Ein Hachinger Sieg, der Folgen haben könnte

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Ein seltenes Bild: Die SpVgg Unterhaching beim Jubeln.

Die SpVgg hat ein Lebenszeichen in der 3. Liga gesendet. Das bereits als Absteiger feststehende Tabellenschlusslicht fuhr im Nachbarschaftsduell beim FC Bayern München II einen überraschenden Auswärtssieg ein. Ein Sieg, der Folgen haben könnte.

Unterhaching – Es geht also doch noch: Die SpVgg Unterhaching hat sich nach dem vorzeitig feststehenden Abstieg aus der 3. Liga im Nachbarschaftsduell beim FC Bayern München II nicht hängen lassen und mit 2:1 (1:0) gewonnen. Nach zuvor vier Niederlagen in Serie und einem seit Wochen anhaltenden katastrphalen Abwärtstrend kam der Erfolg im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße gegen die stark abstiegsbedrohten Münchner durchaus überraschend. Zumal der Erfolg die Amateure des deutschen Rekordmeisters ebenso tief in den Abstiegsstrudel reißt, was im Hachinger Sinn für die kommende Saison in der Regionalliga eigentlich ungünstig ist. Denn sollten auch die Bayern absteigen, hätte Haching in der kommenden Saison im Aufstiegsrennen in der Regionalliga einen staken Konkurrenten mehr.

„Es ging um die Ehre, deswegen war der Sieg für uns besonders wichtig. Wir haben alles rausgehauen, das ist ein Lob wert“, sagte Cheftrainer Arie van Lent. Die SpVgg legte ohne ihren wegen einer Magen-Darm-Grippe fehlenden Torjäger Stephan Hain gleich einen Blitzstart hin. Die Rot-Blauen setzten die verunsichert wirkenden Hausherren früh unter Druck und kamen zu den ersten Gelegenheiten. Nachdem ein Schuss von Niclas Anspach zunächst knapp am Bayern-Gehäuse vorbeigeflogen war (7.), zappelte der Ball kurz darauf im Netz der Heimelf. Markus Schwabl hatte eine Ecke hereingebracht, die über einen Kopfball von Felix Göttlicher bei Niclas Stierlin landete, der zu dem nicht ganz unverdienten frühen Hachinger 1:0 einköpfte (9.). Während von den traditionell komplett in rot spielenden Hausherren weiterhin nur wenig kam, verbuchte Haching zunächst mehr Spielanteile. Erst Mitte der ersten Hälfte drehte sich das Blatt zugunsten der Hausherren, was sich nun auch in der Verteilung des Ballbesitzes und bei den gefährlichen Torschüssen widerspiegelte. Bayerns Angelo Stiller besaß dabei die beste Möglichkeit. Der Münchner Offensivspieler wurde mit einem Steilpass mustergültig bedient, umkurvte den rausgelaufenen Hachinger Schlussmann Jo Coppens und verfehlte das leere Tor aus spitzem Winkel knapp (31.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs dann das gleiche Bild aus der ersten Hälfte: Die kleinen Bayern schliefen erneut und Haching drückte. Nachdem Stroh-Engel am zweiten Pfosten an einer Flanke von Schwabl knapp vorbeigeschrammt war (46.), schlug Anspach am kurzen Pfosten wenig später nach einer Schwabl-Hereingabe vom rechten Flügel mit dem 2:0 zu (51.). Und das muntere Hachinger Scheibenschießen gegen enttäuschende Münchner ging zunächst weiter, allerdings ohne Erfolg. Christoph Greger schoss zunächst gegen den Pfosten (59.). Und der eingewechselte Fynn Seidel traf eine Hereingabe des stark aufgelegten Schwabl freistehend vor dem Tor nicht richtig (68.). Die verpasste Vorentscheidung wurde dann auf der Gegenseite prompt gerächt. Der eingewechselte Münchner Nemanja Motika bestrafte eine Unachtsamkeit in der Hachinger Abwehr und traf zum 1:2 (72.). Die Heimelf setzte zu einer kleinen Schlussoffensive an, um die drohende Niederlage abzuwenden. Mehr als zwei knapp danebengezielte Schüsse von Nicolas Feldhahn (76.) und Motika (84.) sprangen für die Gastgeber allerdings nicht mehr heraus. Nachdem auf der Gegenseite auch Lucas Hufnagel seinen Volleyschuss aus kurzer Entfernung nicht im Bayern-Gehäuse unterbringen konnte, war wenig später Schluss. Und der unerwartete Hachinger Sieg war eingetütet.

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