Haching in Münster eiskalt erwischt

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In Münster wäre schon was drin gewesen für Claus Schromm und die SpVgg Unterhaching.

Mit der zweiten Niederlage in Folge hat sich die SpVgg Unterhaching vorerst von den Aufstiegsplätzen der Dritten Liga verabschiedet. Trotz drückender Überlegenheit verloren die Hachinger gestern beim Tabellen-18. Preußen Münster mit 1:2, der mit brutaler Effizienz die drei Punkte holte.

Unterhaching – Mit der zweiten Niederlage in Folge hat sich die SpVgg Unterhaching vorerst von den Aufstiegsplätzen der Dritten Liga verabschiedet. Trotz drückender Überlegenheit verloren die Hachinger gestern beim Tabellen-18. Preußen Münster mit 1:2, der mit brutaler Effizienz die drei Punkte holte. „Es ist verrückt, dass man so ein Spiel verliert“, sagte Trainer Claus Schromm nach dem Abpfiff, „Münster hat zur Zeit einen Lauf, wir eher weniger. Die Effektivität macht Münster momentan einfach brandgefährlich.“

Schon der Spielverlauf der ersten Halbzeit war typisch und entscheidend für die Partie: Vom Start weg hatten die Hachinger das Heft in der Hand, die Tore machten aber die Gastgeber. In der 14. Minute köpfte Cueto wie aus dem Nichts das 1:0 für die Preußen. Zehn Minuten später nutzten die Hausherren auch ihren zweiten Angriff. Königs traf mit einem Rechtsschuss zum 2:0 und stellte den Spielverlauf völlig auf den Kopf. „Bei beiden Gegentoren stellen wir uns in den Zweikämpfen nicht gerade clever an“, kommentierte Schromm den ersten Durchgang. Die Führung war danach eine komfortable Situation für Münster, das sich ganz aufs Verteidigen des Vorsprungs verlegen konnte. Die Hachinger versuchten weiter alles, kamen gegen die dichte Defensive allerdings zu keinen nennenswerten Tormöglichkeiten.

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Die SpVgg drückte, kam aber selten zu Abschlüssen. Kurz nach der Pause pfiff Schiedsrichter Lukas Benen Handelfmeter für Unterhaching, nahm die Entscheidung dann nach längerer Diskussion mit seinem Assistenten aber – zurecht – zurück. Trainer Claus Schromm brachte mit Auswechslungen frische Offensivkräfte aufs Feld und hatte dabei ein gutes Händchen: Felix Schröter, der etwas überraschend aus der Startelf gerutscht war, traf zehn Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:1. Nach einem energischen Solo schlenzte er den Ball wunderschön in den Torwinkel.

In der letzten Viertelstunde erhöhte die SpVgg noch einmal den Druck, hatte aber erst in der 89. Minute tatsächlich noch eine dicke Doppelchance zum Ausgleich. Dominik Stroh-Engel scheiterte gleich zweimal an Preußen-Keeper Schulze Niehues. Kurz zuvor war erneut der Referee im Blickpunkt gestanden, als nach einem vermeintlichen Foul an Lucas Hufnagel im Strafraum ein weiterer Elfmeterpfiff ausblieb.

Sascha Hildmann, Coach der Gastgeber, atmete nach dem Spiel tief durch: „Das war vor allem in der zweiten Halbzeit Schwerstarbeit, wir hatten gar keine Befreiung mehr. Aber wir haben’s mit Glück über die Zeit bekommen.“ Am Ende feierte Münster drei wichtige Punkte im Abstiegskampf und bleibt auch einer der Angstgegner der SpVgg. Schon im Hinspiel hatten die Preußen beim 2:2 im Sportpark einen Punkt entführt, zudem bereits die letzten drei Heimspiele gegen Haching gewonnen.

„Münster stand heute sehr tief und hat uns in der ersten Halbzeit zweimal kalt erwischt“, sagte Stürmer Dominik Stroh-Engel, „wir haben dann alles reingehauen und es noch mit allen Mitteln versucht, aber leider kein Tor mehr geschossen.“ „Wir hatten die Riesenchance zum Ausgleich“, ärgerte sich Schromm, „wenn wir das 2:2 machen, egal wann, dann wäre auch noch mehr dringewesen für uns, dann wird jede Minute elendlang für den Gegner, der wäre irgendwann platt gewesen.“

Durchaus verärgert waren die Hachinger allerdings auch über die Schiedsrichterleistung. Dass der Elfmeter in der 47. Minute zurückgenommen wurde, fand Hachings Chefcoach „in Ordnung“, merkte aber an: „Es gab noch einige strittige Szenen, bei einem Foul an Lucas Hufnagel war’s, glaube ich, ein klarer Elfer.“ Deutliche Worte gab es auch von Stroh-Engel: „Es gab ein paar Entscheidungen, die nur in eine Richtung gegangen sind. Auch Schiedsrichter machen Fehler, aber heute waren’s ein paar zu viel. Das hat uns heute auch mindestens einen Punkt gekostet. Darüber rege ich mich tierisch auf.“

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