Fußball

Champions-League-Debüt in der Heimatstadt

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Allein vor Manuel Neuer: Doch Karim Adeyemi stand im Abseits.

Karim Adeyemi, früheres Super-Talent der SpVgg Unterhaching, spielte mit RB Salzburg gegen den FC Bayern - und feierte sein Debüt in der Champions League.

Unterhaching/München – Es lief die 71. Minute am Mittwochabend in der Allianz Arena. Der FC Bayern führte gegen RB Salzburg 3:0. Doch die Gastgeber waren nach der gelb-roten Karte gegen Marc Roca in Unterzahl, und Salzburgs Tainer Jesse Marsch hatte die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Er setzte voll auf Offensive und wechselte 19 Minuten vor Schluss sein Stürmer-Juwel Karim Adeyemi ein. Und so kam der gebürtige Münchner, der 2018 für rund drei Millionen Euro von der SpVgg Unterhaching zu RB Salzburg gewechselt war, ausgerechnet in seiner Heimatstadt zu seinem Debüt in der Champions League. Im Alter von gerade einmal 18 Jahren. Und das auch noch gegen seinen Ex-Klub, denn er spielte als Kind von 2010 bis 2012 für den FC Bayern, ehe er nach einer Disziplinlosigkeit in den Unterhachinger Sportpark wechselte.

Adeyemi brauchte ein paar Minuten, ehe er ins Spiel fand. Dann aber zeigte er seine enorme Explosivität. Eer nahm gekonnt ein Zuspiel auf und sprintete auf Manuel Neuer zu, fand dann aber in Europas Torhüter des Jahres seinen Meister, zudem stand er bei der Ballannahme knapp im Abseits. Doch in dieser Szene blitzte seine Torgefährlichkeit auf.

Besonders die Explosivität ist ein großer Trumpf Adeyemis. Laut dem österreichischen Nachrichtenportal „Salzburg24“ soll der 18-Jährige nach eigenen Aussagen die ersten 30 Meter in unglaublichen 3,6 Sekunden sprinten – und wäre damit schneller als Usain Bolt, bei dessen 100-Meter-Weltrekord 3,78 Sekunden auf den ersten 30 Metern gemessen worden waren. Wobei deutlich anzumerken, dass diese Vergleiche hinken.

Doch selbst wenn Adeyemi Bolt nicht abhängen sollte, bleibt er einer „der schnellsten Spieler, die wir im Kader haben“, wie Salzburgs Sportchef Christoph Freund dem Fußball-Fachmagazin Kicker bestätigte.

Zudem verbindet der 18-Jährige, der 2019 die Fritz-Walter-Medaille als Deutschlands größtes Nachwuchstalent erhalten hatte, seine Geschwindigkeit mit feiner Technik, die ihm grandiose Tempodribblings ermöglichen. „Er überzeugt nicht nur im Eins-gegen-eins, sondern auch als Kombinationsspieler, der mit dem ersten Kontakt seine Mitspieler geschickt einsetzen kann. Zudem verfügt der Linksfuß über gute Abschlussqualitäten, die er auch schon in deutschen Junioren-Auswahlteams unter Beweis stellte“, schrieb der Kicker in einer Analyse von Adeyemis Spielweise.

Bei der SpVgg Unterhaching könnten sie einen brandgefährlichen Angreifer wie Karim Adeyemi gut gebrauchen. „Zu harmlos“, nennt Hachings Trainer Arie van Lent seine Offensive immer wieder...

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