Hachinger Talfahrt auf Giesings Höhen

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Hachinger Frust auf Giesings Höhen: Alexander Fuchs (hinten) und Jim-Patrick Müller.

0:3  - SpVgg Unterhaching gegen TSV 1860 ohne Chance.

VON CHRISTIAN AMBERG

Unterhaching – Es ist inzwischen eine absolute Horror-Bilanz, mit der sich die SpVgg Unterhaching seit dem Re-Start der Dritten Liga vor vier Wochen dem Saisonende entgegenschleppt. Mit dem ersehnten Derby-Sieg beim TSV 1860 München als Ende der Abwärtsspirale wurde es nichts, stattdessen gab es eine deutliche 0:3-Klatsche. Die Hachinger sind somit weiter im Sturzflug: In der Teil-Tabelle seit dem Re-Start liegt die SpVgg auf dem vorletzten Platz, nur Schlusslicht und Absteiger Jena ist noch schlechter.

Acht Spiele sind die Hachinger nun ohne Sieg, am Wochenende rutschten sie auf Tabellenplatz elf ab, das ist die schlechteste Platzierung in dieser Saison. Und nach einer äußerst gelungenen Spielzeit bis zur Corona-Pause – damals lag die SpVgg auf einem Aufstiegsplatz – wiederholt sich seitdem der übliche Rückrunden-Einbruch, der schon in den letzten Jahren Standard war. Schlechter als jetzt lag Unterhaching in den vergangenen beiden Spielzeiten seit dem Wiederaufstieg in der Endabrechnung mit den Plätzen neun und zehn aber selbst da nicht. In den sozialen Medien häufen sich inzwischen, wenig verwunderlich, sogar kritische Beiträge zu Cheftrainer Claus Schromm. Eine Entwicklung, zu der man vor ein paar Wochen nur ungläubig den Kopf geschüttelt hätte.

Es ist mittlerweile aber eben eine arg lange und unerklärliche Negativperiode, die mit dem 0:3 in Giesing ihren Tiefpunkt fand. Auch wenn wieder einige Umstände den Hachingern nicht gerade in die Karten spielten. Vor allem die lächerliche Gelb-rote Karte für Alexander Winkler, ausgerechnet im Abschiedsspiel des Hachinger Kapitäns. Schiedsrichter Florian Bad-stübner zeigte dem 28-Jährigen schon in der ersten Halbzeit eine völlig überzogene Gelbe Karte, zog sich dann kurz nach der Pause mit dem absurden Platzverweis (weil Winkler nach einem Pfiff den Ball nicht sofort freigab) den Unmut der Beteiligten auf sich.

Winkler verstand die Welt nicht mehr: „Es tut mir unfassbar leid für die Mannschaft, das war natürlich der Knackpunkt. In Unterzahl und bei diesen Temperaturen einem 0:1 hinterherzulaufen, macht’s nicht einfacher. Ich hätte mich gerne anders verabschiedet, leider ist es so gekommen.“

0:1 stand es zum Zeitpunkt des Platzverweises, Dressel hatte in der 39. Minute zum 1:0 für die Löwen getroffen, weil er sich in einem Kopfballduell mit Markus Schwabl zu leicht durchsetzen konnte. Das war wieder mal ein Schlag ins Gesicht, denn insgesamt hatte die SpVgg im ersten Durchgang mehr vom Spiel und auch die weitaus bessere Torchancen. Dominik Stroh-Engels Schuss in der 19. Minute wurde noch abgefälscht, Maximilian Krauß verfehlte das Tor nach einer schönen Einzelaktion (29.), kurz vor der Pause zielte Felix Schröter knapp drüber.

In Unterzahl hatten die Hachinger den Löwen dann in der zweiten Halbzeit allerdings nichts mehr entgegenzusetzen. Dressel machte in der 57. und 73. Minute mit zwei weiteren Toren den dritten Derbysieg für die Löwen in dieser Saison perfekt. Greilinger traf zudem für 1860 noch die Latte, Lex scheiterte an SpVgg-Keeper Nico Mantl.

„Das ist natürlich schwere Kost für uns“, sagte Trainer Claus Schromm nach dem Spiel, „wir haben in der ersten Halbzeit drei Bretter, liegen aber 0:1 hinten. Das zieht sich durch die letzten Wochen. Dann nehmen wir uns für die zweite Halbzeit viel vor, diesen Plan zerstört aber die gelb-rote Karte. Danach lag natürlich das 2:0 eher in der Luft als das 1:1.“

Am Mittwoch (19 Uhr) empfängt Haching im letzten Heimspiel der Saison den Tabellen-Letzten Jena. Sollte die Negativserie in diesem Spiel nicht mit einem deutlichen Sieg enden, werden ziemlich unangenehme Fragen folgen.

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