Fußball

Der 26. Mai ist nicht mehr zu halten

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Hoch konzentriert: Stürmer Stephan Hain beim Training der SpVgg Unterhaching.

Aus dem Tag X für die Dritte Liga wird ein Tag Y, und der hat nun doch kein festes Datum. Die Wiederaufnahme des im März unterbrochenen Spielbetriebs am 26. Mai ist  offiziell vom Tisch.

Unterhaching – Aus dem Tag X für die Dritte Liga wird ein Tag Y, und der hat nun doch kein festes Datum. Die Wiederaufnahme des im März unterbrochenen Spielbetriebs am 26. Mai ist seit gestern offiziell vom Tisch. „Nicht mehr möglich“ sei der angedachte Termin, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gestern mit. Damit geht die Hängepartie in der heillos zerstrittenen Liga weiter. Unabhängig davon konzentriert man sich bei der SpVgg Unterhaching aufs Sportliche. Der Tabellen-Dritte nahm gestern das Mannschaftstraining wieder auf.

Wie berichtet, war auch das eine Hängepartie, und sie blieb es bis in den gestrigen Vormittag hinein. Erst um kurz nach neun Uhr kam vom Landratsamt die Genehmigung für die Rückkehr ins Training mit kompletter Kaderstärke. Schon wenig später um 10 Uhr begann der neue Trainingsalltag mit der ersten gemeinsamen Übungseinheit an der Unterhachinger Sternstraße – offiziell übrigens ganz nach Vorschrift des DFB als „Geheimtraining“.

Ein Stückchen mehr Normalität also für die Profis der SpVgg nach exakt zwei Monaten. „Es war der nächste Schritt in Richtung Fußball“, sagte Cheftrainer Claus Schromm, „es war richtig schön zu sehen, mit welcher Freude und Spaß die Jungs an die Sache herangegangen sind.“

Zwei Vokabeln allerdings beschreiben auch weiterhin die Frage, inwieweit die Hachinger Profis ihren Spaß auch wieder auf dem Platz im Spielbetrieb der Liga ausleben können. Ob und wann, heißt es immer noch, auch die Dritte Liga einen Re-Start wagt, ist wieder offener denn je. Grundsätzlich hält der DFB trotz aller Störfeuer einiger Klubs an dem Plan der Saisonfortsetzung fest, sofern die Politik das Okay gibt. Schließlich sei das von der Mehrheit der Drittligisten beschlossen worden.

Die Befürworter eines Saisonabbruchs, die damals mit 8:10 Stimmen unterlegen waren, nehmen das allerdings nicht hin und tun wenig, um eine Umsetzung der Wiederaufnahme zu ermöglichen, umso mehr aber dafür, einen Abbruch durchzusetzen. Immerhin kamen mittlerweile konstruktive Vorschläge statt ständig neuer durchschaubarer Bremsmanöver. Dass Jena, Halle und Magdeburg durch die Trainings- und Wettbewerbsverbote ihrer Landesregierungen tatsächlich den vorgegebenen Zeitplan nicht einhalten konnten und einen Wettbewerbsnachteil geltend machen, ist verständlich. Die Motivation, Alternativen zu suchen, war bisher aber nicht wirklich erkennbar. Dem Argument, dass die strengen Hygienevorgaben nicht umzusetzen seien, ist zwar im Einzelfall vordergründig erst einmal nicht zu widersprechen. Es zieht allerdings durchaus auch das Gegenargument, dass dies sicher auch für die kommende Saison nötig sein dürfte. Was jetzt nicht geht, soll dann im September schon funktionieren? 1860-Trainer Michael Köllner fragte sich zudem ebenso deutlich, „ob wir unseren Beruf einstellen sollen, bis ein Impfstoff entwickelt ist“.

Aktuell steht die Fortsetzung und Beendigung der Spielzeit wieder auf der Kippe. Sicher ist nur, dass es nicht am 26. Mai weitergehen wird, bis 30. Juni kein Saisonende möglich ist und die Spielzeit in den Juli hineinreichen wird. Auch dem hatten übrigens bereits vor zweieinhalb Wochen zehn Klubs zugestimmt.

Bis zu einer Entscheidung über einen neuen Starttermin dürfte es sich nun sogar noch weit länger hinziehen als nur wenige Tage. Schließlich ist für den 25. Mai der außerordentliche DFB-Bundestag terminiert, der über einen Abbruch entscheiden könnte. Es ist zu erwarten, dass die betreffenden Drittligisten bis dahin mehr Argumente für das vorzeitige Ende sammeln als sich aktiv mit Möglichkeiten zu beschäftigen, Konzepte umzusetzen und eine Vorbereitung für den Re-Start zu organisieren.

Sollte die Politik Grünes Licht geben, könne es schon „sehr kurz“ nach dem 26. Mai wieder losgehen, hieß es gestern immerhin vom DFB. Auch wenn der schwelende Streit zwischen den beiden Lagern in der Dritten Liga inzwischen etwas an Schärfe verloren hat, dürfte es in dieser Saison – ob nach den gespielten 27 oder am Ende doch 38 Spieltagen – keinen Frieden mehr geben.

Das Projekt Dritte Liga wackelt, nicht nur der Termin für den nächsten Anstoß in schweren Zeiten..

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