Fußball - 3. Liga

Haching zurück im Schlamper-Modus

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Und wieder einmal zappelt der Ball im Netz des Hachinger Tores. Terence Boyd trifft zum 1:0 für den Halleschen FC und dreht bereits ab. Hachings Torwart Nico Mantl hat das Nachsehen.

Der Sieg gegen Wehen Wiesbaden am Samstag war doch nur ein kurzes Aufbäumen und nicht die Wende. Die SpVgg Unterhaching verlor am Dienstag das Nachholspiel in Halle mit 0:2 und fiel in den alten Modus zurück: Schwach gespielt, zurecht verloren. Es war die siebte Niederlage im zwölften Saisonspiel und die vierte ohne eigenen Treffer.

Unterhaching –  Trainer Arie van Lent klang wieder einmal recht frustriert, als er nach dem Abpfiff zugeben musste: „Wir haben nicht gut gespielt und gehen verdient als Verlierer vom Platz. Wir waren in allen Aktionen unsauber, wurden dadurch nach vorne überhaupt nicht gefährlich und hatte keine Struktur im Spiel.“ Dass sie es besser kann, hatte die Hachinger Mannschaft am Wochenende im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden eindrucksvoll bewiesen. Warum sie diesmal wieder deutlich unterlegen war und so schwach agierte, war auch dem Trainer ein Rätsel: „Das frage ich mich manchmal auch, warum man das Selbstvertrauen auf dem Platz nicht sieht. Das ist eine Wundertüte bei uns.“

Ein bisschen unglücklich verlief die Partie im eisigen Stadion von Halle für die SpVgg am Ende auch noch. In der Schlussphase wurde zunächst ein Kopfball-Tor von Felix Göttlicher von Schiedsrichter Stegemann die Anerkennung verweigert, weil sich Max Dombrowka beim vorangegangenen Kopfballduell ein Offensivfoul geleistet haben sollte. Eine Fehlentscheidung, wie die Fernsehbilder belegten – die der Referee aber nicht zur Verfügung hatte. Ärgerlich, denn „ich gehe ganz normal zum Kopfball hoch und arbeite auch nicht mit den Händen, mehr kann ich nicht machen“, so „Übeltäter“ Dombrowka.

Ärgerlich auch, weil die Hachinger zu diesem späten Zeitpunkt (78.) gerade begannen, am Spiel teilzunehmen. „Wir sind natürlich einem Rückstand hinterhergelaufen, aber der Zeitpunkt wäre für ein Tor gut gewesen, wir waren gerade am Drücker.“ In der 90. Minute traf der erneut eingewechselte Boipelo Mashigo mit einem Schuss aus 15 Metern noch den Pfosten des Tors der Hausherren, die gefährlichen Offensivaktionen kamen aber freilich viel zu spät.

„Hintenraus haben wir’s nicht mehr geschafft“, analysierte Dombrowka die gesamte Partie, „aber wir kriegen vorher natürlich viel zu leicht die Tore. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir nicht gespielt, wie wir es können. Ein paar Spieler sind nicht bei hundert Prozent gewesen, bei denen war ich leider auch dabei.“Arie van Lent hielt sich mit Kritik nach dem enttäuschenden Auftritt nicht zurück: „Das war unsauber im Passspiel, wir haben keinen Ball an den Mann gebracht und waren ungefährlich nach vorne.“

Schwach war aber nicht nur Hachings Bilanz in der Offensive, sondern auch wieder einmal die Anfälligkeit in der Abwehr. Den Doppel-Torschützen Terrence Boyd, der bereits in Halles letztem Spiel gegen Viktoria Köln beide Tore zum 2:0-Sieg erzielt hatte, bekamen die Gäste nie in den Griff. Torhüter Nico Mantl musste gegen den US-Amerikaner schon nach vier Minuten mit einer Fußabwehr klären. Bei Boyds Kopfball zum 1:0 ließen sich Markus Schwabl und Niclas Stierlin im Doppelpack düpieren, beim 2:0 verlor Luca Marseiler in der gegnerischen Hälfte den Ball, anschließend konnten Robert Müller und Felix Göttlicher Boyd nicht an seinem 50-Meter-Lauf und einem erfolgreichen Abschluss hindern.

Van Lent hätte wieder an etlichen Baustellen zu arbeiten, Training ist allerdings angesichts der ständigen Englischen Wochen kaum möglich. Es geht für die SpVgg weiter Schlag auf Schlag, schon am Samstag steht das Münchner Derby gegen Aufsteiger SV Türkgücü im Münchner Olympiastadion an. Recht viel mehr als die ersten Durchhalteparolen waren im Hinblick auf dieses Spiel in Halle nicht zu hören. „Wir fahren trotzdem optimistisch da hin“, beteuerte Hachings Coach. „Alles raushauen“, gab Dombrowka als Marschroute vor, „es zählt jetzt nur Kampf und Leidenschaft und Einsatz.“

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