Fluch auf Hachings Kapitäns-Amt

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Nach dem Kreuzbandriss bei Dominik Stahl übernimmt Abwehrrecke Alexander Winkler die Kapitänsbinde.

Alle drei Spielführer schwer verletzt. Nun muss Alexander Winkler ran.

Unterhaching – Alexander Winkler ist – Stand jetzt – der einzige Akteur der SpVgg Unterhaching, der den Klub nach dieser Saison verlassen wird. Sollte es am Ende der Spielzeit etwas zu feiern geben, wird der 28-Jährige auf allen Fotos ganz vorne zu sehen sein: In den letzten sieben Partien ist Winkler Hachings Kapitän. Auf seiner Abschiedsrunde nach fünf Jahren bei der SpVgg wird er so noch einmal zur Gallionsfigur, neben seiner ohnehin tragenden Rolle in der Innenverteidigung.

Dass Winkler nun nicht nur interimsmäßig die Binde trägt wie zuvor bereits dreimal in dieser Saison, liegt an der Verletzung von Dominik Stahl. Der wird nach seinem im Spiel gegen Braunschweig erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie Anfang der Woche operiert. Stahl ist nach Josef Welzmüller und Marc Endres schon der dritte Kapitän auf der Verletztenliste, Winkler kommt nun als Nummer vier der festgelegten Spielführer zum Einsatz. Manche Medien schrieben nach Stahls Malheur schon vom „Fluch der Haching-Binde“. Für die SpVgg ist der Ausfall der Anführer zwar tragisch, aber auch kein strukturelles Problem. „Es ist nichts Neues, dass bei uns der zweite, dritte oder vierte Kapitän auf dem Platz die Binde trägt, auch für Alex ist das nicht das erste Mal“, sagt Trainer Claus Schromm. „Ich hoffe zwar, dass auf gar keinen Fall jetzt noch was dazukommt, sonst wird’s eng. Aber bisher haben wir das ganz gut kompensieren können.“

Weil sich die SpVgg aktuell durch eine Krise kämpft und mit drei Niederlagen in Serie den Re-Start inklusive der optimalen Ausgangsposition im Aufstiegsrennen gründlich verpatzt hat, wird ein starker und lauter Kapitän nun besonders wichtig sein. Auch schon im Auswärtsspiel beim FSV Zwickau am Sonntag (14 Uhr). Dort sind die Hachinger mal wieder bei einem Abstiegskandidaten zu Gast, gelten als Favorit und hören doch sämtliche Alarmglocken schrillen. Zuletzt in Münster war die Konstellation genauso, am Ende stand eine 1:2-Niederlage. Sieben Gegentreffer kassierte die SpVgg in den letzten drei Partien. Für die Mannschaft, die mit 38 Gegentreffern immer noch die drittbeste Defensive der Dritten Liga stellt, eindeutig zu viel. Kein schlechter Umstand, wenn der Kapitän in dieser Situation aus der Abwehrzentrale heraus dirigiert.

„Gerade was die Gegentore betrifft, müssen wir einiges besser machen“, fordert Claus Schromm vor dem Match beim Tabellen-16. in Sachsen. Die Spielweise ändern, etwa in erster Linie das Augenmerk auf die Verteidigung legen und nach vorne auf Konter zu setzen, wie es zuletzt alle Gegner sehr erfolgreich praktizierten, kommt aber für den Unterhachinger Chefcoach nicht in Frage: „Wir haben schon gerne den Ball und können mit dem Ball auch gut umgehen. Das haben wir gegen Braunschweig 90 Minuten bewiesen. Sich hinten reinstellen und auf Konter spielen, entspricht nicht unserer Grundphilosophie.“ Das Positive sehen, konzentriert bleiben, auf die eigenen Stärken besinnen, heißt daher auch am Wochenende die Devise: „Es fehlt manchmal einfach das Glück, dass ein Ball mal reingeht oder uns vor die Füße fällt“, so Schromm, „um uns für das Engagement zu belohnen.“ Nächster Versuch am Sonntag in Zwickau.

SpVgg Unterhaching: Mantl – Schwabl, Winkler, Greger, Dombrowka – Hufnagel, Fuchs – Marseiler, Heinrich – Schröter, Stroh-Engel.

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