Eckball an die Querlatte und beförderte den Abpraller im zweiten Versuch ins Tor. Eine kalte Dusche für die Gäste, die sich allerdings schnell fingen und das Kommando übernahmen. Niclas Anspach hatte schon wenige Minuten später die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an SVW-Schlussmann Boss. Auf der Gegenseite parierte SpVgg-Keeper Jo Coppens einen Schuss von Tietz (24.).

Auch im zweiten Durchgang präsentierte sich die SpVgg nicht wie ein Abstiegskandidat, hatte lange mehr vom Spiel, blieb aber vor dem gegnerischen Tor wie so oft zu harmlos. Markus Schwabl prüfte in der 55. Minute Wehens Torwart, die beste Chance vergab Stephan Hain in der 81. Minute, als Boss seinen starken Kopfball gerade noch um den Pfosten lenken konnte. Unterm Strich die besseren Chancen hatten dennoch die Gastgeber. Coppens war bei den Versuchen von Korte (64. und 86.) zweimal mit starken Paraden zur Stelle, Tietz zielte in der 68. Minute mit einer akrobatischen Einlage knapp vorbei.

Arie van Lent konnte nach dem Abpfiff wieder einmal nur die altbekannte Platte abspielen: „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Am Anfang waren wir sehr schlafmützig, nach zehn Minuten haben wie aber das Spiel gemacht und viel Leidenschaft bis zur letzten Minute gezeigt.“ Das Problem war das gleiche wie schon so häufig in dieser Saison: „Wir haben die spielerische Überlegenheit nicht genutzt und waren im letzten Drittel zu umständlich. Das war am Ende zu wenig.“

Die SpVgg verpasste nach dem überraschenden Sieg gegen Dresden vor einer Woche einen weiteren Schritt Richtung Wunder und konnte auch die Punktverluste der Konkurrenz nicht nutzen. Mit weiterhin sechs Punkten Rückstand zum rettenden 16. Platz ist der Klassenerhalt für den Tabellen-Letzten noch immer möglich, die Chancen wurden durch die 20. Niederlage im 32. Saisonspiel aber nicht besser.

Die SpVgg kassierte mit dem Tor gestern übrigens ihren 600. Gegentreffer in der Dritten Liga. Wehen Wiesbaden – einsamer Spitzenreiter der Ewigen Tabelle – und die Hachinger sind mit 412 Spielen die Rekordhalter der Liga, die Hessen knackten mit dem Sieg gestern die 600-Punkte-Marke.

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