Haching fehlt der Torhunger

Die SpVgg Unterhaching spielt gegen den MSV Duisburg wieder einmal ansehnlich, verliert aber nach zahlreich vergebenen Torchancen erneut.

Unterhaching -– Sinnbildlich bei der unglücklich mit 0:1 (0:1) verlorenen Partie vor erneuter Geisterkulisse im Unterhachinger Sportpark trat Co-Trainer Roman Tyce auf. Der engagierte Oberhachinger Coach motivierte vor und während des Spieles seine Spieler lautstark und gestenreich. Und der Deisenhofener Futsal-Trainer zeigte in der ersten Halbzeit auch noch beim Auffangen eines ins Seitenaus gespielten Balles vorbildlich körperliches Engagement. Ähnlich erging es auf dem Spielfeld der Mannschaft: Sie zeigte sich gegen den MSV stets engagiert sowie laufstark und verbuchte weitaus mehr Ballbesitz als der Gegner. Am Ende reichte der Einsatz aber nach einem knappen Dutzend an kläglich vergebenen Torchancen nicht. Die Zebras zeigten sich im Vergleich zu den Hausherren wesentlich effektiver und gewannen das Spiel durch einen Treffer von Orhan Ademi mit 1:0 (37.).

Stets bemüht, aber eben in der Endabrechnung zu wenig: Dieses Muster verfolgt die Hachinger schon seit geraumer Zeit. Sowohl gegen die aufgrund Corona-Fällen im Team 17 Tage zuvor nicht in üblicher Form trainierenden Duisburger als auch in den vorausgegangenen Spielen der laufenden sowie in der Rückrunde der vergangenen Saison. Während MSV-Trainer Torsten Lieberknecht nach dem Flutlichtspiel am Mittwochabend von einem „schmutzigen und glücklichen Sieg“ sprechen konnte, musste auf der Gegenseite Hachings Cheftrainer Arie van Lent die zweite Niederlage in Serie mit einer Portion Frust zu kommentieren. „Ich ärgere mich, dass wir trotzdem seit Wochen ein bisschen das Problem haben, unsere Überlegenheit zu nutzen unsere Torchancen nicht zu machen. Das war nicht nur gegen Duisburg so, sondern schon die letzten Wochen. Wir versäumen es, Ruhe reinzubringen und uns zu belohnen“, sagte der ehemalige Bundesligastürmer.

Die Hachinger präsentierten sich in der ersten Hälfte kombinationsfreudig und verbuchten viel Ballbesitz. Doch wie so oft hatten die Hachinger Offensivspieler vor dem gegnerischen Tor eine Ladehemmung. Lucas Hufnagel (3., 6.) und Niclas Anspach (13.) vergaben im ersten Durchgang beste Möglichkeiten der Platzherren.

Die Gäste, die neben dem Tor im gesamten Spiel lediglich zwei weitere Torchancen verbuchten (51., 57.), verteidigten nach dem Seitenwechsel die Führung konsequent dank eines funktionierenden Abwehrbollwerks. Die Hachinger hingegen waren nicht in der Lage, aus vielen herausgespielten Möglichkeiten Kapital zu schlagen. Der eingewechselte Felix Schröter zielte einmal knapp daneben (71.) und scheiterte später gegen den stark parierenden Duisburger Torwart Leon Weinkauf (87.). Ebenso erging es Christoph Ehlich (73.), Moritz Heinrich (81.), Dominik Stroh-Engel (89.) sowie Patrick Hasenhüttl (90.+2), die bei ihren Abschlüssen genauso wenig Glück hatten. Die mangelnde Effektivität und haarsträubende Quote bei der Chancenauswertung bietet keine rosigen Aussichten für das Nachbarschaftsduell am kommenden Montag im Unterhachinger Sportpark gegen den Tabellendritten TSV 1860 München.

Für einen Erfolg im Derby erwartet van Lent am Montag einen größeren Torhunger als zuletzt. „Wir brauchen mal einen Lucky Punch oder einen abgefälschten Schuss ins Tor, damit wir aufatmen können.“

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