SpVgg Unterhaching

„Es ist gerade der Wurm drin“

Dreimal das Nachsehen hat SpVgg-Torwart Nico Mantl bei der 0:3-Niederlage in Meppen. 
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Dreimal das Nachsehen hat SpVgg-Torwart Nico Mantl bei der 0:3-Niederlage in Meppen.  

Vom ICE in Richtung 2. Liga hatte die SpVgg geträumt, doch der Fußball-Drittligist erweist sich als Bummelzug: Mit dem 0:3 in Meppen har sich das Thema Aufstieg erledigt.

Unterhaching – Das war’s dann. Mit einer 0:3-Niederlage beim SV Meppen hat sich die SpVgg Unterhaching am Sonntagnachmittag aus dem Aufstiegsrennen der 3. Liga endgültig verabschiedet. Acht Punkte beträgt nun der Rückstand auf den Relegationsrang. Auch Trainer Claus Schromm hakte das Thema Aufstieg nach dem Spiel ab: „Das ist jetzt mehr als unrealistisch.“

Verdient war die Pleite in Meppen, das Ergebnis fand Hachings Chefcoach im Interview bei Magenta Sport „deutlich zu hoch für dieses Spiel“. Allerdings hatte er für die Leistung seiner Elf kaum nette Worte: „Wir sind eigentlich gut reingekommen ins Spiel, aber wie wir uns dann vor dem 2:0 auf dem Platz präsentiert haben, das ist absolut nicht in Ordnung. Wir haben fünf frische Kräfte reingebracht, da will man am Drücker sein. Aber Meppen war dem 2:0 näher als wir dem 1:1.“

Mittelfeldspieler Jim-Patrick Müller war enttäuscht und übte ebenfalls Selbstkritik: „Es ist einfach grad der Wurm drin. Wir betreiben einen hohen Aufwand, laufen viel und ackern viel, aber dann reicht es hinten und vorne nicht. Irgendwann gehen uns die Ideen aus.“

Dass das 1:0 schon nach zwölf Minuten durch einen irren Weitschuss der Kategorie „Tor des Jahres“ fiel, passte ins Bild, das die SpVgg zur Zeit abgibt. Undav zog frech von der Mittellinie ab, der Ball senkte sich über den zu weit vor seinem Tor stehenden Hachinger Keeper Nico Mantl aus rund 50 Metern ins Tor. „Das war zwar ein tolles Tor, aber das passt auch in unsere Situation“, sagte Schromm.

Danach dauerte es zwar bis zur 84. Minute, ehe Piosseks 2:0 die Entscheidung bedeutete. Dazwischen lag allerdings keine berauschende Vorstellung der Gäste, die zuletzt trotz schlechter Ergebnisse immerhin ansprechend aufgetreten waren. „Wir haben uns nicht genug dagegengestemmt“, fand der Trainer der SpVgg, „gegen Mannheim haben wir das gemacht, heute nicht, und das wurde dann auch bestraft.“

In der 43. Minute hatte Felix Schröter die erste Unterhachinger Torchance, er zielte knapp daneben. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit köpfte Niclas Stierlin am Tor vorbei. Ansonsten hatte Meppen Oberwasser und durch Undav eine weitere dicke Weitschuss-Chance. In der 45. Minute segelte sein Freistoß aus gut 25 Metern knapp am Pfosten vorbei.

Nach dem Wechsel versuchte es SVM-Torjäger Undav erneut aus der Distanz, wieder war’s ein Lupfer, Mantl klärte diesmal zur Ecke (48.). Sechs Minute später probierte es Undav aus 40 Metern, der Ball flog knapp drüber, fast wäre Hachings Keeper noch einmal kalt erwischt worden. Außer einem Schuss von Moritz Heinrich (65.) und einem Kopfball von Christoph Greger (80.) war von der SpVgg nichts zu sehen. Nach dem 2:0 traf El-Helwe für die Gastgeber sogar noch den Pfosten (87.).

Und weil’s nicht läuft für Unterhaching, auch noch das: Dominik Stroh-Engel wurde in der Nachspielzeit ein Elfmeter verwehrt, mit dem folgenden Konter erhöhte Evseev auf 3:0.

Mit der Niederlage rutschte Haching auf Platz zehn, das ist die schlechteste Platzierung in dieser Saison seit dem ersten Spieltag. Und wie in den Vorjahren steckt die SpVgg in der Rückrunden-Krise: In den letzten neun Spielen gab es nur einen Sieg (beim Vorletzten Großaspach), aber insgesamt sechs Niederlagen, seit dem Re-Start nach der Corona-Pause im Mai nur fünf Punkte aus sieben Partien bei einem Torverhältnis von 8:13. Das ist in der Formtabelle seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit dem 29. Spieltag der vorletzte Platz, nur Absteiger Jena ist noch schlechter. So ist der Traum vom Aufstieg schon in dieser Saison vier Spieltage vor Saisonende geplatzt.

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