Haching hat die Aufstiegs-Trümpfe in der Hand

Gratulation 2020: Hachinger Betreuer beglückwünschen Stephan Hain (Nummer 9) zum 2:0.

Unterhaching – Nach zwölf Wochen Pause rollt in der Dritten Liga wieder der Ball. In leeren Stadien zwar, aber dennoch darf endlich wieder über Fußball und Sieg oder Niederlage diskutiert werden.

Einer der sportlichen Gewinner des ersten Spieltags nach der Corona-Auszeit ist die SpVgg Unterhaching. Sie gewann ihr Auswärtsspiel beim Tabellen-Vorletzten SG Sonnenhof Großaspach am Samstag mit 2:0. Weil Tabellenführer MSV Duisburg bei den Münchner Löwen und der bisherige Zweite Waldhof Mannheim zu Hause gegen Uerdingen verloren, rückte die SpVgg auf den zweiten Tabellenplatz vor, ist nun punktgleich mit dem Spitzenreiter und hat vor den letzten zehn Spieltagen alle Trümpfe im Aufstiegsrennen in der Hand.

Diese erfreulichen Fakten unterlegte auch das Spiel in Großaspach. Die Hachinger waren da klar tonangebend und präsentierten sich nach der langen Pause und nach nur zwei Wochen Mannschaftstraining definitiv bestens präpariert. Es war kein Schützenfest, was das Team von Claus Schromm ablieferte, aber zwei Tore zum richtigen Zeitpunkt und durch die beiden Angreifer erzielt genügten für einen verdienten Sieg. „Wir sind alle sehr glücklich über den Auftakt. Es ist unglaublich wichtig, dass man nach so einer Pause gut reinkommt“, sagte Hachings Cheftrainer. „Nach dem Spiel hat man allen in der Kabine deutlich angemerkt, welche Erlösung das war, gleich mit einem Sieg zu starten.“

Die SpVgg hatte die Partie in Großaspach vom Start weg im Griff, konnte ihre Überlegenheit aber nicht in Torszenen umwandeln. Stattdessen rettete Torhüter Nico Mantl sein Team in der 35. Minute per Fußabwehr vor einem Rückstand, kurz danach flog ein Freistoß knapp am Unterhachinger Tor vorbei. Jubel gab es noch vor der Pause dennoch bei den Gästen. Nach einer Maßflanke von Max Dombrowka schob Felix Schröter zum 0:1 ein (45.).

Der zweite Abschnitt war erst drei Minuten alt, als Stephan Hain auf die ihm typische Art auf 0:2 erhöhte. Eine Flanke von Markus Schwabl nahm er artistisch mit der Brust an, schoss aus der Drehung ins Tor. „Wie’s ein Stürmer halt so machen soll“, kommentierte er seinen vierten Saisontreffer. Mit dem zweiten Tor war die Partie bereits entschieden. Der fußballerisch limitierte Vorletzte verbuchte zwar noch einen Pfostenschuss, hatte ansonsten aber nichts mehr entgegenzusetzen. Haching hatte durch einen starken Freistoß von Moritz Heinrich und Lucas Hufnagel noch zwei Möglichkeiten zu erhöhen.

„Die Tore vor und nach der Halbzeit waren extrem wichtig. Großaspach hätte durchaus auch in Führung gehen können. Wir haben noch ein paar Dinger am Ende liegen lassen, aber nach der langen Pause wollen wir da nicht groß jammern“, sagte Schromm. Eins der positiven Highlights des Nachmittags war das Comeback von Luca Marseiler nach neuneinhalb Monaten Verletzungspause. Zwei negative Notizen: Dombrowka und Jim-Patrick Müller sahen jeweils ihre fünfte Gelbe Karte und sind im Heimspiel heute (20.30 Uhr) gegen den FC Ingolstadt gesperrt.

„Die Sieg sollte uns Schwung geben“, meinte Hain im Blick auf das erste Heimspiel heute, „die Situation in einem leeren Stadion ist zwar sehr ungewohnt, aber wir haben das gut angenommen.“ Dass Geisterspiel nun Alltag bedeuten, ist auch für Schromm kein Problem: „Nach zwei, drei Spieltagen redet keiner mehr davon. Das wird business-as-usual werden.“ Gegen Ingolstadt könnte die SpVgg mit einem weiteren Sieg ihre Aufstiegsambitionen heute dick unterstreichen. CHRISTIAN AMBEERG

SpVgg Unterhaching: Mantl – Schwabl, Winkler, Greger, Grauschopf – Stahl, Fuchs – Heinrich, Bigalke – Schröter, Hain.

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