Fußball - 3. Liga

Hachinger Leistungs-Explosion

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Luca Marseiler machte nach dem durch Trainer Arie van Lent erhaltenen Denkzettel ein richtig gutes Spiel und schoss das Siegtor.

Die SpVgg Unterhaching hat nach sechs sieglosen Spielen auf eine Sternstunde gehofft – und zeigte sie gegen den SV Wehen Wiesbaden. Mit der besten Saisonleistung und trotz eines frühen Rückstands gewannen die Hachinger 2:1, feierten damit den ersten Sieg seit 11. Oktober und kletterten aus der Abstiegszone.

Unterhaching –Matchwinner war ausgerechnet Luca Marseiler, der zuletzt zweimal gar nicht im Kader war und am Samstag überraschend in der Startelf auftauchte. Der 23-Jährige erzielte mit einem fulminanten Drehschuss das Siegtor. Das war aber nicht die einzige bemerkenswerte Personalie.

„Die letzten beiden Spiele nicht dabei zu sein, das hat wehgetan“, gestand Marseiler nach der Partie bei „Magenta Sport“, „darüber habe ich mir auch meine Gedanken gemacht. Ich denke, ich habe die richtige Reaktion gezeigt.“ Trainer Arie van Lent, der dem Hachinger Eigengewächs die Denkpause offensichtlich wegen einer zu laschen Trainingseinstellung verordnet hatte, hatte mit seiner disziplinierenden Maßnahme somit alles richtig gemacht. „Die Pause hat ihm offensichtlich gutgetan“, sagte der Chefcoach der SpVgg, „Luca kann Spiele mit entscheiden und ich freue mich tierisch, dass er das heute getan hat. Wir nehmen ihn ungern raus, aber er muss auch unter der Woche alles dafür tun. Heute hat er es richtig gut gemacht.“

In einer diesmal ohne Abstriche enorm engagierten und motivierten Mannschaft verdiente sich daneben Markus Schwabl die Bestnote. Bei beiden Unterhachinger Treffern leistete er die Vorarbeit, damit wird als Kapitän des Teams nicht nur in Sachen Einstellung immer wichtiger, sondern auch als Tor-Vorbereiter. Es waren im 11. Saisonspiel bereits die Scorerpunkte vier und fünf für den Außenverteidiger. Dem 1:1, das Dominik Stroh-Engel in der 20. Minute aus kurzer Distanz erzielte, war ein energischer Einsatz und eine maßgeschneiderte Flanke von Marseiler vorausgegangen, Schwabl hatte mit seinem Schuss vors Tor die direkte Vorarbeit geleistet. Vor dem 2:1 erkämpfte sich Schwabl mit einer Grätsche im Mittelfeld den Ball, Niclas Stierlin – ebenfalls einer der Besten am Samstag – lieferte danach die Flanke für Marseilers Siegtor. „Markus ist einer, der immer vorneweg geht“, sagte van Lent.

Einen dritten seiner Spieler erwähnte Hachings Trainer ebenfalls explizit: Den 18-jährigen Felix Göttlicher, der anstelle von Christoph Greger in der Innenverteidigung sein Drittliga-Debüt gab. „Er war riesennervös“, so van Lant, „aber er hat es 87 Minuten richtig gut gemacht.“ Allerdings einen unglücklichen Start in seine Profi-Karriere erwischt. Denn es waren exakt 105 Sekunden gespielt, als Wehen Wiesbaden in Führung ging. Nach einem Ballverlust an der Mittellinie schalteten die Gäste blitzschnell auf Angriff um, Göttlicher blieb im Duell mit Malone das Nachsehen.

Doch das frühe 0:1 war diesmal wie ein Weckruf für die SpVgg. „Das Tor war tatsächlich kein Vorteil für uns“, sagte Gästecoach Rüdiger Rehm, „das hat Haching geweckt. Der Gegner ist dadurch stärker geworden, wir schwächer.“ Mit viel Kampfgeist, aber auch spielerischer Klasse rissen die Gastgeber das Heft an sich und hatten die Partie danach voll im Griff. Das 1:1 war die logische Folge und hochverdient.

Im zweiten Durchgang wurden die Hachinger ab der 70. Minute zwar merklich müder, hatten aber noch zwei Pfostentreffer durch Marseiler und Niclas Anspach zu verzeichnen. Anspach verfehlte zudem im Nachsetzen das leere Tor und kurz vor Schluss war der erneut eingewechselte Boipelo Mashigo frei vor Wiesbadens Keeper Boss nicht entschlossen genug. Schwabl rettete auf der Gegenseite bei der besten Chance der Gäste auf der Torlinie, unterm Strich war der Sieg der SpVgg aber hochverdient und die Erleichterung groß.

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen, der Sieg hätte auch noch höher ausfallen können“, befand Arie van Lent. „Es ist natürlich erfreulich, dass wir mal wieder gewonnen haben.“ Und seine Mannschaft zeigte nach einer langen Durststrecke endlich das, was sie zu leisten im Stande ist.

„Wenn du gewinnst, ist alles richtig, wenn du verlierst, alles falsch, das sehe ich nicht so“, so van Lent, „aber ja, heute hat mit dem Ergebnis dazu alles gepasst. Das war definitiv ein Schritt nach vorne.“

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