Die wirtschaftliche Bilanz ist wegen Corona so düster wie die sportliche Lage

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Die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft der SpVgg Unterhaching fand gestern virtuell statt: Haching-Boss Manfred Schwabl vor der Kamera. 

Aktionärsversammlung der SpVgg Unterhaching: Die wirtschaftliche Bilanz ist so düster wie die sportliche Lage. Doch auch einen Abstieg ins Amateurlager würde der Verein wohl überstehen.

Unterhaching Die Zahlen, die SpVgg-Boss Manfred Schwabl gestern Mittag bei der virtuellen Hauptversammlung der ausgegliederten Fußball GmbH & Co. KGaa verkündete, waren für die Investoren und Kleinaktionäre der SpVgg Unterhaching alles andere als erfreulich. Der Kurs der Aktie, die mit gut acht Euro an Wert gestartet war und bis auf rund 15 Euro hochschoss, hat – geschuldet der Corona-Krise – einen ordentlichen Absturz auf rund vier Euro hingelegt. Zudem haben die Hachinger im abgelaufenen Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2020 sechs Millionen Euro Verlust gemacht, wobei da der Verkauf von Torwart Nico Mantl zu RB Salzburg, der rund zwei Millonen Euro in die leeren Kassen spülte, noch nicht eingerechnet ist. „Der Mantl-Transfer war für uns lebenswichtig“, betonte Manfred Schwabl in seinem Amt als KGaa-Geschäftsführer. Gerüchten, die SpVgg Unterhaching werde das Stadion der Gemeinde Unterhaching nun doch nicht abkaufen, trat Schwabl freilich klar entgegen. Das Stadion sei ein langfristiges Projekt und solle auch bei einem möglichen Abstieg in die Regionalliga Bayern gekauft werden. Er befürchte nämlich, dass die Kommunen nach der Pandemie andere Aufgaben hätten, als Profi-Sport zu unterstützen und hielte eine eigene Heimat, sprich ein eigenes Stadion, für sehr wichtig.

Nun ist die die sportliche Realität in der 3. Liga trist. Die Hachinger sind Vorletzter und der Abstieg ins Amateurlager erscheint wesentlich realistischer als ein – durchaus noch möglicher – Klassenerhalt. Sollte die SpVgg Unterhaching tatsächlich den schweren Gang ins Amateurlager antreten müssen, werde man alles in die Waagschale werfen, um den sofortigen Wiederaufstieg zu realisieren, versprach Schwabl allen Aktionären. Eine Saison in der Regionalliga wäre durchzuhalten. Es würden zwar Einnahmen fehlen, aber Personal- und Reisekosten seien auch deutlich niedriger. Bei einem sofortigen Wiederaufstieg könnte man den Abstieg als „Betriebsunfall“ deklarieren, so Schwabl.

Fest steht aber, und das betonte der Haching-Boss mehrmals: „Wir werden zukünftig noch stärker als bisher auf den Einsatz von gut ausgebildeten, jungen, hungrigen, charakterstarken Spielern aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum setzen.“

Das Ziel bleibe allerdings weiterhin der Aufstieg in die 2. Liga. Allerdings: „Ein Aufstieg in die 2. Liga darf nicht das einzige finanzielle Allheilmittel sein. Wir haben uns auch selber dabei ertappt, zu viel zu investieren, um aufzusteigen. Das werden wird nicht mehr machen“, sagte der Präsident. Es werde aber keinen Kurswechsel, sondern vielmehr eine temporäre Kursanpassung geben. „Das mittelfristige Ziel 2. Bundesliga bleibt weiterhin bestehen. Erfolg ist aber kein Sprint, sondern ein Marathon. Schon als Fußballer war es so. Wenn es am meisten eingeschlagen hat, habe ich erst recht die Ärmel hochgekrempelt.“

Schwabl erklärte, dass viele der jetzigen Drittligaspieler auch für die Regionalliga gültige Verträge hätten. Dazu kämen Spieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum. „Die Saison wäre kein Selbstläufer, aber wir hätten gute Chancen.“ 

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