SpVgg Unterhaching vor ihrem 400. Drittligaspiel

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Überflieger: Markus Schwabl wurde zum besten Rechtsverteidiger der 3. Liga gekürt.

Ein Jubiläum, ein Rekord – und die große Hoffnung auf drei Punkte. Bei der SpVgg Unterhaching gäbe es am Samstag (14 Uhr) beim Heimspiel gegen den FSV Zwickau einiges zu feiern. Doch die brisante Tabellensituation überschattet die Partystimmung. Im Duell zweier Teams im Keller der Dritten Liga droht der SpVgg das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz. Andererseits könnten die Hachinger mit einem Sieg zum Rückrundenstart auch wieder einen großen Schritt Richtung Mittelfeld machen.

Unterhaching – Mit der Partie gegen Zwickau bestreitet die SpVgg ihr 400. Spiel in der Dritten Liga. Zusammen mit dem SV Wehen Wiesbaden, der noch eine Nachholpartie ausstehen hat, sind die Unterhachinger damit inzwischen der Dino der Liga und nach Einsätzen auf Platz eins der Ewigen Tabelle der 2008 eingeführten dritten deutschen Profi-Spielklasse. Nach gewonnenen Punkten (513) übrigens nur auf Platz drei, da liegen Wehen Wiesbaden (576) und der aktuelle Zweitligist VfL Osnabrück (527) noch vor Haching. „Spitzenreiter“ ist die SpVgg bei den Niederlagen (bisher 158) – und diese Bilanz sollte tunlichst nicht weiter ausgebaut werden.

Mit zehn Pleiten in 19 Partien dieser Saison steht nach der ersten Hälfte der laufenden Spielzeit nämlich eine miese Bilanz zu Buche. Nur ein Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit der 1. FC Kaiserslautern belegt, lässt im Sportpark die Alarmglocken schrillen. 21 Punkte in der Vorrunde sind eine mäßige Ausbeute. Gelingt die in der zweiten Halbserie noch einmal, würde das vermutlich nicht zum Klassenerhalt reichen. In den vergangenen fünf Jahren wären 42 Punkte nur einmal ausreichend gewesen. „Nochmal 21 Punkte werden auf keinen Fall reichen“, sagte auch Trainer Arie van Lent gestern mit Blick auf die Rückrunde.

Er hat aber weiter das Positive im Blick. „Wenn wir gegen Zwickau gewinnen, würden wir vielleicht auch wieder drei, vier Mannschaften überholen, es ist auch nach oben nicht so weit“, stellt er mit Blick auf das enge Feld der Tabelle fest. Was vor allem aber optimistisch stimmt, ist der Blick auf das letzte Spiel. Beim 0:0 gegen Türkgücü am Dienstag zeigte seine Elf eine starke Vorstellung und war dem Sieg näher als der Tabellen-Vierte mit den offensiv formulierten Aufstiegsambitionen. „Der Punkte war sehr wichtig“, sagt van Lent, „wir haben eine gute Leistung gezeigt und die Negativserie gestoppt. Vielleicht können wir jetzt eine neue positive Serie starten. Der Auftritt spricht hoffentlich für die nächsten Wochen.“ Das Spiel gegen Zwickau ist auch deswegen hochbrisant, weil der Gegner noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat. Mit diesen möglichen sechs Punkten würden sich die Sachsen aus der Abstiegsregion verabschieden und Unterhaching einen weiteren Platz nach unten drücken. Ein Dreier für die SpVgg am Samstag würde wiederum ein kleines Polster Richtung Abstiegsplätze schieben.

Abwehrchef Robert Müller, der am Dienstag im Nachholspiel wegen seiner fünften Gelbe Karte eine Zwangspause einlegen musste, kehrt in die Hachinger Startelf zurück. Und der 34-jährige Routinier, der im September wegen der Verletzungsserie in der Innenverteidigung wenige Tage vorm Saisonstart aus Cottbus verpflichtet worden war, hat auf jeden Fall einen Grund zu feiern: Er bestreitet sein 332. Drittliga-Spiel und zieht damit mit Rekordhalter Tim Danneberg gleich. Der spielt derzeit mit Osnabrück in der Zweiten Liga und muss seine Bestmarke damit abgeben. Müller ist bei der SpVgg ein verlässlicher Dauerbrenner in der Abwehr, er fehlte nur in zwei Partien: Wegen seiner Gelbsperre bei Türkgücü und am 1. Spieltag beim 1:2 in Zwickau.

Hinter dem Einsatz von Stürmer Patrick Hasenhüttl steht wegen einer Knieprellung aus der Partie am Dienstag ein Fragezeichen. Weitere Gelbsperren drohen neben Hasenhüttl den Verteidigern Kapitän Markus Schwabl und Christoph Greger.

SpVgg Unterhaching: Mantl – Schwabl, R. Müller, Göttlicher, Turtschan (Dombrowka) – Stierlin, Ehlich – Anspach, Hufnagel, Marseiler – Hasenhüttl (Stroh-Engel).

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