SpVgg Unterhaching

„In fünf Wochen von der Hölle ins Paradies“

Dem Wiederanpfiff der 3. Liga fiebert SpVgg-Präsident Manfred Schwabl entgegen – Haching hat durchaus noch Aufstiegschancen.
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Dem Wiederanpfiff der 3. Liga fiebert SpVgg-Präsident Manfred Schwabl entgegen – Haching hat durchaus noch Aufstiegschancen.

Die SpVgg Unterhaching fokussiert sich im Quarantäne-Hotel auf den Wiederanpfiff der 3. Liga - und träumt weiterhin vom Aufstieg.

Unterhaching – Der Countdown-Zähler auf der Homepage der SpVgg Unterhaching läuft wieder, seit Sonntag ist das Unternehmen 3. Liga endgültig zurück im Aktiv-Modus. Mit dem Einzug ins Quarantäne-Hotel „Altwirt“ in Großhartpenning hat bei der SpVgg am Sonntagabend die finale Vorbereitung auf das erste Punktspiel nach der zweieinhalbmonatigen Corona-Pause begonnen. Dass ab kommendem Wochenende wieder gespielt wird, daran gibt es nur noch leise Zweifel, der heftige Streit in der Liga allerdings ist nach wie vor nicht verstummt.

Mit in die vorgeschriebene einwöchige Quarantäne begibt sich auch Hachings Präsident Manfred Schwabl. Auch er wird täglich in den Sportpark pendeln, allerdings nicht auf den Trainingsplatz, sondern ins Büro. „Es gibt immer noch sehr viele Themen außer den sportlichen, mit denen ich mich beschäftigen muss“, sagte er gestern. Heute zum Beispiel steht ab 13 Uhr der als Videokonferenz ausgetragene Außerordentliche DFB-Bundestag auf dem Programm, wo die 3. Liga ein Hauptpunkt sein wird. Dass es da einschneidende Beschlüsse geben wird oder Anträge, die die Saisonfortsetzung doch noch einmal ins Wackeln bringen, erwartet Hachings Klub-Boss nicht. Dass aber weiter gestritten wird, davon ist auszugehen. Die schon vor Wochen in einer Abstimmung unterlegenen Befürworter eines Saisonabbruchs geben nämlich nicht auf, den Mehrheitsbeschluss zu torpedieren.

Ost-Vereine fordern Abbruch der Saison

Magdeburg etwa, das in Sachsen-Anhalt noch nicht in Mannschaftsstärke trainieren darf, stellte einen Antrag auf Verlegung des ersten Spiels, was vom DFB umgehend abgelehnt wurde. Jena, in Thüringen sogar bis 5. Juni ausgebremst und daher gezwungen, die erste Partie in einem Stadion außerhalb des Bundeslandes auszutragen, gibt ebenfalls keine Ruhe. Von dort meldete jetzt sogar der Sportminister Wettbewerbsverzerrung an und geriet damit mit DFB-Präsident Fritz Keller aneinander. Die Verbände von Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen heute einen Abbruch der Liga fordern.

Schwabl gibt diesen Anträgen zwar keine Chance, „ich glaube nicht, dass jetzt noch was anbrennt“. Aber er stellt trotzdem mit Sorge fest: „Ich frage mich schon, ob wir noch ein Profisport sind. Die 3. Liga gibt kein gutes Bild ab und da schaut auch die DFL drauf. Es ist nicht mehr normal, wie es da teilweise zugeht.“

Die Gründe der einzelnen Klubs, einen Saisonabbruch zu fordern, hält Schwabl für vorgeschoben. „Man muss auch eine Krise mal managen können“, sagt er, „wir sind halt in einer Sondersituation. Wenn man spielen will, kriegt man es auch irgendwie hin. Wenn sich Sportvereine aber nicht mehr sportlich messen wollen, muss man schon mal alles hinterfragen.“

Breiter Kader kann im Endspurt ein Vorteil sein

Fernab der Querelen auf Funktionärs- und Verbandsebene freut sich die Mehrheit der Drittligisten auf das Wochenende, an dem wieder gespielt werden darf. Auch die fünf bayerischen Klubs. Die fünf Englischen Wochen, in denen die letzten elf Spieltage der Saison ausgetragen werden sollen, sieht Schwabl als „Traum. In diesen fünf Wochen geht es jetzt um alles“. Für die SpVgg vor allem darum, den aktuell dritten Platz zu verteidigen und im Aufstiegsrennen mitzumischen. „Wir haben fünf Wochen Zeit, von der Hölle ins Paradies aufzusteigen“, sagt er. Eine normale Vorbereitung auf ein Spiel sei zwar nun nicht möglich, „aber ich erwarte da von den Trainern das Fingerspitzengefühl, dass wir das hinbekommen. So eine Situation gab’s noch nie, aber da geht es allen gleich. Wer die Situation besser annimmt, wird am Ende erfolgreich sein.“

Seinen Verein sieht er vor dem Wiederanpfiff am Samstag in Großaspach dabei gut aufgestellt, betonte Schwabl noch einmal. „Unsere Spieler sind alle fokussiert. Wer das jetzt nicht ist, wäre eh der falsche Spieler.“ Das kickende Personal wurde übrigens auch offen gefragt, ob jemand aus gesundheitlichen Gründen auf den Saisonendspurt verzichten will, „aber da kam gar nichts“.

So kann die SpVgg mit einem 26-Mann-Kader, in dem aktuell nur Kapitän Josef Welzmüller pausieren muss, antreten. Genau diese Kaderstärke könnte zum großen Vorteil werden, glaubt Schwabl: „Jetzt brauchst du wirklich alle. Es wird nicht jeder alle Spiele über 90 Minuten machen können. Und wird haben das letzte Spiel in Duisburg, da wäre es schon gut, wenn wir noch elf Mann zusammenhätten.“ Sollte der Terminplan funktionieren, könnte Haching am letzten Spieltag beim aktuellen Tabellenführer noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpfen.

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