Dominik Bacher feiert bei der SpVgg Unterhaching gegen den 1. FC Magdeburg sein Profidebut

Dominik Bacher: Profidebut mit dem Fünferl im Schuh

Mittendrin im Geschehen: Dominik Bacher (im roten Trikot, vorn) durfte im Heimspiel der Unterhachinger gegen Magdeburg am vergangenen Mittwoch fast eine halbe Stunde spielen
+
Mittendrin im Geschehen: Dominik Bacher (im roten Trikot, vorn) durfte im Heimspiel der Unterhachinger gegen Magdeburg am vergangenen Mittwoch fast eine halbe Stunde spielen

Vor zwei Jahren, als Dominik Bacher in Unterhaching ankam, hat Manfred Schwabl ihm ein Fünferl geschenkt. Ein Glücksbringer und ein Ansporn für den Stürmer aus Habach.

Habach/Unterhaching – Der Präsident beim Drittligisten gab ihm einen Auftrag hinzu. Die Kupfermünze sollte Bacher ihm nach seinem ersten Spiel bei den Profis zeigen. Wenn das denn einmal klappen würde. In Minute 63 gegen den 1. FC Magdeburg betrat Dominik Bacher am Mittwochabend den Rasen des Sportparks. Mit der Münze unter der Sohle. Bei all dem Trubel nach dem 0:0, den Glückwünschen, den Telefonaten, den Instagram-Nachrichten vergaß er doch glatt, das zwei Jahre alte Versprechen einzulösen. Er wird das nachholen. Genauso wie er einen zum Einstand ausgeben wird. „Das kommt alles noch, dann nächste Saison“, sagt der Stürmer. Mit 18 Jahren hat Bacher sein Debüt in der Dritten Liga gegeben.

Bacher:  „Da war mir eigentlich klar, dass ich reinkomme“

Andere lernen mit 18 Jahren das Autofahren. Bacher machte das nebenbei. Bei Gelegenheit, an freien Tagen, düst er jetzt die A95 entlang, Ausfahrt Sindelsdorf, nahe der Heimat. Dort wohnen Freundin und Freunde. Einer seiner Spezl lud am Mittwoch zum Fußballschauen ein. Der Bacher, wie sie sagen, stand im Kader. Nicht U19, A-Jugend, sondern bei den Großen, bei den Profis. Auf der Ersatzbank saßen sonst keine Angreifer, was seine Chancen für einen Kurzeinsatz natürlich gewaltig in die Höhe schnellen ließen.

In der Halbzeit wies Schromm an, er solle sich doch etwas intensiver aufwärmen und bereit sein. „Da war mir eigentlich klar, dass ich reinkomme“, sagt Bacher, der Lucas Hufnagel ersetzte. Seine Bekannten daheim schmunzelten, wie sie Bacher im Fernsehen mit Nummer 32 aufs Feld traben sahen. Zugegeben: Es sieht witzig aus, wie sich diese Offensiv-Maschine mit seinen 1,90 Metern auf dem Rasen fortbewegt. Auf ihrem Instagram-Kanal kündete die SpVgg vom Wechsel. Das bekamen dann im sozialen Netzwerk selbst Menschen mit, von denen Bacher seit einiger Zeit nicht mehr viel gehört hat, und stellten ihre Glückwünsche zu.

Dominik Bacher kommt für eine halbe Stunde rein

Von Coach Claus Schromm erhielt er die Order, sich Richtung Strafraum zu orientieren. Sturmpartner Florian Dietz sollte die Laufarbeit verrichten. Die erste Aktion in Liga drei endete mit einem Fehlpass. Das war jedoch eine gute Sache. Denn Bacher verlor nicht nur den Ball, sondern auch den Druck der Erstlinge. „Der ist abgefallen. Dann hat so weit alles gut hingehauen.“ Mehr noch: Bacher beteiligte sich an einer von Hachings besten Torraumszenen. Etwa 20 Meter vor dem Kasten erreichte ihn der Ball. Mit einer Finte verwirrte er den Gegner. Sein Schuss mit rechts, aus relativ freier Position, war etwas zu hoch angesetzt. Ein Verteidiger blockte ihn zu Bachers Mitspieler. Nach einer halben Stunde endete der Ausflug in die neue Welt mit dem Schlusspfiff. Der Habacher fand’s „natürlich Wahnsinn“, so lange gespielt zu haben.

Bacher macht dir Transformation zum Profi

Seit Anfang April trainiert er regelmäßig mit den Profis. Zunächst in Vierergruppen, nun mit dem gesamten Team. Mit dem Jugendfußball könne man das nicht mehr vergleichen. Körperbetonter, schneller geht es zu. „So soll es sein“, findet Bacher. Mit 18 hat kein Fußballer ausgelernt. Bis 2021 läuft sein Fördervertrag in Haching. Der Klub hat ihm einen Job in Unterhaching verschafft, stellt ihm eine Wohnung. Nur kochen muss er selbst. „Nudeln krieg’ ich hin“, scherzt er. So schlecht dürften die Gerichte nicht schmecken – sein Vater ist Koch. Der Athletiktrainer hat Bacher in Sachen „Ernährung“ aufgeklärt und ihm den „perfekten Teller“, also eine Anleitung für Profisportler, aufgeschrieben. Der 18-Jährige arbeitet in vielen Bereichen an der Transformation zum Profi. Für welches (Hachinger) Team er nächste Saison aufläuft, ist noch ungeklärt. Der Verein arbeitet an einem Konzept für die U19 und seine Talente. Ehe dies relevant wird, stehen drei Spiele in der Dritten Liga aus. Bacher hofft auf einen weiteren Einsatz, eventuell im letzten Heimspiel gegen Jena nächsten Mittwoch. „Ich bin megahappy, wenn ich noch ein paar Minuten kriege.“

(Andreas Mayr)

Auch interessant

Kommentare